Als ‚Mama‘ arbeitest du doch nichts!

Elternzeit? Luxus! “ Mama sein“ ? Da arbeitest du doch nichts! Den ganzen Tag mit deinem Kind spielen! Herrlich! – Von wegen!


Als “ Mama“ arbeitest du doch nichts, das ist ja Luxus! – Von Wegen!

Das sind oft Aussagen die „Mama“ so in ihrem Alltag des öfteren zu Ohr bekommt. Aber stimmt das wirklich? Ich selbst muss zu meiner Schande gestehen, in meiner kinderlosen Zeit hegte ich oft diesen Gedanken als „Arbeiter“ gegenüber einer „Mama“.

Ich wurde jedoch mit Bebi E. sehr schnell des besseren belehrt und weiß was es heisst, Mama zu sein. Es ist verdammt nochmal ein Fulltime Job!

Als Mama arbeitest du, und wie! Mit dem Unterschied das es niemand sieht, das es dir nicht honoriert wird, das es selbst verständlich ist , das man als Mama keinen Urlaub hat, kein Wochenende, keine Nacht, kein Feierabend, keine Pausen und das du vor allem nicht nur Mama bist, sondern auch noch nebenher den Haushalt machst, kochst, aufräumst und alles was so dazu gehört, denn du bist ja nur in Elternzeit!

Es ist ein Fulltime Job! 

„Wenn dein Kind schläft, dann leg dich doch auch schlafen“. Und wer macht dann den Haushalt? Sobald ich mich schlafen lege, kann ich dann hoffen das Zauberfeen durch die Wohnung  fliegen, wie in einem Disney Film und schwupp ist gesaugt? – Schön wärs!

„Mach doch den Haushalt, wenn dein Kind abends im Bett ist“. Es kommt immer darauf an, wann Bebi E. wirklich Lust hat zu schlafen, es ist ein Kind und kein Schalter, den man einfach auf „aus“ stellen kann, und wenn man danach noch den kompletten Haushalt macht, dann weiß man, was man vom Abend hatte! Unbenannt-141

Morgens seinen Kaffee trinken, in Ruhe seine Zeitung lesen und duschen? Sowas funktioniert nicht mehr. Es gibt zwei Möglichkeiten zu duschen, entweder ich schaffe es , wenn Bebi E. noch schläft, oder ich lasse es für den ganzen Tag. Ich bevorzuge natürlich die erste Variante!

Den Kaffee gibt es parallel zwischen Windeln wechseln, Wäsche machen und Fläschchen geben, oder du vergisst ihn, bemerkst es zwei Stunden später und trinkst ihn kalt!

Mama Alltag, ist Arbeit!

Frühstückspause? Gibt es nicht! Denn da mache ich gerade den Haushalt, gehe einkaufen oder versuche Bebi E. zu bespaßen.

Mittagspause? Was es ist schon Mittag? Zu diesem Zeitpunkt herrscht das Total Chaos, denn eigentlich hätte ich selbst auch Hunger, habe aber keine Zeit zu essen, denn Bebi E. hat das gleiche Gefühl wie ich und das kann er einem lauthals sehr klar machen. Dann ist Brei Zeit! Und jede Mama weiß, was es heisst Brei zu löffeln.

Wenn ich es geschafft habe, dieses Chaos wieder zu beseitigen, dazwischen habe ich nochmal ein paar Windeln gewechselt, fertig gekocht und selbst was gegessen, dann könnte ich darauf hoffen, dass Bebi E. seinen Mittagsschlaf macht. Das ist jedoch auch von seiner Laune abhängig, meist immer dann, wenn man es am meisten hofft, hält er es natürlich nicht für nötig.

Feierabend? Dieses Wort kenne ich nicht, denn gegen Abend geht es nochmal richtig los, nachdem wir den restlichen Mittag über ein bisschen Obst gelöffelt, Windeln gewechselt, den Haushalt gemacht haben, rückt der Abend näher.

Und das heisst, ins Bett gehen. Vielen Mamas stellt es spätestens jetzt die Nacken Haare, oder gehen die Alarm Glocken, denn das ist alles andere als Feierabend, es kann manchmal die Hölle sein.

Zu meinem Glück muss ich durchaus Bebi E. in den Himmel loben, denn er ist in dieser Sache sehr oft, ein sehr tolerantes Baby ( bis jetzt) .

Genau DAS  ist “ Mama Alltag“ und ja, das ist sehr wohl Arbeit, anders als man es bisher von seiner früheren Arbeit kannte. Aber entgegen allen kontroversen Aussagen, es ist und bleibt ein Fulltime Job.

Wenn man als „Mama “ organisierter und strukturierter den Alltag gestaltet , dann schafft man es diesen Fulltime Job jeden Tag aufs Neue so zu managen, dass man ihn auch genießen kann und das man sich nicht wünschen muss er solle 48h haben.

Und ja, dann wird man auch honoriert, mit dem zufriedenen Lächeln seines Babys und mit dem eigenen Stolz, mit dem man sich abends ins Bett legt, denn jede Mama weiß selbst, was sie jeden Tag geleistet hat. Und das machen wir gut so!

 

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5 Kommentare

  1. Schön geschrieben. Ich habe früher auch keinen blassen Schimmer davon gehabt, was meine Freundinnen mit Kindern so „durchmachen“, mittlerweile habe ich mich bei ihnen für meine damalige Naivität und Ignoranz entschuldigt.

      • Mein Sohn der über 4 Wochen zu früh kam wird nun schon 25 aber ich werde Baby und Kinderjahre nie vergessen. Sie waren unbeschreiblich schön und viel zu schnell vorbei.

  2. Amen, Schwester. Den Text würde ich am liebsten als Flugblatt ausdrucken und jedem in die Hand drücken, der mir damit daher kommt „aber du bist doch den ganzen Tag daheim“. Zum Glück wird es langsam, ganz langsam etwas besser. Vielleicht, weil man sich daran gewöhnt, dass man den Tag anders angehen muss als vorher 😉

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