Als Mama, bist du Frau!

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Ab dem Zeitpunkt des „Mama-seins“ wirft man zugleich jegliches „Frau-sein“ über Bord, ist das wirklich so schlimm? Und vor allem, schafft man es Mama und Frau sein unter einen Hut zu bekommen?…


Mit der Schwangerschaft, fängt man an sich schleichend und langsam vom „Frau-sein“ zu verabschieden. Und es passiert einfach so, ungewollt! Zunächst bemerkt man es nicht, die ersten Wochen, ja Monate verbringt man wie gewöhnlich, man fühlt sich (noch) fit und pudelwohl.

Sobald jedoch die Murmel so groß wird, das man unterhalb des Bauchnabels nichts mehr sieht, eskaliert die Situation. Panik kommt auf. Fühle ich mich noch wohl? So stellte ich mir so ziemlich jeden Tag diese Frage. 

Alles wird irgendwie anstrengend, stressig, unbequem. Der Zeitpunkt ist gekommen, sich von seiner heiss geliebten Kleidung zu verabschieden, stattdessen rennt man nun in ein Kaufhaus und sucht sich Dinge aus, die man hätte in den nächsten zwanzig Jahren noch nicht angezogen.

Fühle ich mich wohl? Da war sie wieder die Frage aller Fragen. Noch viel schlimmer wurde es , als ich mir die Frage stellte, ob mein Partner mich noch attraktiv findet. Das einzige, was mich durch meine Schwangerschaft rettete, war die Tatsache das die Murmel sich irgendwann anfing zu bewegen, ja das ganz Ausmaß hatte plötzlich Sinn. Bebi E. machte sich bemerkbar und ich war dankbar. Es war also nicht umsonst!

ich hatte keine Lust Frau zu sein!

Ohne es jedoch zu bemerken, verabschiedete ich mich vom „Frau- sein.“  Ungewollt.

Und dann war es soweit, da saß ich, weit entfernt von jeglichem „Frau-sein“ mit zwei Trichter in der Hand, am abpumpen, Schwangerschaftskleidung, die mir nun viel zu groß war, und fühlte mich alles andere als „Frau.“ Jegliche Form von Make-Up verstaubte offensichtlich im Badezimmer, ich überlegte, ob ich meine langen Haare zum praktischen Kurzhaarschnitt umfunktionierte. Diese wurden sowieso immer irgendwie zusammen gebunden.

Kurz um, es war ein Desaster. Ich hatte keine Lust „Frau“ zu sein, denn alles andere war nun wichtiger. Schließlich bin ich „Mama“ dachte ich mir, warum sollte ich mich zurecht machen, das ist doch alles sowieso unpraktisch, so war die Devise. Ich fand mich mit meinem Schicksal ab.

Sollte das aber wirklich mein Schicksal sein? Ich will an dieser Stelle ein kleines , aber bedeutsames „Entschuldigung dafür „, in Richtung meines Mannes werfen, der dieses Desaster mit vollstem Verständnis mitgemacht hat. Chapeau! Unbenannt-1

Diese Frage, ob das wirklich mein Schicksal sein sollte, ob ich nun einfach „Mama“ bin und „Mamas“ eben nun mal so aussehen und sich so fühlen, verfolgte mich nach einiger Zeit doch sehr.

Es war ein Desaster

Denn mein Alltag fing an sich einzupendeln, alles wurde ein bisschen leichter und einfacher und ich schaffte es mir immer mehr Freiraum zu erkämpfen.

Doch ich selbst, war trotzdem unzufrieden mit mir, und ich merkte relativ schnell, das es so nicht weiter gehen kann. Ich fühlte mich unwohl in meiner Haut und ließ mich gehen. Ja, ich wollte wieder Frau sein, und ja, ich bin Mama! Es musste also beides gehen.

Und es geht beides ! Als Mama, bist du auch Frau und das funktioniert sehr wohl. Keine „Mama“ ist direkt nach der Geburt „Frau“, die Prioritäten liegen ganz woanders, und das ist auch gut so! Zu diesem Zeitpunkt funktioniert man- mehr auch nicht.

Im Laufe der Zeit pendelt sich alles ein, man ist organisierter, es entsteht ein Tagesablauf, man hat Zeit für sich und das ist wichtig. Diese Zeit muss „Mama“ sich nehmen, um wieder ein Schritt in Richtung „Frau“ zu gehen. Und damit meine ich in erster Linie sich selbst wieder zu lieben, sich wieder in der eigenen Haut wohl zu fühlen. Diese Zeit nimmt man sich, um sich selbst wieder zu akzeptieren, wie man ist. Man sieht wieder unterhalb des Bauchnabels und genau das sind die kleinen Erfolge, die einen auch „Frau“ werden lassen. 

Es ist ein Prozess, aber als „Mama“ bist du „Frau“ !

 

Eure

Yvi

 

4 Kommentare

  1. Bis zur nächsten Schwangerschaft!
    So war es bei mir. Danach war es leider nie wieder wie vorher. Aber die Liebe zu den Kindern und die Tatsache das es ihnen egal war half darüber hinweg.

  2. Ich habe viel zu viel Jahre gebraucht um mich von Neutrum wieder zur Frau zu entwickeln…..Das hatte aber nicht nur mit den Kindern zu tun sondern mit meiner damaligen Partnerschaft….

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