Alte Märchen und Geschichten sind schlecht für unsere Kinder?

Desöfteren bin ich über die hitzige Diskussion gestoßen, das Märchen schlecht für unsere Kinder sein sollen, ist das wirklich so?…


Schon öfters las ich darüber, dass Märchen und alte Geschichten schlecht für unsere Kinder sein sollen. Mein Auslöser etwas darüber zu schreiben, war eine Kinderpsychologin, die sich im TV darüber äußerte, dass wir alte Märchen am Besten nicht mehr vorlesen sollten.

Sie seien völlig veraltet, nicht mehr zeitgemäß, viel zu grausam und stellen den heutigen Wert der Frau völlig in Frage. Sprich von Emanzipation ist man in den Geschichten weit entfernt, denn da hat die Frau keinen Wert.

Alte Märchen, nicht mehr zeitgemäß und gefährlich für unsere Kinder?

Gerade die Geschichten der berühmten Gebrüder Grimm rücken hier in den Fokus-wer kennt sie nicht? Hänsel und Gretel, Schneewittchen, Rapunzel, Rotkäppchen und Co. Anfang des 19.Jahrhundert, also um 1820 nahmen sich die Grimm, Schneewittchen vor, die normalerweise viel älter ist.

Bereits im 15.Jahrhundert tritt die Geschichte auf, da waren die Zwerge allerdings noch Bergarbeiter und das Ende war kein Gutes.

Man dachte sich also für die Kinder bereits damals was und machte dann daraus ein gutes Ende. Aber nach fast 200Jahren ist es doch noch zu grausam? Weil die böse Schwiegermutter, einen vergifteten Apfel präparierte? Oder weil die böse Hexe im Ofen verbrannt wird? Der Wolf die Großmutter frisst?

Die größte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren geriet ebenso mit ihren Geschichten in die Kritik. Dabei sind die Geschichten wie Pippi Langstrumpf noch nicht mal 100 Jahre alt! Sollte man auch Pippi nicht mehr lesen, weil sie in ihrem Alter ganz alleine wohnt, ohne Eltern und den größten Unfug anstellt, oder ist das direkt ein Fall fürs Jugendamt? Und da wäre noch Michel, den Lindgren in ihrer Geschichte „Michel aus Lönneberga“  in den Holzschuppen sperren ließ, weil er wieder irgendetwas anstellte. Heute wird schließlich niemand mehr irgendwohin gesperrt!

Sind die Märchen und Geschichten das Grauen für unsere Kinder, oder ist es ein Kulturgut, das nach so vielen Jahren immer noch gerne gelesen wird, und gelesen werden sollte? Eine Schaffung von großartigen Machern?! Oder völlig deplatziert?

Was ist mit den heutigen Märchen und Geschichten?

Was ist mit heutigen Kindergeschichten? Gibt es moderne Märchen, die sich etabliert haben und von Jung und Alt gelesen werden? Oder ist die Eiskönigin eine grausame Geschichte, weil die Dame verbittert in ihrem dunklen, kalten Schloss depressiv und einsam lebt? Österreich zum Beispiel sagt tatsächlich ja und gibt die Story erst ab 6 Jahren frei. Deutschland scheint es nicht zu interessieren und schreibt ab 0 Jahren aus.

Was ich schlussendlich zu dieser Thematik sagen will, ist –durchatmen– !

Meiner Meinung nach kann jeder Elternteil selbst entscheiden, was man dem eigenen Kind zumuten kann und was nicht. Die meisten Kids unter drei Jahren bleiben sowieso nicht lange sitzen und hören zu, da reichen ja kleine Reime zum Vorlesen völlig aus.

Im Kindergarten-Alter kann man sich dann die Geschichten selbst aussuchen. Hier appeliere ich an den gesunden Menschenverstand den jeder Elternteil besitzt und es selbst abwägen kann. Schließlich schicken wir unsere Kids ja auch nicht in einen SAW-Teil…

Eine tolle Kindheit mit wunderbaren Märchen

Mit diesen wunderbaren Märchen, habe ich selbst eine tolle Kindheit gehabt und irgendwann auch angefangen sehr gerne zu lesen, gerade Lindgren und Blyton begleiteten mich durch meine Kindheit, ohne mich dabei seelisch und psychisch zu zerstören.

Also nochmal, ich halte selbst von der Kritik nichts. Bin damit groß geworden und habe einen gesunden Menschenverstand um abwägen zu können, was ich meinem Räuber vorlesen kann oder nicht. Ich sehe diese Märchen als große Kunst und Kulturgut von unfassbaren kreativen, großartigen Machern an und demnach wäre es eine große Schande diese zu verbieten. Denn schließlich „leben sie zufrieden und glücklich bis an ihr Lebensende“ oder nicht?

Mich interessiert unwahrscheinlich was ihr darüber denkt!

 

2 Kommentare

  1. Oh nein, was sind wir doch für eine verkommene Generation, wir, die wir mit Schneewittchen und Rotkäppchen aufgewachsen sind. Alle verhaltensgestört und geistig degeneriert? Ich liebe alte Märchen und werde sie immer weitererzählen!

  2. Martina Lehmann

    Auch ich bin mit Märchen aufgewachsen und liebe sie, egal ob Brüder Grimm, Hauff, H. C. Andersen oder andere. Im Märchen siegt in der Regel das Gute durch Mut, Klugheit, Ausdauer usw., es geht um Gerechtigkeit, Güte, aber auch Strafe … . Ich denke, Kindern wird im Märchen in einfachen, kurzen, verständlichen Geschichten viel Lebensweisheit nahegebracht. Ich plädiere auch dafür, die Texte in der Originalsprache vorzulesen, viele modernisierte Fassungen erreichen nicht den sprachlichen Reichtum und die Kraft des Originals. Und wenn eine Formulierung nicht verstanden wird, kann man darüber sprechen und es erklären.

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