Bitte lasst euer Baby kein High need sein!

Highneed

Euer Baby sollte kein „Begriff“, kein High Need sein, oder einen Stempel bekommen! Bitte ordnet sie nicht ein, nur weil es gesellschaftlich konform ist…



Schon einmal berichtete ich über den Begriff High Need mit all seinen möglichen Problematiken. Dazu gab es viel Kritik, aber auch viele positive Meinungen. Es scheint wohl ein heikles Thema in der Mütterwelt, dass am Besten nicht kritisiert werden sollte.

Aber! Leider sehe ich dennoch diesen Begriff immer noch als sehr kritisch an und schreibe gerne dazu nochmal subjektiv auf, welche Problematik es mir bei „high need“ darstellt, bzw. äußere hierzu gerne Kritik.
Nochmal kurz zur Erklärung des Begriffes. Dr. Sears stellte 12 Kriterien auf, in denen Verhaltensmaßnahmen gelistet werden, die der Norm nicht entsprechen.

High need

Konkret bedeutet dies, Babys die anstrengender sind, Babys die fordernder sind, als andere. Sprich, die „hochsensibel“ sind.
Quasi eine Richtlinie, für Eltern, die anstrengendere Babys haben. Viele Mütter berichteten, dass dies ein Art Anker sei, um einen Austausch mit anderen „betroffenen Müttern“ stattfinden zu lassen, aber macht das Sinn?
Um nochmal zu verdeutlichen,

High need, ist keine Krankheit!

Es ist kein medizinisch anerkannter Begriff, dass muss so nochmals klar fokussiert werden. Aufgenommen im ICD – Schlüssel ist der Begriff „high need“ ebenfalls nicht. Es ist letztendlich ein Beschreibung von aneinander gereihten, völlig normalen Verhaltensmaßnahmen eines Babys, welche verstärkt auftreten. Oder eine Etikette für „betroffene“ Eltern, um sich auszutauschen.

Die Skepsis jedoch ist, dass in aufgezählten Kriterien, durchaus inzwischen medizinisch anerkannte Krankheiten zu finden sind. Ein Stichwort hierzu wäre zum Beispiel ADHS. Definiert durch einen stark ausgeprägten Aktivitätsdrang und Aufmerksamkeitsdefiziten.

Die Frage stellt sich dann, wie gehen „betroffene“ Eltern vor? Wird alles daran gesetzt, heraus zu finden, was das Baby haben könnte, oder ist es inzwischen einfacher seinem Baby einem Begriff zu zu ordnen?
Völlig unklar ist ebenfalls, ab wann ein Baby ein High need ist. Dr. Sears zählt jegliche Kriterien auf, dennoch entscheidet jede Mutter/Vater selbst, ab welchem Anstrengungsgrad ihr Baby „dazugehört“.

Ein gesellschaftliches Problem

Es scheint, als wäre es in erster Linie ein gesellschaftliches Problem. Denn heutzutage und das ist Fakt, braucht die Gesellschaft für alles Listen, Kategorien und vor allem Erklärungen für alles, was nicht der Norm entspricht. Oftmals leider völlig überzogen und übertrieben.

Der Druck für die Eltern ist somit immens, ein Baby im Arm zu halten, dass an den Nerven zerrt, aber man einfach nicht weiß, weshalb. Schließlich braucht die Gesellschaft eine Erklärung und da ist der Stempel high need.
Die nächste Frage ist jedoch, ob den Eltern bei einem Austausch geholfen ist, oder es lediglich ein gegenseitiges übertrumpfen der jeweils anstrengenderen Babys sein mag?

High need

Leider scheint das Übertrumpfen in vielen, von high need Müttern geschriebenen Artikeln, der Fall zu sein. Die Verhaltensweisen der Babys ändert sich aber durch die Kategorisierung faktisch nicht! Wozu bedarf es dann diesen Begriff, wenn es so vielen widerrum nicht hilft? 
Das ganze scheint inzwischen einen derartigen Hype ausgelöst zu haben, wer das anstrengendere Baby hat und wer das Schlimmste durchleben muss, vergleichbar mit dem nie endenden Kampf, wer denn die schlimmere Geburt hatte.

Auf Twitter tauschen sich inzwischen „betroffene“ Eltern darüber aus, welche Hilfestellungen vom Staat sinnvoll wären. Von Putzhilfen, über Dauer-Babysitter, bis hin zu Köchen, gab es keine Wunschgrenzen.(zu finden unter dem #highneed auf Twitter). 
Deshalb sage ich:

„bitte lasst eure Babys keine High need Babys sein!“

Im Internet werden ebenfalls sehr dubiose Artikel verfasst, die schlimmerweise nicht nur von High need Babys schreiben, sondern auch von High need Kindern. Letztendlich ist das aber so nicht korrekt. Dr. Sears stellte diese Kriterien lediglich für Babys in den ersten Monaten auf, aber nicht für Kinder!

Leider birgt dadurch die Gefahr, dass Babys/Kinder ganz einfach stigmatisiert werden. Ich hoffe inständig, dass wir nicht irgendwann an dem Punkt ankommen, an dem es tatsächlich dafür einen ICD – Schlüssel geben wird! Es reicht völlig aus, dass darunter ADHS fällt und Kinder teilweise wahrlos mit unnützen Medikamenten vollgestopft werden, nur um die fordernde Bedürfnisse zu minimieren. Wollen wir das mit den high need Babys auch erreichen? Ich hoffe und denke doch nicht! 

Ihr müsst also euren Babys keinen Stempel aufdrücken, es sind völlig normale Verhaltensmaßnahmen eines Babys, die nunmal verstärkt auftreten können, dazu bedarf es keinen Begriff, mit dem meines Erachtens viel zu leichtsinnig um sich geworfen wird und damit einige Gefahren mit sich bringt.

Abgesehen davon, möchte das eigene Kind später mal nicht im Internet lesen müssen, wie anstrengend und aus der Norm tanzend es war, geschweige denn, ständig als solches betitelt zu werden.

Eine kleine Anmerkung habe ich noch und das ist auf Wunsch von vielen positiven Stimmen, des letzten Artikels, unter anderem von Sterneneltern und Eltern von Frühgeborenen. Die daran erinnern, dass eure Babys gesund sind und ihr sie im Arm halten könnt, denn das ist nicht selbstverständlich!

Aber das liegt unter anderem an der problematischen Denkensweise der Gesellschaft „meckern auf hohem Niveau„, die kleinen und so wichtigen Dinge des Lebens werden nicht mehr beachtet. Dabei ist es für genau so viele von uns Müttern eine Sensation, dass die Kinder überhaupt erst existieren!

Eure

Yvi


Nochmal eine kurze Anmerkung, dass dieser Artikel kein Ratgeber sein soll, ich aber gerne kritische Aspekte aufzeige, auch ohne ein high need Baby zu besitzen -Wobei ich mein eigenes nie, egal in welcher Weise es noch so anstrengend wäre, als solches betiteln würde-

Da dieser Artikel rein subjektiv geschrieben wurde und es unter anderem meine persönliche Meinung widerspiegelt, bedarf es auch keiner medizinischen/pädagogischen Ausbildung der Autorin, um diesen Artikel zu verfassen. 

20 Kommentare

  1. Hallo,

    Bei einigen Punkten muss ich zustimmen.. Allerdings wird ein wichtiger Punkt- so finde ich – überhaupt nicht aufgegriffen.
    Vielen geht es nicht um das schlimmere kind, zumindest konnte ich noch keine antreffen, die sich mit ihrer kraftlosigkeit und der daraus resultierenden überforderung zu manchen zeiten, profilieren. Die meisten suchen nach lösungen für sich um besser klar zu kommen UND wie sie ihrer umwelt zu verstehen geben können, dass es auch, naturgeschaffene, forderndere kinder gibt. Denn dafür hat die Gesellschaft, oder zumindest einen Großteil, keine akzeptanz. Es wird eltern schuld gegeben, weil sie immer bedürfnisse erfüllen (was anders auch gar nicht möglich oder gesund für die Entwicklung des kindes wäre), dass sie zu leicht nach geben, usw. Man gibt ihnen gesellschaftlich anerkannnte, dusselige erziehungstipps, die verzweifelte dann auch gerne ausprobieren (meist weil sie ja erstmal denken der Fehler zu sein) um dann fest zu stellen, alles nur noch schlimmer gemacht zu haben. Auch wenn es nur ein begriff ist, dieses high need, so ist es für die Gesellschaft mit ‚diagnose‘ leichter diese bedürftigkeit, die nur wenige kennen, zu akzeptieren. Wie ich schon einmal schrieb, gäbe es in unserer Gesellschaft mehr akzeptanz, würde man sonderbegriffe nicht oder eher selten gebrauchen. Auch bei den betroffenen eltern. Klar wäre es schöner wenn man ein bedürftiges kind als Gott gegeben sehen würde, sowohl als Eltern wie auch als außenstehende. Schön wäre es wenn man nicht für alles erstmal eine menschliche ‚fehlerquelle‘ suchen würde (sinn macht es natürlich körperliche ursachen auszuschließen). Heute gibt es für alles eine norm, einen Zeitpunkt, wie sich ein kind wann zu entwickeln hat etc.. und viele fallen da einfach auf weil sie nicht zu der norm passen, viel schlafen, nur alle 3 stunden stillen, sich selbst beschäftigen können oder gar eine andere person als die eltern akzeptieren.
    Dieser begriff ist für viele, die Akzeptanz nicht einfach so mitgegeben bekommen haben (und wenn ich mir die Gesellschaft so ansehe, sind das nicht wenige) eine chance, ihr gesundes kind anzunehmen, es so wie es ist zu lieben, ohne den wunsch oder den Versuch zu hegen es ihren vorstellungen entsprechend zu verändern (was doch viele eltern grundsätzlich tun). Sie wachsen zu großen teilen daran, über sich hinaus, und bekommen wieder ein gespür für bedürfnisse ihrer mitmenschen.
    Statt den eltern weiter ein schlechtes gewissen zu machen, weil sie einen nicht medzinischen Begriff anwenden um die nicht anerkannten eigenarten des kindes, den mitmenschen zu verdeutlichen, sollten wir einen boden schaffen wo ein jeder in seinem sein, in seinem handeln, in seinem denken usw akzeptiert wird.

    Man sollte nicht versuchen die symptome der akzeptanzlosigkeit unserer Gesellschaft zu behandeln, für die es diese begrifflichkeiten gibt, sondern das kernproblem angehen. Eltern wieder mehr vertrauen mitgeben, normen abschaffen, vergleiche bleiben lassen usw. Wertfrei leben. Vorurteilsfrei aufeinander zugehen. Diese Problematik wäre tatsächlich mal ein interessantes thema!

    Grüße

    • Diese „gesellschaftlich anerkannten dusseligen Erziehungstipps“ gibt es leider nach meiner Meinung nur, weil die Gesellschaft für alles eine Erklärung braucht. Vor zich Jahren gab es nich kein High need. Da war das Baby schlicht anstrengender, als andere. Aber trotz allem normal. Braucht es das heute? Ja! Unbedingt, sonst wären diese Eltern nicht glücklich, bis jetzt konnte mir keine auch nur annährend erklären, was es denn letztendlich dem Baby und ihnen selbst genutzt hat. Die Antwort liegt auf der Hand.

      Die letztere Problematik, die du angehen möchtest, wird wahrscheinlich so nie lösbar sein, dazu ist die Gesellschaft inzwischen so weit, wie sie jetzt präsent ist. Und sucht ständige Erklärungen und Begriffe, für alles, obwohl es diese eventuell nicht braucht.

  2. Super geschrieben! Diese ganze Klassifizierung von Kindern mit Begriff ist sowieso heftig! Ich habe jetzt erst wieder einen Artikel gelesen, dass es auch ADHS nicht gibt, zumindest ist ni hts im Gehirn nachweisbar was anders funktionieren würde. Aber „Betitelungen“ erfordern oft Medikamente und das ist super praktisch für die Pharmaindustrie…. Lg

    • Ich hoffe nicht, dass wir irgendwann mit diesem Begriff auch soweit sind.
      Inzwischen werden Kindern Schlafmittel verpasst, damit sie ruhig sind.
      ADHS ist im ICD Schlüssel aufgenommen und die Pharmaindustrie, wie du sagst,
      freut sich, wenn die Kids Medikamente bekommen, weil sie einen verstärkten Aktivitätsdrang aufweisen.
      Wo führt das hin? Denkt irgendjemand an die Kinder?
      Kurz noch was banales, aber nicht ganz realitätsfern…früher gab es bei einer Grippe…Milch und Honig…

      Liebe Grüße

      Yvi

  3. Ich bin auch kein Freund von solchen Klassifizierungen. Aber…

    Ich habe nicht mit meinem ersten Kind wie eine Aussätzige gefühlt. Weil sie sich von den Kindern in der Umgebung total unterschied und keine der Mütter Verständnis hatte. Ich würde dieses und jenes falsch machen und sollte doch mal… bla bla bla. Ein halbes jahr brauchte ich bis ich Begriff das sie, so wie sie ist, nicht unmoralisch ist und das es dafür eine Bezeichnung gibt. Ein High need. Für mich war das so wichtig. Warum? Weil alle anderen Ekzem einreden das man alles falsch macht und das kind doch nicht normal sei.
    Ich habe mich plötzlich verstanden gefühlt und die Mütter hielten endlich inne.
    Ich habe 2 Kinder und beim 2. Habe ich nichts anders gemacht. Dennoch ist er so, wie die Mütter ihre damals beschrieben haben. Er ist sehr ausgeglichen und hat ein gesundes schlaf verhalten.

    Ich denke hier wird nicht ganzheitlich betrachtet worum es eigentlich geht sondern nur ein Begriff genommen um sich darüber aufzuregen. Wenn man selber so etwas nicht erlebt hat, hat man leichtes Reden. Und hätte der dr. Sears nicht ein Buch geschrieben zu diesen klassifierten Babys, hätten es viele Eltern nicht verstanden und hätten nicht so auf uhr kind eingehen können wie es das braucht. Und das sollte meiner Meinung nach im Vordergrund stehen. Er hat auch mir geholfen. Als ich wusste was los ist, konnte ich mich endlich drauf einlassen.
    Ich hasse diese Mütter die alles besser machen und alles wissen. Zumindest glauben sie das. Aber die gibt es gar nicht.

    • Natürlich ist es jedesmal aufs Neue einfach zu behaupten
      „Wer kein solches Kind hat, kann es nicht beurteilen“
      Dieser Satz hört man meist von selbsternannten Betroffenen.
      Problem daran, jeder kann seine subjektive Meinung darstellen, auch ohne
      hierbei eine pädagogische Ausbildung zu haben, oder mehrere High need Babys zu
      besitzen. Abgesehen davon, würde ich mein eigenes Kind nie solch einen Begriff zu zu ordnen und wenn ich dabei noch so sehr am Stock gehe, denn ich persönlich sehe es als falsch.
      Ich würde mich darüber freuen, wenn du mir erzählen könntest, was es dir nun konkret gbracht hat und was es auch an deinem Baby verändert hat.
      Oder war es nur die Zufriedenheit, dieses zugeordnet zu haben?

      Liebe Grüße

      Yvi

      • Ich finde deinen Beitrag sehr gut Ivy und möchte in fast allem zustimmen, allerdings ist es genau dieser Punkt, den Mel hier angesprochen hat, der mir auch ein wenig fehlt, bzw. einfach die Gegenseite darstellt. Meine große Tochter war anstrengend. Man kann es nicht anders sagen, den sie erfüllt jede einzelne der Katergorien mehr als deutlich. Das bemerke nicht nur ich, sondern auch ihr umfeld. Und es war schrecklich! Genau wie Mel musste ich mir immer wieder anhören, was ich alles falsch machen, wie missraten mein Kind, bzw. die Erziehung sei. Ich wusste schon immer, dass sie einfach so war, so war ihr Wesen: laut, schnell, viel. Ich fand das nicht schlimm, nur anstrengend. Ich hätte nie im Traum daran gedacht ihr igrnedwelche Stempel zu verpassen, aber er hat geholfen! Zum einen um die kleinen Selbstzweifel immer wieder beiseite zu schieben, die in fragwürdigen Situationen doch wieder aufkamen. Und zum anderen um anderen zu zeigen: sie ist nicht alleine. Es gibt dutzende andere Kinder. Vielleicht nicht in der Familie, vielleicht nicht in der Nachbarschaft, aber es gibt sie. Es liegt nicht an mir, oder an ihr, sondern einfach an ihrem Wesen und das ist okay!
        Also sobald etwas einen Namen hat, wird es dadurch legalisiert und ich finde, dass kann ungemein helfen! Aber trotzdem gehe ich da völlig mit mit deiner Meinung, dass nun kein Wettkampf der schlimmsten Babys entstehen sollte.

  4. Es stimmt: Kinder zu haben ist manchmal anstrengend und sie funktionieren nicht nach Plan. Sie sind unterschiedlich – jedes für sich. Wenn jemand einen Namen dafür braucht-ok. Ich maße mir nicht an, über andere Kinder oder Eltern zu urteilen, ich weiß nicht wie schwer oder leicht sie es haben. Ich glaube aber nicht an Schablonen.

    • Es wird ja zum Glück hier nicht über Eltern ge-oder verurteilt, sondern
      lediglich über den Begriff und den Stellenwert in der Gesellschaft.

      Liebe Grüße

      Yvi

  5. Stefanie

    Dankeschön für diese schönen und wichtigen Gedanken!
    Ich hätte 1 Frühchen welches ich nur im Kasten anschauen konnte die erste Woche und ich bin heilfroh das meine 2te Tochter gleich auf meiner Brust kuscheln durfte.
    Klar war/ist es oft anstrengend und die Nächte sind kurz, aber hey, es ist ein Baby!

  6. Liebe Yvi, durch Zufall bin ich hier gelandet und finde den Artikel gut. Unsere Tochter war als Baby (vom Geburt bis ungefähr zum ersten Geburtstag) genau so ein Kind, Dr. Sears es in seinen 12 Kriterien beschreibt. Ich war froh, zu wissen, es ist alles normal und sie hat keine Krankheit oder eine Störung und habe eine Austauschgruppe gefunden. Und genau das „Problem“ ist entstanden, dass Mütter ihren Kindern einen Stempel gegeben haben und somit das Kind immer besonders behutsam oder sogar mit Samthandschuhen angefasst wird. Doch damit verfliegen so viele Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder … schade, so habe ich es empfunden. Alsbald ich irgendwas kommentierte, fühlten sich Mütter angegriffen und in eine Ecke gedrängt ohne das ich irgendwas in diese Richtung geschrieben hatte … für mich ist mittlerweile klar, dass unsere Tochter eine sehr sensible Art hat (mit hoher Wahrscheinlichkeit ist auch sie, so wie ich und meine Mutter, Hochsensibel). Das ist für mich kein Stempel sondern vielmehr eine Anleitung, damit sie mutig wird, auf ihr Gefühl hört und sich ihrer sicher ist. Alles Liebe!

  7. Ich habe deinen Artikel eben erst entdeckt und wollte auch gerne noch meine Meinung dazu aufschreiben. Mir geht es ähnlich wie schon in den Kommentaren zuvor geschrieben wurde. Es geht mir nicht um die Klassifizierung oder den Stempel „krank“. Im Gegenteil. Mir hat es gut getan zu lesen, dass es nichts ungewöhnliches ist, dass manche Babys anders sind als andere. Aber deswegen eben nicht „krank“. ich glaube man kann das nur verstehen, wenn man selbst ein anspruchsvolleres Baby hatte als andere. Denn die Tipps wie „Tragen, Tragen, Tragen“, „Stillen,Stillen, Stillen“ können einem den letzten Nerv rauben, wenn man sowieso nichts anderes macht und trotzdem ein unzufriedenes Kind hat, dass es hasst zu schlafen. 😉

  8. Alle Kinder sind Gott gegeben. Alle Kinder kommen mit einem fertigen Charakter auf die welt.
    Wir suchen doch nur nach Problem um und Lösungen dafür auszudenken um uns selbst damit zu befriedigen.
    Keine afrikanische Busch Mutter kennt solche Ausdrücke. Wie High need oder Cluster feeding auch ganz toller Begriff. Gebt euren Kinder doch einfach mal Zeit und Liebe zum gedeihen. Es reicht wenn Erwachsene an Politik und anderen Erwachsene rum nörgeln. Sind wir in der Gesellschaft schon soweit angekommen das wir vor lauter Luxus Langeweile schon unsere Kinder kritisieren müssen. Weil wir sonst wohl keine anderen sorgen mehr haben. Schaut mal in Länder denen Leuten und Kindern es wirklich schlecht geht. Die haben im Alltag nicht mal das Nötigstesolche Frauen sind einfach nur dankbar das sie ein gesundes Kind haben und können Ihnen oft nur Liebe geben und hoffen.Und diese Kinder werden oft glücklicher als unsere. Babys und Kinder wünschte ich könnten uns Eltern wirklich sagen was sie für Sorgen haben oder Ängste. Wenn unsere Kinder und Babys uns Eltern auch so ein Stempel geben würden, dann dürften hier manche Eltern kein Kind haben. Zum Glück lieben Kinder Bedingungslos!!!!!Ohne Ansprüche!!Die Liebe ist vor dem Anspruch da.kinder lernen nur von uns! Anspruch stellen wir!! Alle wollen Kinder aber keine Zeit und liebe investieren wollen!Erziehung und Liebe ist nicht mit Geld zu bezahlen und kein Begriff definiert Kinder. Zum Glück haben unsere Eltern nie so gedacht sonst wäre die Welt wahrscheinlich schon ausgestorben. Kinder sind ein Geschenk der Liebe und kein Gegenstand den man beliebig kontrollieren oder kaufen kann. Aber das ist die Menschheit. Geld ,Macht und irgendwann dann auch Liebe.

  9. Ich habe ein Sternenkind und mein 2. Sohn war ein Frühchen. Da ich einen hochansteckenden Virus hatte durfte ich ihn eine Woche nicht anfassen. Er lag verkabelt im Glaskasten und hat mit dem atmen gekämpft. Das vorab, weil es ja im Artikel angesprochen wird.
    Wer sagt bitte, dass high need Babys und Kinder nicht normal sind? Davon habe ich nie gehört. Es gibt nur 5% dieser besonders anspruchsvollen Babys (und auch Kinder, denn leider wächst sich diese Besonderheit nicht so schnell aus), während es ja auch 5% besonders pflegeleichte Babys gibt. Trotzdem sind die Babys normal, nur eben „besonders“ sage ich gerne. Wie es oben schon mehrfach steht sage auch ich, jemand der es nicht selbst erlebt hat, versteht es nicht, das ging mir genauso. Ich bin erst im Sommer auf den Begriff gestoßen, weil die Kita-Eingewöhnung meines zweiten Sohnes überhaupt nicht funktionierte. Während mein erster und alle Kinder der letzten zwei kita Jahrgänge nach spätestens 3 Wochen in der Kita spielten, saß ich zwei Monate später immer noch mit meinem Kind in der Kita und fühlte mich wie ein Alien. Im ersten Jahr habe ich ihn nur getragen und gestillt, wir sind quasi kein Auto mehr gefahren, da er dort auch 2 Stunden nur gebrüllt hat, aber das war für mich alles noch besser als das stundenlange Geschrei, das ich von meinem ersten Sohn kannte (das gibt es nur im Babyalter, ist aber etwas anderes). Was ändert dieser Begriff? Für meinen Sohn gar nichts. Er hat seine Bedürfnisse, die er prompt und lautstark kundtut und man hat quasi keine andere Wahl als sie sofort zu erfüllen. Aber ich weiß endlich warum ich oft so ko bin und den Kleinen als so anstrengend empfinde und ich weiß es gibt andere, denen es genauso geht und von denen man auch Tipps bekommen kann in manchen Situationen. Und wie es oben schon toll beschrieben wird, es macht es einfacher, die Bemerkungen des Umfeldes zu ertragen. Den Artikel der Hebamme habe ich auch gelesen, der würde ich zustimmen, die Bedürfnisse unserer Kinder sind normal und würden in unserer Gesellschaft alle Babys getragen und im Familienbett schlafen und länger gestillt, dann würden die high need Babys nicht so auffallen, aber wir leben nun mal ganz anders. Aber bevor ich das alles erlebt habe hätte ich vielleicht genauso geurteilt.

    • Liebe Nadine, ich selbst bin ebenfalls Mutter einer Sternchen und eines Frühchens und eigentlich solltest doch gerade du als Frühchen Mami wissen, dass vieles nun mal nicht der Norm entspricht. Also warum dann dennoch der Norm mit diesem Begriff nacheifern? Wie du selbst schreibst, es bringt und ändert nichts an deinem Baby, und bei dir? Du sitzt dann da und weisst, ach anderen geht es auch so. -super! Und nun? Richtig…nichts. Es ändert nichts, ausser das man mit diesem Begriff wieder einmal die gesellschaftliche Norm Schublade öffnet, High need Baby reinlegt, kategorisiert hat und fertig. Keinem bringt es etwas. Und ich hasse diese Schubladisierung abgrundtief. Denn gerade als Frühchen Mami weiss man, dass vieles nun mal nicht so läuft, wie es vielleicht laufen sollte. Aber wenn ich eines gelernt habe, dann das es mich nicht interessiert, denn das Wichtigste is, dass es dem Kleinen und mir gut geht und dafür muss es nicht in eine Norm gepresst werden. Warum dann auch mit Babys, die nun mal etwas anstrengender sind?
      Nein,ich urteile mit dem Artikel nicht, ich will darüber aufmerksam machen, dass eine Schubladisierung deplatziert ist.

      Und bei Aussagen von vermeintlichen High need Eltern „man muss erst selbst eines haben, bevor man etwas dazu sagen kann“ wird mir ganz übel, denn zum Einen könnte auch jeder, der das ruhigste Baby auf Erden hat, eine Meinung zu diesem Thema abgeben, aber mal abgesehen von der freien Meinungsäußerung die in diesem Land gängig ist, stellt sich doch immernoch die Frage „ab wann ist ein Baby ein High need.“? Hat das Dr. Sears inzwischen mal klargestellt? Nein…
      Somit kann also jede/r Elternteil beim kleinsten Pups seinen Babys und der eventuellen darauffolgenden Totalüberforderung des Elternteils, das Baby, High need Baby bezeichnen. Also wer von euch High need Eltern nimmt sich dann einfach das Recht heraus, zu behaupten man hätte keines und könne nicht beurteilen? Eventuell wäre meiner auch eines, wenn ich diesen Begriff schlicht zulassen würde und strikt die Liste von Sears abhaken würde. Aber meiner ist keines und darf ich dir sagen warum? Weil er ein ganz normales Baby/Kleinkind ist, zu früh auf die Welt kam und ich manchmal auch an meine Grenzen stoße. Aber dann pack ich mich am Hintern, denn jede Mama is mal öfter „k.o“ aber ich bin froh, dass er gesund ist und habe keine Zeit und Lust mich mit Begriffen zu beschäftigen, die nur einer Kategorisierung dienen und mir weder medizinisch,psychisch noch eine komplette Lösung des Problems bringen.
      Ich wünsche euch alles Liebe!
      Yvi

  10. Liebe Yvi,
    Wir sagen zu unseren Kindern doch auch Frühchen, ist das für dich auch eine Schublade? Du schreibst es läuft vieles nicht so wie es laufen sollte. Genauso ist es aber bei high need auch! Mit den Kindern läuft auch alles etwas anders. Es ist sehr beunruhigend wenn in der Kita zig Muttis auf dem Flur sitzen und nur das eigene Kind muss abgeholt werden und man bekommt ein total verstörtes Kind zurück. Man fragt sich was da los ist und was das Kind hat. Ich war und bin nicht total überfordert. Ich habe mein Kind im ersten Halbjahr nur getragen, da es im Kinderwagen nur geschrien hat, stille seit 17 Monaten nachts ca stündlich usw. Trotzdem habe ich das einfach gemacht und keine „Schublade“ gesucht. Aber seit ich den Begriff kenne und weiß, dass es ca 5% solcher Kinder gibt geht es mir viel besser! Ich weiß, dass es solche Kinder gibt, dass es nicht meine Schuld ist, was einem oft vorgeworfen wird und dass ich auch nicht übertreibe, was man ebenfalls häufig zu spüren bekommt. Ich will keiner „Norm nacheifern“, sondern bin einfach froh, dass mit mir und meinem Baby alles in Ordnung ist wie es ist.
    Ganz bestimmt möchte ich auch niemandem das Recht auf freie Meinungsäußerung nehmen!! Es gibt immer wieder Mütter pflegeleichter Babys, die dankbar dafür sind und mitfühlen. Ich denke nur, wer das nicht erlebt hat kann es nicht nachempfinden.
    Genauso wie es niemand nachvollziehen kann wie es ist ein Kind zu verlieren, dem es nicht passiert ist (damit will ich nicht sagen, dass das irgendwie vergleichbar ist, sondern nur, dass man viele Dinge nur wirklich nachempfinden kann wenn man sie erlebt hat) . Das wollte ich damit sagen. Eine Freundin hat ebenfalls ein solches anspruchsvolles Kind (3 Jahre). Ich dachte auch immer sie hat es verzogen und deshalb sei es so. Jetzt weiß ich es besser.
    Du fragst wann ein Baby oder Kind (Dr. Sears spricht durchaus auch von Kindern, seine Tochter war mit 3,5 Jahren erstmals fremdbrtreuungsfähig) high need ist. In der Schreiambulanz weichen sie mittlerweile teilweise von der 3er Regel ab und sagen, ein Baby ist dann ein Schreibaby, wenn die Eltern es sagen. Was ist so schlimm wenn es bei high need auch so ist? Was soll den Kindern später passieren? Ich kenne mehrere ehemalige Schreibabys. Sie sprechen offen darüber und haben kein Problem damit, es war halt so.
    Auch für Frühchen Eltern gibt es Gruppen, in denen man sich über verschiedene Themen austauschen kann, warum nicht bei high need? Ich kenne nur die Facebook Gruppe, aber dort habe ich nie gelesen, dass man sich übertrumpft wer das anspruchsvollste Baby/Kind hat, sondern man kann sich mit Leuten austauschen, die verstehen und nachempfinden können wovon man spricht. Und teilweise gibt es Tipps. Mir hilft es auf jeden Fall sehr, dass ich nach 15 Monaten mit meinem kleinen Schatz auf den Begriff gestoßen bin. Ich bin sehr froh und glücklich, dass er gesund ist, das ist das allerwichtigste. Aber ich bin auch froh, dass ich jetzt weiß, dass es auch andere Kinder gibt, die wie er sind.
    Ich wünsche euch ebenfalls alles Liebe,
    Nadine

    • Liebe Nadine,
      danke für deine Antwort!
      Ich finde nicht, dass man den Vergleich Frühchen und Sternenkinder mit einem High need Baby ziehen kann. Ich sag dir auch warum…um es mal wirklich ganz salopp auszudrücken, wenn ich mein Kind verliere, habe ich es verloren, das kann wirklich niemand nachempfinden der es nicht selbst erlebt hat. Ein High need Baby ist ein Begriff, der meiner Meinung nach abhängig vom resoluten Zustand des Elternteils ist. Ist eine Mami nun nicht ganz so belastbar, hat sie offensichtlich beim kleinen Pieps bereits ein High need Kind, andere wiederum sind robuster und empfinden es erst als high need bei stundenlangem Durchgangsschreien. Was ich nochmal damit sagen will, es ist nicht genau, exakt def. ab wann man nun den Begriff verwenden soll/kann/muss und somit halte ich immer noch den Satz „wer das nicht erlebt hat, kann es nicht nachvollziehen“ völlig deplatziert und steht in dem Sinne in keinerlei Relation zu Sternenkinder und Frühchenkinder.
      Deine Antwort zu „ab wann nun ein high need ein high need ist“ hinkt etwas, denn irgendwann sprichst du von Meinungen einer Schreiambulanz. Ein Schreikind ist kein High need Kind! Schreikinder schreien sehr oft nicht einfach nur so, so wie offensichtlich high need Kinder. Oftmals gibt es hierbei diagnostische und medizinisch belegte Werte die in einer Schreiambulanz dem Kind zugeordnet werden können. Abgesehen davon stellt Sears 15 Kriterien auf, die offensichtlich erfüllt werden sollen, oder größtenteils erfüllt werden sollen um es ein high need nennen zu können. Deshalb bitte unbedingt nicht zwei völlig verschiedene Begriffe durcheinander werfen, bei dem von einem der Begriffe, wenigstens oftmals medizinische Diagnosen gestellt werden können.
      Liebe Grüße
      Yvi

  11. Hallo Yvi,
    Mein Großer war Schreibaby, aber kein high need. Mein Kleiner ist high need, aber war kein Schreibaby. Bei dem Großen wurde kiss diagnostiziert, aber nach der Behandlung hat er weiter geschrien. Also spricht man von Regulationsstörungen. Das ist auch nicht wirklich greifbar. Und es ist ziemlich schrecklich wenn ein Kind schreit und schreit und man weiß nicht warum. Deshalb habe ich meinen Zweiten im ersten Jahr auch als einfacher empfunden, wenigstens nicht nur Gebrüll. Man kommt nicht zum Essen, Duschen, zu gar nichts. Will damit sagen, ich bin belastbar. Eine Krankenschwester auf der Säuglingsstation meinte, dass sie sich nicht vorstellen könnte, dass ich ein Schreibaby hatte, da ich doch total entspannt sei. Das habe ich oft zu hören bekommen, zuletzt im Flieger, als der Kleine eine Schreiattacke bekommen hat. Genau deine Wertung, dass Mütter bei einem pieps überfordert sind macht es high need Müttern so schwer. Wie gesagt, ich habe ein Sternenkind, ein Frühchen, ein Schreibaby und ein high need Kind (nochmal, das weder krank ist noch sonst was, dessen völlig normale Bedürfnisse einfach stark ausgeprägt sind und das es sofort lautstark einfordert) und ich sage, das ist vergleichbar. So wie wir Frühchen als solche bezeichnen, was Unterschiede in der Entwicklung zu anderen Babys klarmacht, so brauche ich den Begriff high need für mich um Unterschiede zwischen dem Verhalten meines Kindes zu anderen zu akzeptieren. Aber vielleicht sind wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt?! Ich wünschte einfach, Mütter mit solch anspruchsvollen Kindern würden auch nicht in die Schublade überfordert und nicht belastbar geschoben, dann bräuchten wir vielleicht keinen Begriff für die Kinder. Ich verabschiede mich jetzt. Alles Gute!

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