Blogreihe: meine Mamas Storys, über das Leben im Patchwork

Heute stelle ich Euch bei den Mamas Storys, Agneta vor! Sie erzählt über ihre 6-köpfige Patchwork Familie, von Problemen, Umgang mit fremden Kind und Glück…



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Ich bin Agneta und Zufälle existieren in meinem Leben nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass alles, was uns widerfährt, seinen Sinn erfüllt. Und so war es auch, als plötzlich ein Arbeitskollege auf meiner Couch sitzt und ich ihn frage, ob er mir ein Kind zeugt.

Das wir zu einer sechsköpfigen Patchworkfamilie heranwachsen werden ahnte ich damals noch nicht.
Und das ausgerechnet sein Sohn in mir eine kleine Lebenskrise auslöst, auch nicht.

 

Das Interview mit Agneta

 Wielange lebt ihr denn schon in dieser Patchwork Konstellation?

Seid nun knapp zwei Jahren wohnen meine Tochter (8), Christian und ich, mit unseren gemeinsamen Baby´s (20 Monate und 4 Monate) zusammen in einer Wohnung. Christian´s Sohn (6) kommt jetzt alle zwei Wochenenden zu uns.

 

Jeder brachte jeweils ein Kind mit in die Partnerschaft, wie verstehen sich die Kids untereinander? 

Die großen Kids haben sich auf Anhieb gut verstanden. Ich denke, dass sie sehr froh waren, endlich keine Einzelkinder mehr zu sein. Das war auch unser Antrieb gleich zwei Kinder, statt nur einem zu zeugen 🙂

 

 Gibt es bei euch ein gemeinsames erziehen, oder gibt es indirekt doch einen ‚Frei Fahrtsschein?‘

Zum Glück haben wir den gleichen Erziehungsstil – das hilft in unserem Alltag enorm. Aber wie bei jeden Eltern, gibt es das ein oder andere was eher Mama oder Papa durchgehen lassen.

 

Habt ihr noch einen Kontakt zu den jeweiligen Ex Partnern? Wie ist das Verhältnis? Nehmen diese an Familienfeiern teil?

Auf jedenfall gibt es noch Kontakt zu den Expartnern. Die Frage ist allerdings, wie viel möchte man davon jedoch haben? Oder macht man es doch nur der Kinder wegen?
Ich kann für mich sagen, dass mein Expartner in Spanien lebt und wir nach unserer Trennung viel an uns gearbeitet haben, damit unsere Tochter bei uns beiden zu gleichen Teilen aufwachsen kann. Das war weniger eine Frage der Organisation, als des Loslassens.
Ich wusste nach der Trennung, dass ich mit meinem Expartner immer verbunden bleibe und wir immer ein gutes Verhältnis haben werden (zumindest habe ich dies visualisiert) und so kam es auch. Wir treffen uns also nicht nur auf Familienfesten, meine Ex-Schwiegermama sagt sogar, dass die neuen Baby´s ebenso ihre Enkel sind. Selbst meine Eltern machen Urlaub mit den Ex-Schwiegereltern, dabei sprechen sie noch nicht mal die gleiche Sprache.
Meine alte Familie bleibt auch meine Familie.

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Hattest du Hemmungen, oder hast du Probleme, den Sohn deines Partners mit zu erziehen, auch gegenüber seiner Ex Partnerin?

Nein, ich hatte/habe keine Hemmungen, aber die eigentliche Erziehung findet bei seiner Mutter zu Hause statt. Bei uns passt er sich lediglich an die hier herrschenden Regeln an.

 

Wie verhält es sich mit der Liebe zu dem jeweils anderen Kind? Lernt man sie? Wächst sie? Oder ist sie gleich von Beginn an mit dem Partner da?

Ich denke, dass ist sehr persönlich und variiert von Person zu Person und den äußeren Umständen.
Mit meiner Tochter wohnte ich bereits schon ein paar Jahre allein in einer Wohnung zusammen. Bei jedem Kumpel, den sie kennenlernte, fragte sie mich, ob ich ihn heiraten möchte und endlich noch mehr Kinder bekomme.
Christian´s Trennung war noch relativ frisch, sein Sohn erst ungefähr drei Jahre alt. Seine Welt stand noch komplett Kopf. Alles was er sich wünschte war Stabilität, die er bis dahin nie richtig erfahren hat.

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Beziehung zu einander. Es gab da noch ziemlich viel in der Kernfamilie zu regeln.
Hinzu kam noch, dass mir sein Sohn so ein krasser Spiegel meiner eigenen Kindheit war, dass ich in eine achtmonatige Lebenskrise gerutscht bin und erstmal alte Wunden meiner Kindheit aufarbeiten musste um mich ihm nähern zu können.
Und selbst jetzt, hängt immer ein Baby an mir dran, so dass ich in der Reihe, potenzieller Spielpartner, ganz hinten stehe…
Aber alles hat seine Zeit und unsere Zeit sich wirklich näher zu kommen kommt schon noch.
Christian und meine Tochter haben sich dafür richtig lieb und dafür bin ich sehr dankbar, immerhin sehen wir uns ja täglich.

Haben euch die Kids jeweils gut angenommen?

Ja.

Ihr habt inzwischen noch 2 eigene Kinder, gibt es da bei den grösseren eine andere, besondere Eifersucht, weil es eure gemeinsamen sind?

Auf gar keinen Fall, die lieben sich alle. Nur bei meiner Tochter höre ich langsam raus, dass sie sich ab und an ausgeschlossen fühlt, weil die Babys mich momentan so viel brauchen. Aber wir versuchen Zeitfenster füreinander zu schaffen. Stichwort Elternhappy Hour- die reduziert sich momentan auf 30 – 0 min…

 

Würdest du es genau so nochmal machen? Wenn nein, was würdest du gerne ändern, oder besser machen wollen?

 Ja! Ich wüsste auch gar nicht wie es anders sein sollte, weil eben alles seine Berechtigung hat.img_05

 

Hast du das Gefühl eine Mama für alle zu sein, oder differenzierst du unbewusst?

Ich bin „Mama“ für meine drei Kinder. Für Christian´s Sohn bin ich Agneta.
Mach ich eine Ansage, gilt diese für alle, ich differenziere da nicht.
Aber ich versuche mich zurückzunehmen, wenn Christian´s Sohn da ist, immerhin ist das ja auch seine Zeit mit ihm.

 

Vielen Dank, liebe Agneta, für den Einblick in deine Patchwork Family 😉 Ihr findet Agneta auf geistheit.de

 

Eure

mamasdaily

 

 

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