Blogreihe:meine Mamas Storys, über Komplikationen nach der Geburt

Heute stelle ich euch die liebe Stephanie vor, die es leider während der Geburt und vor allem danach, gar nicht so einfach hatte!


mamasdaily

Mein Name ist Stephanie, ich bin 25 Jahre alt und wohne in der Nähe von Augsburg. Von Beruf bin ich Kinderpflegerin. 2013 habe ich eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Erzieherin angefangen. Die Prüfungen des theoretischen Teils schloss ich diesen Sommer (07/16) erfolgreich ab.
Mittendrin im Jahr 2015 heiratete ich meinen Traummann und brachte unser Wunschkind „Julian“ auf die Welt.

 

Das Interview mit Stephanie

Du hast einen gesunden Sohn zur Welt gebracht, aber deine Geburt war nicht einfach!

Die Geburt an und für sich hat nicht lange gedauert. Nach 4 Stunden war das Wunder vollbracht, aber es kam mir viel länger vor…

Im Kreissaal waren nur mein Mann und meine Hebamme, welche uns die ganze Schwangerschaft bereits liebevoll begleitete.

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich keine PDA nehmen werde. Ich hatte nur den Zugang für Schmerzmittel. Kurz danach setzten auch schon die Presswehen ein und der Frauenarzt wurde dazu geholt.

Dann musste alles ganz schnell gehen, weil der behandelnde Arzt feststellte, dass die Nabelschnur dreimal um den Hals meines Sohnes gewickelt war.

Die Not-OP wurde vorbereitet und auch der Kinderkrankenwagen wurde vorsichtshalber verständigt, da unser Krankenhaus keine eigene Neugeborenen-Intensiv-Station hat.

Ich weiß so nicht mehr viel von der Geburt, aber ich habe die Stimmung im Raum wahrgenommen.

Mir wurde nur erzählt, dass dann die Saugglocke kurz zum Einsatz kam und es dann doch so geklappt hat. Julian atmete unregelmäßig, seine Extremitäten waren blau und im Kreissaal waren alle angespannt. Es dauerte zwar nicht lang, bis er die Reifezeichen aufwies. Dennoch werde ich diesen Augenblick nie vergessen, als Julian seinen ersten Laut von sich gegeben hat und somit von allen Beteiligen die Anspannung abfiel. Wenn ich daran denke, bekomme ich noch immer Gänsehaut…mamasdaily

 

Doch irgendwas stimmte mit dir nicht. Hattest du das sofort gemerkt? Hattest du Schmerzen?

Nicht sofort. Beim ersten Toilettengang sollte ich nach der Schwester klingeln und diese holte dann zuerst nochmal meine Hebamme, da sie meinte ich würde ungewöhnlich viel bluten, aber damit war dann alles in Ordnung. Was danach kam war viel schlimmer…

Erst bemerkte ich nichts.

Ich schätze mal, dass es am Adrenalin lag. Am nächsten Morgen konnte ich nur die unspezifische Aussage treffen, dass es mir irgendwo am Po weh tun würde.

In der Nacht darauf konnte ich mich kaum noch drehen und bekam immer mehr Schmerzen. An Schlafen war gar nicht zu denken. Am Morgen kam dann ein anderer Frauenarzt und ich schilderte auch ihm meine Symptome und hier kam dann die erschreckende Diagnose:

Ich hatte mir bei der Geburt das Steißbein gebrochen…

mamasdaily

 

Wie war das für dich nach der Geburt, konntest du aufstehen, bzw. Laufen?

Nicht wirklich! 

Alles tat weh: hinsetzen, sitzen, aufstehen, laufen, stehen…

Als Hilfe verschrieb mir der Arzt einen Sitzring, damit war es aushaltbar, aber nicht gut.

Ich nahm morgens und abends eine Schmerztablette, damit ich es überhaupt über den Tag schaffte.

Dies wollte ich aber so schnell wie möglich wieder aufhören, weil ich meinen Sohn ja stillte.

Also habe ich an Tagen, wo ich allein war Schmerzmittel genommen. Wenn aber mein Mann zuhause war oder ich bei meiner Schwiegermama war, die mir in dieser Zeit sehr geholfen hat, habe ich keine oder weniger Schmerzmittel genommen und nach knapp zwei Wochen setzte ich diese komplett ab, um meinen Sohn nicht zu gefährden.

Wie hat das Tragen deines Babys funktioniert? War das erlaubt?

Eigentlich fast gar nicht… Es war für mich vor allem anfangs sehr schlimm, da ich kaum aufstehen konnte. Wenn mein Mann nicht im Krankenhaus war, musste ich nach einer Schwester klingeln, damit jemand meinen Sohn wickelte oder ihn mir auch nur vom Beistellbettchen reichen konnte oder wieder hineinlegen.

Zuhause musste es halt oft klappen und damit habe ich den Heilungsprozess wohl auch etwas nach hinten verschoben, aber in erster Linie war ich Mutter und ich hatte es geschafft unser Wunschkind wohlbehütet und gesund auf die Welt zu bringen. Das gab mir die Kraft, die ich brauchte.mamasdaily

Konntest du einen Rückbildungskurs machen, oder wie konntest du dich körperlich wieder stärken?

Ich hatte angefangen, musste diesen aber abbrechen, weil ich es leider nicht aushielt… Es waren viele Übungen, die ich niemals hätte durchführen könnten. Die Schmerzen waren zu groß.

Daraufhin verschrieb mir ein Arzt Krankengymnastik, zu der ich auch brav ging.

Merkst du heute noch was davon? Gibt es Dinge, die du immer noch nicht machen darfst?

Jetzt nach mehr als einem Jahr spüre ich mein Steißbein manchmal noch, aber von Schmerzen möchte ich nicht mehr reden. Umsetzen ist wichtig und das mache ich auch noch.

 

Wie wäre das bei einer erneuten Geburt? Gibt es da schon vorab Probleme?

Ich habe mich noch nicht getraut beim Arzt nachzufragen und möchte mich damit auch erst auseinandersetzen, wenn es wieder soweit ist.

Hast du durch diese Erfahrung Angst vor einer erneuten Geburt?

Ehrlich gesagt, habe ich schon etwas Angst, dass dies nochmal passiert, aber dennoch sind wir fest entschlossen, dass Julian kein Einzelkind bleiben wird.mamasdaily

 

Wie ging es dir selbst psychisch damit? Hattest du das Gefühl, versagt zu haben?

Nein, ich hatte nie das Gefühl, dass ich versagt hätte. Ich hatte eher mit dem Gefühl zu kämpfen, meinem Kind nicht gerecht zu werden, da ich doch viel Hilfe von außen annehmen musste und meiner Mutterrolle (in meinen Augen) nicht gerecht wurde…

Aber jetzt im Nachhinein – 13 Monate später – ist alles in Ordnung. Julian ist ein kerngesunder, lieber und geduldiger Junge.

Er ist einfach mein Sonnenschein. Ich bin froh, dass ich ihn habe und würde die Prozedur wieder auf mich nehmen, damit ich das Wunder des Lebens nochmals erleben darf.

Und wie meine Schwiegermama immer zu sagen pflegt: „Wer weiß wofür es gut war!?“

Zum Abschluss würde ich gern nochmals meinem liebevollen und fürsorglichen Ehemann und meinen aufopferungsvollen Schwiegereltern danken, die immer für uns da waren und es ermöglicht haben, dass ich zu allem Übrigen auch noch meine Weiterbildung zur Erzieherin absolvieren konnte, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen

 

Vielen Dank für das schöne Interview mit dir, liebe Stephanie, ich wünsche Euch alles Liebe 🙂 und du hast das mit deinem Julian wirklich sehr toll gemeistert! 🙂

Ihr findet Stephanie auf ihrem schönen Goldkäferblog

 

 

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