Familienbett, gut oder schlecht?

Familienbett

Ist ein Familienbett gut, oder schlecht? Wie das die liebe Marion so sieht, verrät sie euch in ihrem Gastartikel…


Pünktlich zum Jahresbeginn gibt es ein großes Thema. Die guten Vorsätze. Man möchte abnehmen, mehr Sport machen, gesünder leben, nicht mehr rauchen oder einfach nur netter gegenüber der Schwiegermutter sein.

Und wie es mit den Vorsätzen dann so ist, anfangs klappt alles prima, doch durchzuhalten, das schafft man selten.

Soll Babybear in seinem Zimmer schlafen? 

Ich habe auch meine Vorsätze. Ich habe mir vorgenommen, dass unser Babybear nun langsam in seinem Zimmer schlafen darf. Und da sieht man auch schon den Fehler in diesem Satz. Ich habe mir vorgenommen, dass er in seinem Zimmer schläft.

Letztes Jahr zu dieser Zeit hatte ich eine schöne große Kugel und habe die letzten kleinen und großen Dinge in seinem Kinderzimmer fertig gestellt. Das Bild noch schnell aufhängen, die Bettwäsche nochmal waschen, die Spieluhr hin hängen – denn schon bald sollte er ja auf die Welt kommen und ebenso bald sollte er auch in seinem Zimmer schlafen.

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Das hat prima funktioniert. Also, dass das Zimmer fertig wurde.

Dass er in seinem Bett schläft nicht wirklich. Den ein oder anderen Mittagsschlaf hat er bisher in seinem Bett verbracht und das war es auch schon. Denkt nun bitte nichts falsches, er hat wirklich ein wundervolles Zimmer und ein super schönes Bett.

Doch geschlafen wird eben nur bei Mama. Und so gibt es bei uns nun ein Familienbett. Etwas, von dem ich mir unschwanger und schwanger sicher war, dass es das niemals geben wird. Aber es kommt eben doch immer anders. Und das ist tatsächlich auch gut so. Zumindest in diesem Fall. Sehr, sehr gut.

Geschlafen wird nur bei Mama! 

Natürlich gab es Momente und Nächte, in denen ich mal kurz dachte „Mensch, mich einfach genau so hinzulegen, wie ich möchte, das wäre schon mal wieder schick…“ Aber dann werde ich nachts wach und alles ist still.

Und ich spüre meinen Herzensmensch hinter mir liegen und ruhig atmen. Und vor mir, in meinem Arm, liegt dieses kleine Geschöpf. So friedlich, so zufrieden, so glücklich. Es ist warm und kuschelig und in diesen Momenten habe ich dann Angst vor der letzten Nacht im Familienbett. Das letzte Mal, dass Julian bei uns schläft und meine Nähe braucht.

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In meinem Umfeld höre ich oft, dass es jetzt aber mal Zeit wäre. Zeit dafür, dass das Kind nun mal in seinem Zimmer schläft. Zeit dafür, dass das Kind durchschläft. Zeit dafür, dass er nicht mehr so anhänglich ist.
Und so gerne antworte ich dann, dass Julian spätestens dann in seinem Zimmer schläft, wenn er seine erste feste Freundin hat.

Das Familienbett ist unsere Entscheidung! 

Im Ernst, unser Babybear ist noch kein Jahr und wieso soll man nun irgendwas erzwingen!?

Wir haben es schon probiert, so ist es nicht. Doch im Endeffekt haben wir eine Stunde mit Stress und Tränen verbracht, nur um dann wieder dasselbe Ergebnis zu haben – Julian schläft bei uns. Dann glücklich und zufrieden und das innerhalb weniger Minuten. Und für mich kommt es nun mal nicht in Frage, das Kind in der Form zu gewöhnen, dass ich ihn eben „ein bisschen“ schreien lasse.
Zur Zeit sind wir in so einer Phase, in denen viele Dinge aus der Sicht unseres Kleinen nicht funktionieren. Dinge, die er noch nicht alleine schafft. Und auch Dinge, die er eben einfach nicht darf. Und da wird im schlimmsten Fall auch gewütet und geweint und auch mal geschrieen. Daran kann ich nichts ändern. Das kann ich ihm nicht abnehmen. Das sind Dinge, die er eben lernen muss. Auf die leichte oder eben harte Weise. Doch das Schlafen und vor allem das alleine Schlafen, dass muss er jetzt noch nicht lernen.

„Für uns ist das Familienbett ein Geschenk“ 

Und auch ich fühle mich noch nicht bereit. Julian wird nun ein Jahr. Wo, um Gottes Willen, ist denn nur die Zeit geblieben? In wenigen Tagen ist er kein Baby mehr. Ich muss Abschied nehmen von dieser Zeit. Es wird sich verändern. Er wird sich verändern. Genauso wie jedes Kind das tut.

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Doch das gemeinsame Schlafen, das Kuscheln, das Familienbett – das darf noch bleiben. Man darf sich nicht zu etwas gedrängt fühlen. Man muss auf seinen Instinkt hören, auf sein Bauchgefühl. Und deswegen gibt es kein gut oder schlecht. Denn das ist ja für jedes Baby anders. Und auch für jede Mami und jeden Papa. Für uns ist das Familienbett ein Geschenk, von dem ich glücklich bin, dass wir es versucht haben. Denn sonst hätten wir wirklich was verpasst.

Ein sehr schöner Gastbeitrag von Marion, vielen Dank! Ihr findet Marion auf ihrem Blog babybearjulian. 

 

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