Frühchen Eltern berichten / die Drillinge Klara, Emil, Elia

Fruehchen Eltern

Frühchen Mamis erzählen…genau so, wie es wirklich ist! Heute haben wir Drillinge, die gerne vorgestellt werden möchten!



Ende August 2015 haben ich und mein Mann erfahren, dass ich schwanger bin, wir haben uns zuerst riesig über den positiven Schwangerschaftstest gefreut, denn wir haben uns immer ein Baby gewünscht .

Hilfe, es sind Drillinge! 

Ein paar Wochen später hatte ich den zweiten Termin.
An diesem Tag habe ich erfahren, dass ich Drillinge erwarte .
Der Schock saß erstmal tief, denn es wurde mir gesagt, ich könnte eins abtreiben lassen, es wäre eine Hochrisiko-Schwangerschaft und man könnte mir auch nicht sagen, ob alle Babys überleben.

Doch ich entschied mich gegen eine Abtreibung, denn ich wollte dass alle drei eine Chance bekommen.

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Meine Problematik

Dann in der 20 Ssw, bekam ich eine Blasenentzündung, man stellte fest, dass mein Gebärmutterhals nur noch 0,2 cm lang war.
Vermutlich aufgrund einer unbemerkten Infektion.
Ich musste sofort in der Klinik bleiben, bekam Wehenhemmer und durfte erstmal nicht mehr aufstehen .
Der Kinderarzt, der Neonatologie, klärte uns darüber auf, dass sie nichts machen könnten, falls die Kinder jetzt kommen würden. Die Chance, das alle drei es nicht schaffen, oder schwerst behindert sein würden, wäre sehr groß.

Nach drei Wochen liegen, Tokolyse und warten und bangen, platzte mir dann die Fruchtblase unseres Erstgeborenen, er war nämlich schon sehr weit ins Becken gerutscht.

Ich wollte sie noch nicht hergeben! 

An meinem Geburtstag (20.12) bekam ich dann so starke Wehen und Fieber, dass ich in den Kreißsaal musste.
Ich wollte sie noch nicht hergeben.
Ich schaffte es noch bis zum 21. Morgens und dann wurde ein Notkaiserschnitt unter Vollnarkose gemacht, da meine Entzündungswerte zu hoch geworden waren.
Es ging alles so schnell, man hatte keine Zeit mehr, Angst zu haben.
Als ich aufwachte war mein Bauch weg und meine Kinder auch, es war das schlimmste Gefühl in meinem Leben und ich fühlte mich das erstemal richtig machtlos und ausgeliefert .
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Nach 2 Stunden warten bekamen wir die erste Nachricht, es ginge allen dreien gut. Wir waren erstmal erleichtert und ich wollte einfach nur zu Ihnen und sie sehen.
Nach langen 4 Stunden durften wir dann zu Ihnen, ich wurde im Bett auf die Neo gefahren. Alle drei lagen in Inkubatoren, intubiert, so viele Schläuche. Und sie waren so winzig.

Ich war schockiert! 

Ich hatte sowas noch nie in meinem Leben gesehen, es war erschreckend und so richtige Freude kam nicht auf, ich hatte einfach nur Angst und war schockiert und weinte die ganze Zeit.
Dann erfuhren wir die Gewichte : Emil 550 Gramm , Elia 580 Gramm und Klara 650 Gramm.

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Emil hatte eine Hirnblutung grad 3-4 und Elia 1-2.
Man konnte uns nicht sagen, was das für Folgen hat.
Nach Tagen fand ich mich aber damit ab und wir sagten uns, wir schaffen das schon, egal wie wir hier raus gehen! 
Ich ging von nun an immer positiv an die Sache ran, war glücklich über jeden Tag, den sie schafften und über jeden noch so kleinen Fortschritt .
Ich lies fast keine schlechten Gedanken mehr zu und sagte mir immer, sie kämpfen, dann kämpf du auch!

Immer positiv denken, sie kämpfen, dann kämpfe ich auch! 

Es gab viele Rückschläge, sie lagerten viel Wasser ein, hatten immer wieder Sättigungsabfälle, 3 schwere Infektionen waren auch dabei, da war nicht klar, ob sie es schaffen werden, aber sie haben gekämpft und gewonnen.

Nach 4 Monaten wurden wir von der Intensiv, in die Kinderklinik verlegt, alle drei hatten keine Beatmung mehr, nur noch eine Magensonde und wogen um die 2000 Gramm. 
Dann kam endlich der Tag, an dem Klara mit nach Hause durfte, es war der 21 April. Wir waren so glücklich und stolz.

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Aber natürlich auch traurig, dass die Jungs noch da bleiben mussten. Endlich hatten wir ein Baby zuhause, so lange haben wir darauf gewartet.
Sie wog 3050 Gramm und war für uns schon riesig. Die Zeit war anstrengend, denn wir hatten Klara zuhause und die Jungs in der Klinik, also mussten wir sie immer mitnehmen .
Am 5. Mai durften wir unsere Jungs auch mit nach Hause nehmen, die wogen zu dem Zeitpunkt 2530 und 2580 Gramm.

Man wird jedoch von einem sicheren Umfeld, einfach nach Hause geschickt und alles ist anders, keine Schwestern, keine Ärzte.
In der ersten Zeit habe ich mich sehr unsicher gefühlt, aber je besser man seine Kinder richtig kennen lernt, desto weniger wurde die Angst.
Sie haben vor kurzem ihren 1. Geburtstag gefeiert, was für uns natürlich sehr emotional war.
Klara wiegt 6350, Emil 6380 und Elia 6550 Gramm.
Sie entwickeln sich laut Frühförderung, Kinderärzten und Physio wirklich gut.

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Emil hat durch seine Hirnblutung nur eine leichte linksseitige Spastik zurück behalten, mit der er aber ganz gut leben kann. Von
Elia’s Hirnblutung ist nichts mehr zu sehen und er hat auch keine Folgeschäden davon getragen .
Klara entwickelt sich von allen am schnellsten, ihr geht es wirklich gut!
Elia und Emil sind stark kurzsichtig und haben beide eine Brille, die sie aber super akzeptieren. Die Trinkschwäche ist auch nicht mehr vorhanden, sie essen nun sogar schon Brei, alle Medikamente und Monitore sind wir auch los.
Wir hoffe, sie entwickeln sich weiter so toll, wie jetzt.
Frühchen sind wirklich kleine Kämpfer, wenn die Aussichten noch so schlecht und das Geburtsgewicht noch so niedrig sind, nicht aufgeben, die Kleinen sind wahre Wunder und gehen ihren Weg.
Man muss nur an sie glauben!

 

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