Frühchen Eltern berichten / Lennox konnte nicht operiert werden!

Fruehchen Eltern

Wieso Lennox nach seiner Geburt zunächst nicht operiert werden konnte, das erzählt seine Mami bei den heutigen Frühchen Eltern…


Lennox kam völlig unerwartet in unser Leben..

Am 26.12.2015 gingen wir, wie jedes Jahr, mit einem Freund essen und mir ging es richtig gut. In der Nacht bekam ich Rückenschmerzen. Dachte mir aber nichts dabei, da ich vielleicht einfach nur falsch gelegen hatte. Morgens wurde es schlimmer und ich machte mir eine Wärmflasche.

Meine Hebamme hatte gesagt das könnte jetzt öfter vorkommen und Anzeichen von Senkwehen sein. Um 13 Uhr war es so schlimm, dass ich heulend versuchte meine Hebamme zu erreichen. Die meinte wieder nur es seien Senkwehen, sie würde nicht vorbei kommen. Wenn ich mir so Panik machen würde, solle ich doch ins Krankenhaus gehen, die werden mir schon sagen ob alles ok wäre. Gesagt getan.. um 15Uhr lag ich am CTG.

Der erste Schock!

Das erste mal das mein Freund und meine Mutter unseren Schatz hörten. Es hieß nach 45 min CTG ich müsse auf alle Fälle bleiben, es sei zu viel Wehentätigkeit. Ich wurde danach in einem anderen Zimmer vom Arzt untersucht. Da kam der erste Schock, der Muttermund war 3cm offen.

Der Arzt versuchte mich zu beruhigen und sagte noch, man könne Wochen so leben. Doch die Wehen setzten immer stärker ein, so dass ich nur noch mit einem Rollstuhl wieder in Kreissaal gebracht wurde. Kam sofort an den Wehenhemmertropf, der nach 10 min wieder ab kam, da es hieß der Kleine kommt jetzt spontan zur Welt.

Ich weiß noch, wie sie zu mir sagten, machen sie sich keine Sorgen vor dem Kreissaal stehen zwei Kinderärzte, die nehmen ihren Kleinen in Empfang. Die Hebamme fragte wie der Kleine heißen soll.

Ich sagte Lennox und schon ging die Geburt los. 30min später war er da, bei 30+1 mit 1700g und 42cm.

Fruehchen Eltern

…und plötzlich war ich ohne Baby…

Er schrie sofort und atmete somit alleine. Ich durfte ihn sogar kurz in den Armen halten. Er kam dann sofort auf die Neo. Mein Freund begleitete ihn und ich lag da im Kreissaal, plötzlich ohne Baby. Am Abend durfte ich noch zu ihm.

Es war zwar ein riesen Schock, diesen kleinen Wurm in diesem Kasten mit den ganzen Schläuchen zu sehen, aber dennoch war ich sehr stolz.

Am nächsten Morgen durften wir schon das erste Mal kuscheln. Keiner von uns traute sich so richtig ihn anzufassen, aus Angst wir würden ihm wehtun.

Laut Schwestern war er ein typischer Junge und brauchte für alles länger, wie die Mädchen. Er wollte einfach nicht lernen auf dem Rücken zu schlafen und hielt dann einfach immer die Luft an. Bei der Physiotherapie blieb er einfach regungslos liegen. Hatte er Hunger in der Nacht, weinte er nicht, sondern lag einfach wach in seinem Bett. Die Wochen vergingen und wir durften immer mehr machen. 2 mal musste er wegen Gelbsucht unter die Blauchlichtlampe.

Das schlimmste in der Zeit war für mich, dass ich auf einer Station lag mit lauter Schwangeren oder frisch gebackenen Eltern und ich durfte meinen Kleinen nicht bei mir haben.

Es stellte sich irgendwann heraus, dass es wohl die erste Woche nicht ganz so gut um ihn stand. Was mir nie einer gesagt hatte. Wir waren nun schon 6 Wochen im Krankenhaus und es zerrte einfach nur noch an den Nerven. Man wollte nach Hause, endlich mit unserem Kind eine Familie sein. Die stolzen Tanten wollten ihn endlich sehen, genauso wie die Urgroßeltern.

Nach genau 6 Wochen durfte ich in das Elternzimmer auf der Neo ziehen und ich wusst, wir dürfen bald nach Hause. Ab jetzt hieß es ich durfte mich ganz alleine um ihn den ganzen Tag kümmern. 5 Tage später fuhren wir gemeinsam nach Hause.

Die erste Nacht alleine war schrecklich

Die erste Nacht war schrecklich und toll zugleich. Ich versuchte immer zu schlafen, aber es ging nicht. Kein Monitor mehr da, der einem sagte, wann das Kind einen Atemaussetzer hatte.

Wir lernten also damit umzugehen, bis er Mitte März plötzlich immer quengliger wurde.

Beim Wickeln entdeckte ich eine Beule im Leistenbereich und fuhr mit ihm zum Kinderarzt. Wie sich heraus stellte hatte er einen einseitigen Leistenbruch und der Darm drückte schon heraus. Woher der plötzlich kam, wusste keiner.

Also fuhren wir ins Krankenhaus mit der Aussage, Lennox müsse sofort operiert werden, es könne sonst etwas vom Darm absterben. Ich war völlig am Ende mit den Nerven.

Fruehchen Eltern berichten

Im Krankenhaus dann die nächste Nachricht, sie würden ihn nicht operieren, da er zu wenig wiegt. Somit mussten wir ins nächste Krankenhaus, was eine Stunde entfernt war. Dort sagte man uns, man könnte den Darm zurück drücken also sei es nicht akut..wir sollen in 3 Wochen wieder kommen.

Die Wochen überbrückten wir mit vielen Schmerz- und Abführmitteln, da es immer schlimmer wurde. Der 10. April war gekommen und wir fuhren wieder ins Krankenhaus.

Am 11.4. wurde er morgens operiert, es hieß es dauert 30 min. Es wurden aber 2 Stunden, da es doch mehr war, als sie dachten. Ich habe die Zeit einfach nur geweint, weil man immer mit dem Schlimmsten rechnet.

Am 12. durften wir wieder nach Hause. Inzwischen ist er 14 Monate und ist wirklich fit. Das einzige was uns immer noch Sorgen macht, ist seine Lunge. Wenn er sich anstrengt, hört man es besonders schlimm. Er röchelt dann und hört sich sehr heiser an.

Fruehchen Eltern

Laut Kinderarzt ist das eine sogenannte weiche Lunge. Die hat er, weil er so spontan kam und ich keine Lungenreifespritze mehr bekommen konnte. Wir müssen abwarten und hoffen das es besser wird.

Seine Atemaussetzer sind für uns zur Normalität geworden.

Mein Fazit aus dieser ganzen Zeit ist, dass auch wenn ich nicht weiß, wieso er zu früh kam, es das Beste war, was uns passieren konnte. Wir sind als Familie viel enger zusammen gewachsen und genießen jeden Tag umso mehr mit ihm. Man ist einfach viel dankbarer und freut sich viel mehr über neue Sachen die, die kleinen Kämpfer können.


Bist auch du Frühchen Mami oder Papi und willst eure Geschichte erzählen? Dann mail mir: mamasdaily@gmx.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.