Frühchen Eltern berichten / mein Baby lag im Koma!

Fruehchen Eltern

Bei den heutigen Frühchen Eltern berichtet eine tapfere Mami, wie ihr Baby im Koma lag und ums Überleben kämpfte, während sie selbst reanimiert wurde…


Hallo gerne möchte ich mich 28 und meinen kleinen Kämpfer Jayson vorstellen. Die Schwangerschaft mit Jayson war ein Traum und völlig problemlos bis zu 24 SSW…

Plötzlich bekam ich Schmerzen im Oberbauch. Ich machte mich natürlich sofort zum Frauenarzt, der meinte, es wäre wohl die Lunge ich sollte die Klima auslassen, er dachte weil ich Husten hatte, dass ich mich etwas verkühlt habe.

Ich hatte panische Angst

Die Schmerzen waren nach 2 Tagen auch wieder weg. Knapp 1 1/2 Wochen war dann auch Ruhe, doch plötzlich höllische Schmerzen, Atemnot, schwarz vor Augen, meine Beine wollten mich einfach nicht mehr tragen!
Also ab ins Krankenhaus, ich hatte so panische Angst um mein Baby, denn ich war doch erst 26+2.

Im Krankenhaus angekommen, ging es sofort in den Kreißsaal, mein Blutdruck war eine Katastrophe die Atemnot wurde immer schlimmer, so das ich eine Atemhilfe brauchte und die Schmerzen…ich konnte einfach nicht mehr!

Um 1.30 Uhr ca kam die Ärztin rein und meinte „um Gottes Willen…Ihre Blutwerte sind eine Katastrophe, welch ein Wunder, dass sie überhaupt noch leben!“

Leber wie Niere haben versagt und die Lunge war 70% gelähmt. Diagnose: Hellp Syndrom mit Organversagen ich war kurz vorm Schock! Heute liegt mir der Spruch noch in den Ohren: “ Es tut mir leid, aber wir müssen das Kind holen!“

Stellt meine Geräte ab und rettet mein Kind!

Ich schrie „nein, bitte nicht, er ist noch viel zu klein lasst ihn drin.“ Ich habe gebettelt, sie sollen mich doch ins Koma legen, künstlich am Leben halten, bis es nicht mehr geht, dann können sie ihn holen und meine Geräte danach abschalten. „es tut mir leid wir sind verpflichtet, es zu versuchen beide zu retten!“ Es war wie ein Schlag, ab da an hab ich abgeschalten und alles nur noch über mich ergehen lassen.

Um 2:06 Uhr kam Jayson mit 23 cm und 705 g in dieser Zeit kämpfte ich um mein Leben im Op und wurde reanimiert.

Jayson kam sofort auf die Neo er war stabil. Das, das Schlimmste noch auf uns zu kommt, damit haben wir nicht gerechnet. Elf Tage nach der Geburt war Jayson sehr komisch drauf, ich merkte, dass was nicht stimmte, sprach die Schwester an aber sie meinte nur: „nicht jeder Tag ist gleich, machen sie sich keine Sorgen er ist stabil.“

Fruehchen Eltern

Ich war täglich von 8 Uhr bis mindestens 23 Uhr im Krankenhaus, wie eine Maschine hab ich funktioniert. So ging ich an diesem Abend auch wieder nach Hause mit einem ganz komischen Gefühl. Kaum zu Hause angekommen, rief mich der Oberarzt an, ich solle sofort kommen…

Mein Baby lag im Koma und ich wurde reanimiert

Jayson wurde 2 1/2 Stunden reanimiert er wird diese Nacht nicht überleben, wir müssen uns verabschieden!

Für mich brach die Welt zusammen, als ich mein Baby dort liegen sah, war überall Blut, noch mehr Schläuche 2000g schwerer wie zuvor, wegen den Medikamenten und er lag im Koma.

Ich brach zusammen und ich schrie auf

nein bitte nicht oh Herr wenn es dich gibt dann nimm doch mich, aber bitte lass mein Baby leben!!!“

Der Oberarzt kam um mit uns zu sprechen, er meinte die Lunge wäre zusammen gefallen, sie mussten sie mit Gewalt öffnen dabei ist sie gerissen dafür die Drainagen, Gehirnblutungen III Grades, atmen konnte er  selbständig gar nicht, es stand sehr schlecht um ihn. Die nächsten 24 Stunden waren entscheidend, falls er überlebt hieß es, wäre er mit 100% Behinderung.

Fruehchen Eltern

Und so saßen wir da, jeder piep der Geräte lies unser Herz still stehen. Aber unser kleiner Kämpfer gab nicht auf, er überlebte, nach 11 Tagen wurde er aus dem Koma geholt.

Wir wussten nicht, was uns in ferner Zukunft erwarten würde, aber eins war sicher wir liebten ihn bedingungslos, so wie er war und waren auf alles vorbereitet!

Nach 41 Tagen durften wir das erste Mal kuscheln, nachdem er nach und nach immer besser alleine mit der Atmung zurecht kann, es war ein Augenblick voller Tränen und ein Augenblick, wie ich nie wieder in meinem Leben erlebt habe. Endlich durfte ich mein Baby spüren und mein Baby mich.

Kleine Schockmomente blieben jedoch nicht aus, es wurde eine Netzhautablösung diagnostiziert, die sich aber kurz vor der Op zurück gebildet hat auch eine Taubheit, die sich zuletzt nicht bestätigt hatte. Ein Leistenbruch und Wasserbruch wurde operiert.

Es ging immer mehr und mehr bergauf. Nach 92 Tagen haben wir die Klinik mit Monitor und Sauerstoff verlassen. Heute ist Jayson 8 Jahre alt und hat sich super entwickelt, von der Gehirnblutung blieb Gott sei Dank nichts zurück.

Fruehchen Eltern

Er ist ein kleiner Junge, der sein Leben in vollen Zügen genießt.

Wenn ich zurück denke, oder gefragt werde, wie diese Zeit für mich war, ist es einfach in Worte zu fassen, die Hölle, eine Berg-und Talfahrt eine Zeit voller Schmerz und Hilflosigkeit.

Dennoch habe ich von meinen Sohn gelernt, zu kämpfen und das Leben zu genießen in vollen Zügen, dankbar zu sein für unsere Gesundheit. Und meine Lieblingsantwort ist wir sind Spezialmamas, denn wir haben was gesehen, was nicht jede Mama sehen darf-die Entwicklung unserer Kinder außerhalb unseres Bauches, wir haben gesehen, wie aus einer Hand voll Leben ein gereiftes Baby wird!


Bist du eine Frühchen Mami, oder Papa und möchtest eure Geschichte erzählen? Dann melde dich doch mamasdaily@gmx.de 🙂 

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