Frühchen Eltern berichten / Doppelte Frühchen Mama

Fruehchen Eltern

Eine gleich doppelte Frühchen Mama berichtet heute von ihren zwei Frühgeborenen und wie beide es gemeistert haben…


Ich bin das erste Mal mit 24 Jahren schwanger geworden. Ein Wunschkind!!

Die Schwangerschaft war schon beschwerlich, ab dem fünften Monat hatte ich täglich Wehen. Irgendwann um die 30 ssw bekam ich dann die Lungereife- Spritzen.
Und in der 34 ssw plötzlich der Blasensprung! Ich bin mit meinem damaligen Partner sofort ins Krankenhaus und mein Sohn kam 1 1/2 Std später auf normalen Weg zur Welt.

Er atmete aber nicht und wurde von unserem „Provinz- Krankenhaus“ mit Rettungswagen in eine Klinik mit einer Level 1 Station gebracht.
Erst am nächsten Tag konnte ich hinterher. Und dort hörte ich erstmals wie schlimm es um ihn stand! Dem Tod von der Schippe gesprungen, lag er klein und zerbrechlich mit einem Schlauch im Mund im Inkubator.

Fruehchen

Ein schrecklicher Anblick, der sich nur schwer ertragen ließ. Und trotzdem war er dort mit seinen 50cm und 2650g das größte Frühchen.

Nach schwerer Lungenentzündung und einer Woche Beatmung ging es dann steil Bergauf! Er trank an der Brust gut und nahm auch sehr gut zu! Nach 4 Wochen ging es endlich nach Hause.

11 Jahre später und mit neuem Partner wurde ich wieder schwanger. Wieder ein Wunschkind!!

Und auch wenn ich gedacht habe, schlimmer als bei meinem Sohn geht es nicht, hatte ich von Anfang an das ungute Gefühl, dass es wieder ein Frühchen wird.

Ich war panisch!

Ab der 20 ssw wieder Wehen. In der 25 ssw war der Gebärmutterhals verkürzt auf 2,9. Also hieß es von meiner Gyn, möglichst viel liegen.
Einen Tag nach dem Termin hatte ich einen Blasensprung! Ich war panisch! Also ab ins Krankenhaus und von dort in das nächste Krankenhaus mit Level 1 Station.
Gebärmutterhals verkürzt auf 1,9cm! Ab da hieß es strikte Bettruhe im Krankenhaus und Vorgespräche mit den Kinderärzten.

Fruehchen
Ich hatte unsagbare Angst, doch die Ärzte waren so unglaublich sicher, dass meine Tochter es schafft, dass auch ich anfing daran zu glauben! Jeder Tag zählte! Leider waren es nur 6 Tage, dann ging der Muttermund auf! Die Chefärztin ließ mich sofort für die Not-sectio vorbereiten!

Eine Stunde später war es soweit und meine Tochter erblickte viel zu früh 26+3 das Licht der Welt! Sie schrie sogar kurz!! Danach wurde sie sofort intubiert! Aber nur für eine Nacht und dann bekam sie die CPAP-Maske!

Am nächsten Tag konnte ich zu ihr. Sie war so winzig! Die Haut so durchsichtig und irgendwie wie ein zu großer Mantel um ihren Körper! Die Ärzte und Schwestern machten mir Mut und sagten, sie macht das toll.

Und wirklich, sie war sehr agil! Alle Untersuchungen immer unauffällig! Hat meine Milch gut vertragen und konnte von der Menge stetig gesteigert werden!
Nur die Sättigungsabfälle schienen kein Ende zu haben! Aber sie hat gekämpft! Sie wollte leben und mir zeigen, dass es völlig egal ist, wie groß man ist! Stark sein kann man auch als Winzling!
Und siehe da, nach knapp 2 Monaten hat sie es ins Wärmebett geschafft und nach knapp 3 Monaten endlich nach Hause!
Nur zur 2ten Impfung musste sie noch mal Stationär, wegen den Sättigungsabfällen.

Fruehchen

Was soll ich sagen, ich habe 2 Frühchen und beiden geht es mehr als gut! Ich hatte Glück im Unglück! Und ich bin so stolz auf beide und unendlich dankbar für die tollen Ärzte und Schwestern, die meine Tochter auch einfach nur mal auf dem Arm hatten, um mit ihr zu kuscheln!


Ihr möchtet eure Frühchen Geschichte erzählen? Dann schreibt mir doch unter mamasdaily@gmx.de !

1 Kommentare

  1. hallo.
    ich konnte mich grad so in dich hinein versetzen. meine erste tochter kam auch in der 26+3ssw und meine zweite in der 35+2 ssw, auch zwei frühchen. es tut gut zu hören das man nie allein mit solchen geschichten ist sich aber in den momenten immer allein vorkommt.

    danke für deine erzählung!!

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