Hilfe, mein Kind wird zum Teufelchen! / Hallo Trotzphase

Zwei Jahre haben wir versucht eine Erziehung, Struktur und Konsequenz in unseren Alltag zu bringen und dann kommt die Trotzphase….


Ich glaube ich bin im falschen Film…zumindest würde ich mir das an manchen Tagen wünschen!

Zwei Jahre lang haben wir nun versucht eine Erziehung, Struktur, und Konsequenz in unseren Alltag zu bringen und dann das…die Trotzphase!

Mit dem zunächst „süßen“ kleinen Dickkopf, kam die erste kleine „süße“ Wut und aus der Wut wurde Austesten und aus dem Testen, ja…da sind wir… inmitten von beißen, schlagen, zornen, Sachen durch die Gegend werfen und Co- Hallo Trotzphase, oder welcome at the hell! 

Mein Kind, das Teufelchen, oder völlig normal?!

Ich weiß momentan noch nicht ganz genau, für wen diese Phase schwieriger ist, für uns Eltern, oder für das Kind. Auf jeden Fall ist das eine ganz schöne Geduldsprobe, der man ausgesetzt ist und auch einfach Momente, die man erlebt, an denen man wieder ganz gehörig an sich selbst zweifelt.

„Bin ich eine gute Mutter?“

„Mache ich alles richtig?“

„Wieso macht das mein Kind?“

„Was habe ich falsch gemacht?“

 

Eines weiß ich allerdings ganz genau, dagegen gibt es kein Patentrezept!

Trotzphase

Man muss nur hoffen, dass es nicht allzu schlimm kommt und man alles ab bekommt. Es soll ja Kinder geben, die schlagen „nur“ oder Kinder, die werfen sich „bloß“ auf den Boden. Wir haben ja das Glück, das unser, alles macht! 

Und zwischen Tränen, innerer Wut und Verzweiflung, versuche ich das größtenteils für mich insgeheim mit Humor zu nehmen. Denn ich habe das Gefühl, so fällt es mir leichter.

Was man auf keinen Fall machen darf, ist ernsthaft an sich und der eigenen Erziehungsarbeit zu zweifeln. Das ist völliger Schwachsinn, denn auch ein perfekt erzogenes Kind kommt irgendwann in die Phase und in dieser Autonomiephase machen alle Kinder dasselbe durch. Wie gesagt, bei einigen merkt man die trotzige Art kaum oder auch nur sehr kurz und dann gibt es unser, der alles mitnimmt. Und ja, ich war damals auch eine der kinderlosen, die dachte „um Gottes Willen, die hat ja ihr Kind überhaupt nicht im Griff“ heute könnte ich mich für den Gedankengang ohrfeigen, denn nun weiß ich es definitiv besser.

Und dieser Trotz ist okay, denn wenn ich auch etwas aus dieser Phase mit nehme, dann das es wichtig ist, dass die Teufelchen so sind, wie sie sind. Denn es ist ein immenser Entwicklungsschritt den die Kleinen da gehen und da kann man ja bei allem anderen Übel auch mal stolz sein!

Autonomiephase

Aber nun mal ins Detail zu unserem kleinen Teufelchen. Wie bereits gesagt, er hat alles mitgenommen, was ging. Er schlägt, zornt, beißt und wirft Dinge um sich. Und das soll sich jetzt nicht anhören, als wäre er ein unberechenbarer Hulk, oder als müssten wir inzwischen vor unserer Haustüre ein Schild mit Aufschrift „vorsicht- bissig“ anbringen. Nein, so weit ist es noch nicht.

Dieser Trotz kommt von einer Minute auf die andere, dauert Sekunden, kann aber auch Minuten gehen. Völlig unberechenbar. Völlig unkontrollierbar und genau das macht es ja für uns Eltern auch so schwer, weil man verzweifelt da steht und einfach nicht weiter weiß. Man ist so hilflos, wie die ersten Tage mit Säugling. 

Wie soll ich mich denn verhalten? 

Eine ehrlich gesagt schwierige Frage, denn nach unzähligen Artikeln, Ratgebern,….klingt mir eines in unserer Situation sehr plausibel. Die Tatsache, dass er mit zwei Jahren noch nichts redet und sich einfach gerne ausdrücken will, jedoch nicht kann, trägt also maßgeblich dazu bei, dass wir in dieser Phase nun einfach alles mitnehmen.

Denn irgendwie muss man ja Mami „sagen“, dass man das nicht will, oder eben nicht mag. Aber wie, wenn man einfach nicht sprechen kann? Richtig, dann wird das Spielzeug eben weg geworfen, oder wir beißen und schlagen zu. 

Erkennen, wieso das Kind gerade in dieser Situation trotzt, hilft maßgeblich, zu verstehen und zu handeln. 

Es ist also nicht geholfen, einfach mal machen zu lassen und vor allem nicht geholfen, aggressiv dagegen zu arbeiten. Das ist mit Sicherheit alles andere als einfach, denn auch ich könnte manchmal einfach platzen, aber das bringt niemandem etwas. Und auch Dinge zu erklären, um zu verstehen kannst du bei deinem Kind, dass dich gerade beisst, oder ohrfeigt getrost vergessen. 

Also, wie handeln?

Was ich ebenfalls wirklich plausibel fand, war „Wut zu lassen und kennenlernen, aber nicht bei Mami“ der Vorschlag war allerdings so etwas, wie ein Wutkissen für das Kind zu bestimmen, um dort einen Bereich zu haben, in dem sich das Kind dann im Trotz auslassen kann. Tolle Idee, allerdings habe ich ein Kissen nicht immer und überall dabei und praktisch umsetzbar ist die Idee des Kinderpsychologen dann auch nicht.

Im Grundsatz also ja, allerdings versuche ich nun anstelle eines Wutkissen, die Wut just in dem Moment anders abladen zu lassen. Ich mache ihm also klar, mit Gestik und Mimik, dass das bei Mama nicht geht, und je nach Situation suchen wir also etwas Neues, um abzuladen, was tolerierbar ist, oder wir lenken den Fokus auf etwas komplett anderes, so dass es vielleicht einfach gar keinen Grund gibt, gerade so wütend und trotzig zu sein.

-wir schaffen das schon 😉 

   Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

 

 

 

 

 

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