Kindergartenfrei, oder nicht?

Kindergarten

Nun ist es bald soweit! Der Kindergarten naht, oder zumindest die Anmeldung dafür! Oder lieber doch Kindergartenfrei? 


Bald ist es soweit der Räuber wird für den Kindergarten angemeldet. Dieser beginnt offiziell mit drei Jahren, aber eine Eingewöhnung kann schon mit 2,5 Jahren beginnen.

Allerdings ist das mit der Anmeldung so eine Sache. In Großstädten scheint es wohl schon bei der Kinderplanung empfehlenswert zu sein, sich gleich einen Kindergarten dazu zu buchen. Bei uns ist das etwas entspannter, es reicht wohl mit 1,5 Jahren, sich anzumelden.

Kindergarten, oder lieber Kindergartenfrei? 

Für uns war von Anfang an klar, dass der Räuber einen Kindergarten besuchen wird. Wir selbst genossen beide damals einen Kindergarten. Ich sah allerdings davon ab, eine KiTa für den Räuber in Anspruch zu nehmen (ab einem Jahr), es konnte zum Einen beruflich und finanziell vereinbart werden, zum Anderen wollte ich bewusst diese Zeit mit dem Räuber haben und nutzen.

mamasdaily

Nun kommt vermehrt der Trend auf, eine sogenannte Selbstbetreuung zu machen, sprich Kindergartenfrei zu sein. Das heisst, die Mutter bzw. der Vater betreut seine/ihre Kinder über die Elternzeit hinaus selbst.

Was wirklich für das Modell spricht ist, dass Eltern in der heutigen Zeit nun die Wahl haben und nicht mehr den Zwang.

Allerdings sehe ich persönlich eine Selbstbetreuung skeptisch.

Eine momentane Dokumentation eines TV Senders, über bestimmte psychologische Verhaltensweisen der Kinder im Kindergarten, zeigt sehr schön, dass Kinder verschiedene Verhaltensmerkmale im Kindergarten erst erlernen können. Zum Einen durch den sozialen Kontakt der Kinder, ebenso durch ein komplett anderes Umfeld (man ist quasi auf sich allein gestellt). Hierbei werden verschiedene Fragen analysiert und aufgezeigt. Wie reagiert ein Kind auf Ungerechtigkeit? Wie reagiert ein Kind auf Angst? Wie verhält es sich in einer Rangelei untereinander?

Kinder müssen Erfahrungen sammeln, auch ohne Eltern! 

Eine sehr interessante Dokumentation, was mir wieder bestätigte, dass ein Kindergarten für mich wichtig ist. Ich glaube nicht, dass ich als Mutter in einer Selbstbetreuung, all dem gerecht werden könnte, was einem Kind, in dem Alter, mit auf den Weg gegeben werden sollte.

Würde ich nicht im Falle einer Rangelei direkt eingreifen und mein Mutterinstinkt würde in der Automatik meinen Sohn schützen wollen?! Aber wäre es dann nicht genau das, was er eigentlich erfahren sollte, so schwer es dem Mutterherz fällt? Lernen, sich selbst durchzusetzen und sich wehren zu können?

mamasdaily

Ich bin gerne mit meinem Kind zusammen und würde es am Liebsten nie von mir abnabeln. Aber ich glaube, wir sind irgendwann an einem Punkt, an dem es für ihn und seine Zukunft, sehr wichtig sein wird. 

Und wie heisst es so schön „es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, da gehören für mich auch pädagogische Fachkräfte dazu, sprich Erzieherinnen. Um hierfür diejenigen zu finden, die meinem Kind entsprechen, beziehungsweise mir, als Mutter, gibt es die Möglichkeit, sich alle Kindergärten anzuschauen und die Erzieherinnen kennenzulernen.

mamasdaily

Ein Mutterinstinkt verrät einem gleich, ob es passt, oder nicht!

Ihr seht, ich bin definitiv dafür, dass ein Kind einen Kindergarten genießen sollte, mit all seinen Facetten, den Vorteilen, einen sozialen Kontakt, aber auch mit Nachteilen.

Jene, die vielleicht manchmal sogar mehr das Mutterherz bluten lassen, als das seines eigenen Kindes. 

mamasdaily

Meine Erinnerungen an meine Kindergartenzeit, sind zwar leider nur in Bruchstücken da, aber die, die ich habe, verbinde ich durchaus mit positiven Erfahrungen und Momenten und das möchte ich gerne meinem Kind genau so mitgeben. 

Und vielleicht ist es auch einfach ein kleines bisschen die Sorge darüber, was ein Kindergartenfrei, für die Zukunft meines Kindes bedeuten würde und ob das Modell nicht auf Dauer gesehen mit mehr Nachteilen behaftet ist, die man eventuell im ersten Moment noch nicht erkennen kann. Zumindest weiß ich hingegen das, dass Modell Kindergarten uns allen nicht geschadet hat.

Skeptische Fragen kommen auf 

Kann aber hingegen Kindergartenfrei schaden? Durch vermehrt, fehlende soziale Kontakte? Verhaltensmerkmale, die in einer Selbstbetreuung schwer, oder womöglich gar nicht erlernt werden können?

Wird man als Mutter all dem gerecht? Oder setzt man sich ständig selbst mit einem großen Druck auseinander, weil man versucht, auf Grund der Selbstbetreuung allem gerecht zu werden? 

Wie seht ihr das? Sind eure Kinder im Kindergarten? Betreibt ihr das Modell Kindergartenfrei? 

Eure

Elternblog

 

12 Kommentare

  1. Es kommt der Trend auf? Bitte? Kindergartenfrei – furchtbares Wort. Aber es muss immer ein Wort für alles geben.

    Es ist kein „Trend“. Früher war es überhaupt nicht üblich Kinder in die Fremdbetreuung zu geben. Das ist eine Erscheinung der heutigen Zeit.

    Ich selbst war nie im Kindergarten und meine Kinder gehen auch nicht hin. Zum einen weil wir keinen Platz brauchen – ich bin eh daheim und arbeite von da – und zum anderen weil wir es nicht bezahlen können.

    Werden sie Nachteile haben? Ich denke nicht. Andere Menschen und Kinder treffen, das ist doch heute keine Schwierigkeit mehr. Wären Erzieher grundsätzlich notwendig für die gute Entwicklung, dann hätten alle unsere Ururgroßeltern nur schlechte Menschen erziehen müssen. Haben sie aber nicht. 😉

    • Naja Kindergartenfrei bzw. Selbstbetreuung ist die Bezeichnung dafür, oder gibt es da etwas anderes, wovon ich noch nichts weiss?!
      Ich glaube schon,dass das Trend ist. Das Früher,dass du meinst liegt def. (aus bestätigten Quellen) über 60 Jahre zurück in denen eine Fremdbetreuung in Frage kam bzw. es damals auch einfach nicht anders ging. Es ist also seit ca. 60 Jahren üblich,dass ein Kind in den Kindergarten gehen kann. Und somit ist es für mich Trend,der da nun die letzten Jahre wieder aufkommt.
      Die Frage ob man Nachteile daraus zieht,dass man nicht in Kindergarten geht kann man pauschal nicht sagen. Ich sehe es skeptisch. Aber das soll jeder selbst für sich entscheiden.

      • Keine Ahnung, ob es da noch andere Worte für gibt. Ich mag die Worte schlicht nicht. Auf „Mein Kind geht nicht in den Kindergarten“ wurde eben einfach ein „Selbstbetreut“ oder „kindergartenfrei“. Sprachentwicklung halt. Das Wort sitt mag ich auch nicht, aber es wurde halt erfunden.

        Meine Mutter berichtete mir noch aus den 80ern, wo man den arbeitenden Mamas nicht die notwendigen Kindergartenplätze wegnehmen wollte. Da war es eher so, dass man traurig war in den Kindergarten geben zu müssen. Heute wird man schief angeguckt, wenn die Kids daheim bleiben. Finde ich persönlich eine unschöne Wendung. Es spricht den Müttern jegliche Kompetenzen ab. Es ist ja schon so weit, dass man komisch angesehen wird, wenn Kinder erst ab 3 in die Kita gehen.

        Für die Kindererziehung braucht es ein ganzes Dorf – schade, dass es diese Gemeinschaften nicht mehr wirklich gibt und stattdessen künstlich mit Kindergärten erzeugt werden müssen.

        Ich bin kein Kindergartengegner, im Gegenteil. Jede Mama, die Geld verdienen muss um zu überleben, kann sich glücklich schätzen, dass es die Kindergärten gibt.

  2. Fledermama

    Woher weißt du denn so genau, dass das Modell Kindergarten uns allen nicht geschadet hat?

    • Ich rede von „uns“ nicht von der gesamten Menschheit sondern von mir, und vertrauten Personen von denen ich weiss, dass sie den Kindergarten gern genossen und es offensichtlich nicht geschadet hat.

  3. Huhu
    Ersteinmal, schön das du dich selbst so reflektieren kannst und somit schon vorher weisst, das du deinem Kind nicht alles bieten kannst …. da ist Kita mit Sicherheit die bessere Alternative.

    Zu deinen Sorgen uns Selbstbetreuern und unseren Kindern gegenüber, kann ich dich allerdings aus meiner pers. Erfahrung heraus beruhigen. Dazu kannst du, wenn du magst, gerne meinen Blogbeitrag lesen „Vom Nicht-Kitakind zum Schulkind“

    Is alles gar ni soooo schlimm, wenn Kinder daheim betreut werden 🙂

    Lg

    • Danke für deinen Beitrag ich behaupte nicht,dass es schlimm ist. Ich sehe es skeptisch,oder kannst du mir sagen,ob eine Selbstbetreuung in der Zukunft nicht irgendwann Nachteile für dein Kind haben wird? Das kannst du nicht,genau. Und deshalb hinterfrage ich das System.

  4. Ich kann deine Argumente nachvollziehen. Für mich kommt ein Kindergarten aber nur bedingt infrage.

    Leider denken viele, dass selbstbetreuende Eltern anscheinend den ganzen Tag Zuhause hocken. Dem ist (wenn einem die Entwicklung des Kindes wichtig ist) nicht so. Es gibt immer mehr Kurse zum Turnen, Tanzen, Singen etc. Sowohl vormittags als auch nachmittags- je nach Stadt, würde ich sagen. Ebenso trifft man auf Spielplätzen oft die gleichen Personen. Manche verabreden sich sogar zum Spielen.
    Und viele haben nicht nur ein Kind. Wird doch gerade die Sozialkompetenz durch Eltern und Geschwister geprägt.

    An manchen Stellen finde ich deine Wortwahl etwas hart und einseitig. Den Selbstbetreuung ist so viel mehr als du dir anscheinend vorstellen kannst/magst.

    Ein guter Kindergarten ist Gold wert und leider gar nicht so leicht zu finden.

    • Liebe Elisa,
      vielen Dank für deinen Beitrag.
      Das mag sein, aber wer bezahlt die etlichen
      Kursangebote?
      Das wird, da bin ich mir fast sicher, eine reine Privatleistung.
      Kann sich das dann auch jeder leisten? Und für die, die es nicht können, gibt es dann nur den Spielplatz?

      Liebe Grüße

      Yvi

      • Kindergarten würde mich im monat über 400 euro kosten. Sportverein kostet mich 240 euro im Jahr und ich kann täglich hin.

        Kinderhaus mit offenrm spieltreff 5 msl die woche kostet 10 euro mitgliedsbeitrag.

        Zoo jahreskarte 163 samt papa mit dabei.

        Ich kann eher das zahlen als den Kindergarten. Ich kann ihn mir nicht leisten.

  5. meine erfahrung nach sind gute kitas wichtig,.. ich hab drei jungs und der erste kam mit knapp 2 in die kita,.. war vorher ab 18 monaten 2 vormittage bei ner Tagesmutter weil mir die Decke auf den kopf viel und ich für 8 h die woche was anderes sehen wollte als Haushalt und Krabbelgruppe und Baby,.. drei Vormittage hab ich dann mit auf ein anderes Kind aufgepasst damit die Mama ihren Schulabschluss nachholen konnte. Mit unserm zweiten Kind war ich dann ganz gut ausgelastet,.. und da unser ältester mit den wechsel in eine ü3 gruppe nicht klar kam haben wir ihn wieder aus der Kita genommen für ca 9 monate,.. aber es war schwer,.. wir waren oft die einzigsten auf dem Spielplatz,.. die Krabbelgruppe und Kinderturnen war oft die einzigste Möglichkeit mit anderen Mamas und Kindern in Kontakt zu treten. Andere Kinder in dem alter waren oft im kiga und nachmittags einfach nur noch durch. dann zogen wir um und dann fehlten aujch noch die Grosseltern in der nähe,.. Der erste Sohn inzwischen 4 freute sich riesig auf die neue Kita und geht bis heute sehr gern hin und auch der zweite geht recht gern,.. inzwischen ist unser 3. er Sohn 7 monate und ich überlege ihn erst mit drei in der Kita anzumelden und vorher wieder ein arangement mit ner anderen Mama zu treffen,.. denn auch wenn die Kids noch Klein sind, sie blühen in kontakt mit gleichaltrigen auf,.. Ich frag nich oft wo die vielen anderen Kinder sind,.. die Spielplätze sind oft menschenleer und von älteren erwachsenen hört man immer nur . passen sie auf ihr kind auf,… darf ihr 5 jähriger allein gehen? UND MAN SIEHT KOPFSCHÜTTELNDE aUTOFAHRER WENN MEINE JUNGS AUF DER VERKEHRSBERUHIGTEN 30er zone rad,. kettcar oder laufrad fahren,… kinder sind heute einfach nicht mehr eingeplant, zu laut zu wild,… aber sie nur noch vor modernen medien abzufertigen kommt für mich nicht infrage. Ich bin froh über unsere Kita. Sie ermöglicht meinen kids ein stück kontakte die ich als mama so nicht leisten kann,.. im kiga können sich meine Jungs ihre Freunde selbst aussuchen,.. ich hab durch fehlende sprachkenntnisse viel weniger kontakte zu ausländischen mitbürgern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.