Liebe Gesellschaft, wieso muss unser Spielplatz eine Öffnungszeit haben?

Spielplatz

Als ich das erste Mal auf einem Spielplatz war, dachte ich, ich traue meinen Augen nicht…eine Öffnungszeit? 


Als damalige nicht-Mama ist einem die Welt der Spielplätze völlig fremd. Eine unbekannte Materie. Teilweise weiß man nicht mal, wo es welche gibt, geschweige denn, dass es da tatsächlich Öffnungszeiten gibt.

Öffnungszeiten? Wollen die mich veräppeln?

Als ich das erste Mal dort ankam, voller Euphorie mit meinem Räuber, wunderte ich mich bereits von weitem, dass wir wohl alleine sein werden und dann stand ich da, vor diesem riesen Schild, mit dem mir klar gemacht wurde, dass unser Spielplatz gerade Mittagsruhe hat…Bitte was? 

Geschlossen bis 14 Uhr. Paam!

Was mache ich jetzt?“ Und wieso verdammt hat unser Spielplatz Mittagspause?“ Wollen die mich veräppeln? Zumindest fühlte ich mich definitiv so! Der Räuber zeigte schon am Eingang auf die Rutsche und es ertönte ein lautes „ehhhh daaa!“ Das heisst übersetzt „rutschen-jetzt!“ -Super!

Spielplatz

Soll ich ihm jetzt in einem langen belehrenden Vortrag klar machen, dass gerade „ehhh daaa“ nicht geht, weil der Spieli Mittagspause hat, und sich womöglich Leute im Umkreis von 500m gestört fühlen könnten, durch sein freudiges spielen? Also Kind-Sorry! Das ist die liebe Gesellschaft!

Oder soll ich mir diesen Vortrag sparen und denken „pups egal“ mein Kind will Spaß und damit verletzt es niemanden?

Liebe Gesellschaft braucht es wirklich für inzwischen alles Regeln, Formalitäten und vorallem Schilder? Das sind doch Kinder! Ja, und Kinder spielen, toben, lachen, freuen sich und weinen auch manchmal.. 

Mir war es letztendlich wirklich zu doof eine halbe Stunde vor dem Eingang mit meinem Kind zu stehen, dass nicht versteht, warum es jetzt da nicht hinein darf. Und so waren wir ganz „böse“ und spielten nach dem Motto „break the rules“ und hatten eine halbe Stunde völlig alleine, den größten Spaß unseres Lebens.

Punkt 14 Uhr und mit einigen fragenden Blicken, brach die Hölle los und der normale Wahnsinn kehrte zurück, wir fühlten uns gleich wieder wie im Kino, denn da gibt es ja einiges, was man so hört…;) 

Mal ehrlich, muss das wirklich sein?

Manchmal muss man einfach Prioritäten setzen und mit dem Gedanken, dass Kindergeräusche, keine Störgeräusche sind, hatte ich ein gutes Gefühl.

Spielplatz

Aber muss es das wirklich sein? (vor allem nicht auf Spielplätzen, die nicht unmittelbar inmitten eines Wohngebietes liegen).

Ist es nicht völlig normal, dass Kinder nun mal Kinder sind, weinen, lachen, ja, manchmal auch einfach brüllen? Die Gesellschaft empfindet doch primär Kinder, als das Beste auf der Welt. Es gibt unzählige Familienhotels, Familienzimmer, kostenfreie Beistellbetten, kostenfreie Hochstühle in Restaurants. Alle finden die Kleinen süß und knuffig und werden in den ersten Lebensjahren von allen Seiten angetatscht und geküsst.

Ist dann eine Öffnungszeit eines Spielplatzes nicht das komplette Gegenteil davon, oder trügt da der Schein? Ich möchte nur am Rande noch anmerken, dass ich die Fluppen und teilweise Scherben, die rumliegen und niemand wegräumt, fast schlimmer finde…

Um nun nicht vollkommen aus dem Ruder zu laufen und auch eine Vorbildfunktion für den Kleinen zu sein, sind wir ab jetzt ganz brav um 14:05 Uhr anzutreffen. Denn schließlich wissen wir ja jetzt auch, dass bis 14 Uhr der Spielplatz Mittagspause hat 😉

Was meint ihr dazu? Ist es okay? Völlig übertrieben? Gibt es vielleicht jemanden, der sogar daneben wohnt und berichten möchte? 

 

Eure

Elternblog

 

 

 

6 Kommentare

  1. Liebe Yvi,
    Ich habe zwar mit meinen 19 Jahren noch keine Kinder, aber dafür kleine Geschwister. Auch unsere Spielplätze (in Deutschland) haben Öffnungszeiten. Allerdings hat das bei unserem „Krokodilspielplatz“ (von den anderen weiß ich es leider nicht genau) niemanden gejuckt. Man trifft hier zu jeder Tageszeit spielende Kinder an. Allerdings sind wir eine sehr kinderliebe Straße, es gibt hier eigentlich nur Familien mit Kindern oder Rentner, die gerne ihre Enkelkinder da haben. Somit haben wir viele Kinder und meist ein großes Verständnis für diese. Ich persönlich finde es ziemlich lustig, dass die Leute sich bei eich tatsächlich an die Zeiten halten, das wird bei uns nämlich gekonnt ignoriert ohne jegliche Beschwerden. Da sind schlagzeugspielende Jugendliche echt schlimmer;)
    Liebe Grüße aus Mexiko,
    Debora

    • Hey Debora,

      eine Nachricht aus Mexiko? Ein Highlight hier auf dem Blog 🙂
      Find ich ja klasse, dass bei euch die Leute so tiefenentspannt sind!
      Also ich vermute mal, dass ich nicht die einzige bin, die sich da an „break the rules“
      orientiert… wer lässt dann auch sein Kind warten, oder packt es womöglich wieder ein ubd kommt später wieder? Ich hoffe doch niemand 😉 aber natürlich gibt es auch widerrum die, die es wissen und wirklich erst dann kommen (inzwischen mich eingeschlossen)…irgendwie will man dann doch nicht aus der Rolle fallen..
      Dennoch wie du sagst, gibt es bei weitem schlimmeres.
      Und Kinderlaute sollten nicht schlimm sein 🙂
      Deshalb für mich persönlich…sowas ist absolut überzogen!

      Liebe Grüße

      Yvi

  2. Ich kann das verstehen, dass es da „Öffnungszeiten“ gibt – sofern der Spielplatz in einem Wohngebiet liegt oder erst erbaut wurde.

    Ich persönlich bin jemand den Kindergeschrei nervt, weil mir die Intensität in den Ohren wehttut (Bin Lärmempfindlich), deswegen habe ich meine Wohnung so ausgesucht, dass sie nicht in der „Schallschleuse“ von einem Spielplatz oder anderen ständig lauten Dingen liegen. Würde aber jetzt ein Spielplatz in der Nähe gebaut werden, dessen Kindergeräusch ungedämpft auf meinen Balkon zu „fliegen“, dann würde ich mich freuen, wenn da Mittags und Abends Ruhe wäre. (Btw: Direkt ums Eck ist ein Spielplatz, von den ich nichts höre ;))

    Vielleicht hätte man es als „Bitte“ formulieren können, sodass man aus Rücksicht auf die umliegende Nachbarschaft nicht zwischen 12 – 14 Uhr und ab 19:00/20:00 Uhr den Spielplatz nicht benutzt? Wenn da keine Nachbarschaft ist, wäre das natürlich hinfällig…

    Ist glaub, ich so ein Ding der Rücksichtnahme, weil der Lärmpegel kann ja nicht am Spielplatztor abgefangen werden… Aber ich kann mir gut vorstellen, dass meine Ansichten nun etwas sauer aufstoßen… weil ich Öffnungszeiten nachvollziehen kann.

    • Hallo Christiane,
      Ich kann das verstehen und ich habe ein fast zweijährigen Sohn. Ich finde es auch nicht angenehm mir ständig Kindergebrüll anhören zu müssen.
      Wenn der Platz direkt neben Wohnhäusern liegt ist eine Öffnungszeit total verständlich. Bei uns hier liegen einige Plätzen mittendrin, dennoch haben sie keine Mittagspause, aber es ist auch kaum jemand da 🙂
      Bisher sind wir seltenst auf deutschen Spielplätzen anzutreffen, da diese sowieso „schrecklich“ sind.
      Grüße

    • Liebe Christiane,

      ich glaube man müsste eine Zwischenlösung finden.
      Ein Schild mitten in Wohngebieten, verstehe ich durchaus. Oft ist es nun gerade in Neubaugebieten so, dass die Spielplätze nachträglich irgendwo dazwischen platziert werden.
      Ein Schild, ausserhalb eines Wohngebietes, gerade bei uns in der ländlicheren Gegend dagegen, völlig unverständlich meines erachtens.
      Wenn man sowas weiß, kann man es natürlich „planen“ , wenn man so wie ich, allerdings euphorisch vor dem Eingang steht und dann erstmal das Schild sieht, will glaube ich niemand sein Kind wieder einpacken und wegen so etwas enttäuschen müssen…
      Liebe Grüße

      Yvi

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