Mama geht aus…oder doch nicht?

Der lang ersehnte Tag rückte näher, nach langer Zeit wollte ich mich mal wieder mit alten Freunden treffen. Nein, es war kein „Mama-Treff“ mit schweißgebadetem Konkurrenz Kampf , es sollte ein entspannter Bebi E –  freier Abend werden


Ich freute mich wie ein kleines Kind auf diesen Moment, das wird definitiv der Abend , dachte ich mir. Alles war geplant, nichts spektakuläres, einfach nur ein entspanntes trinken gehen mit alten Freunden, ich, die einzige Mama-perfekte Ausgangssituation!

Was früher völlig normal war, war heute Weihnachten und Geburtstag zusammen. Ich hatte alles organisiert, Bebi E. war versorgt, mein Mann spielte den Babysitter. Ja, er ist ein toller Babysitter, aber Mama macht es einfach ein klitze kleines bisschen besser!

Der Abend rückte näher und ich hatte irgendwie so das Gefühl Bebi E. roch die Lunte oder bildete ich mir das ein? Sein Gesichtsausdruck war irgendwie anders. Mit seinem durchdringenden Blick wollte er mir sagen “ Bist du dir sicher, das du ALLEINE weg gehen willst?“ zumindest schaffte er es das mich ein ungewolltes, schlechtes Gewissen plagte.

Somit stand ich vor Bebi E. versuchte mich zu rechtfertigen,indem ich ihm erklärte, dass sein Papa ihn ins Bett bringen wird und er aufjedenfall exakt das gleiche Lied singt, wie ich es immer mache.

Mit dem Versprechen an Papa, das er mich jederzeit anrufen könne und ein letzter vorwurfsvoller Blick von Bebi E. ging es auch schon los und ich versuchte den Abend zu genießen.

Das Dilemma nahm jedoch seinen Lauf, ich spürte wie meine Hand ständig zuckte und ich eigentlich am liebsten jede Sekunde auf mein Handy schauen wollte, nur um sicher zu gehen, das alles in Ordnung war. Ich versuchte den Gesprächen zu folgen, das schaffte ich allerdings auch nur mäßig, weil ich in den Gedanken das Gute Nacht Lied sang .

Ist Bebi E. schon im Bett ? Sollte ich lieber mal anrufen? Wieso ruft denn Papa nicht an? Ist alles in Ordnung? Bekommt er das auch wirklich hin? Ich glaube ich fahre lieber nach Hause! Gedanken über Gedanken.. mein Kopf glühte. Schluss jetzt ! Es ist dein Abend , dachte ich mir.

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 mein schlechtes Gewissen, plagte mich

Und als ich dann versuchte irgendwie den Faden zu finden und mich in den Gesprächen zu integrieren, erwischte ich mich selbst dabei, wie ich letztendlich mehr als stolz von meinem tollen Rabatt- Fang in der Drogerie erzählte, bei der ich die Windeln ein paar Euro günstiger ergatterte. Ich war die einzige, die sich offensichtlich immer noch sehr darüber freute. Womöglich lag es daran, das die Damen am Tisch einfach nicht wussten, wie teuer so eine Packung Windeln sein kann und vor allem wieviel man davon täglich verbraucht!

Aber mein Höhepunkt erreichte ich , indem nun der gesamte Tisch über Blähungen und die Gegenmaßnahmen Bescheid wusste und wie schlimm eigentlich Verdauungsprobleme für Bebi E. sein können! „Mama“ eben.

Das Ritual, mit den anderen Mädels auf die Toilette zum „frisch machen“ zu gehen, konnte ich dieses mal nicht vollziehen, da ich versehentlich anstatt meiner Handtasche, die Wickeltasche mit nahm. Ja, die Wickeltasche, meine Handtasche liegt inzwischen irgendwo einsam in einer Ecke und schreit „rette mich“ , denn der Staub nimmt überhand!

Es war ein Desaster!

So hatte ich es mir nicht vorgestellt, ich war enttäuscht und irgendwie haben mir meine Freunde auch ein kleines bisschen leid getan, mit einer Mama in dem Ausmaß den Abend zu verbringen… früher war doch alles etwas anders

Zumindest haben wir für das Nächste mal Kino ausgemacht und der Vorschlag kam von mir. Warum? Der Plan ist dieses mal besser durchdacht.

Man muss sein Handy auslassen, es wird nicht geredet, somit laufe ich nicht Gefahr von Verdauungsproblemen meines Sohnes zu erzählen und ich selbst kann einfach mal wieder für zwei Stunden entspannt und ohne Unterbrechungen „fern sehen“ !

 

 

 

 

 

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