Blogreihe: meine Mamas Storys, über Leben mit Kinder und Tumor

Heute stelle ich euch Lisa mit ihren 2 Kindern vor. Lisa ist eine wahre Kämpferin, wie sie das Leben mit einem Tumor meistert…


mamasdailyHallo, mein Name ist Lisa und ich bin 31 Jahre alt. Ich lebe mit meinem Mann und unseren 2 Kindern, Elina 5 & Jonas 2, in Niederösterreich.
Das wir 2 GESUNDE bzw. überhaupt Kinder haben, ist nicht selbstverständlich….

 

 

Das Interview mit Lisa

Du hast eine schreckliche Diagnose bekommen, was genau war das für eine und wann hast du diese bekommen?

Ich bin mit Schmerzen in der Leistengegend zur Hausärztin gegangen. Eigentlich auf Grund einer Blutabnahme für einen Ordinationshilfekurs. Mir wurde Blut abgenommen und danach wurde ich gleich ins Krankenhaus überwiesen.

Verdacht auf Blinddarmentzündung. Zitternd und mit Tränen in den Augen bin ich ins KH gegangen, habe auf dem Weg dorthin noch meine Mama und meinen Freund verständigt…
Im KH war ich zuerst in der chirurgischen Ambulanz, wurde dann aber auf die gynäkologische Ambulanz geschickt! Nachdem ich zuerst von einer Ärztin untersucht wurde, die aber nach kurzer Zeit den Chefarzt dazu gerufen hatte, wusste ich, dass es nicht gut aussieht… Ihre lateinischen Ausdrücke halfen ihnen auch nix – ich verstand ein bisschen was davon.
Den restlichen Tag hab ich nur mehr durch eine Nebelwand war genommen… Irgendwann kamen meine Mama und mein Freund…am nächsten Tag wurde ich gleich operiert.

Wie lange? Ich weiß es nicht mehr!

Ergebnis: Ein kindskopfgroßer Tumor am rechten Eierstock. Eine Woche, eine elendslange Woche hoffen, bangen, beten das es ein gutartiger Tumor ist… Es war die längste Woche meines Lebens…

Erst nach dieser langen, langen Woche wusste ich, dass es ein Tumor war: ein BÖSARTIGER Tumor

 

Hast du dir noch eine Zweitmeinung eingeholt? Was passierte dann?

Für eine 2. Meinung war keine Zeit, da ich nach den Untersuchungen im KH stationär aufgenommen wurde und am nächsten Tag gleich operiert wurde.

 

Gab es zu diesem Zeitpunkt einen Kinderwunsch? Und wie war dafür die Prognose der Ärzte?

Zu dem Zeitpunkt (mein Mann und ich waren erst 1 Jahr zusammen) gab es keinen konkreten Kinderwunsch, aber das wir irgendwann mal Kind(er) haben wollten, war schon klar.
Für die Ärzte im AKH (wo ich mich der Chemotherapie unterziehen musste) stand nicht mein Kinderwunsch, sondern meine bestmögliche Behandlung und GESUNDHEIT im Vordergrund. Eine direkte Prognose konnten oder wollten sie nicht abgeben.

Auch wenn in diesem Moment noch alles vor mir lag, in dem Moment hab ich trotzdem auf stur geschalten, weil ICH irgendwann KINDER haben wollte!

Zu meinem Glück gab es doch eine ganz liebe Ärztin im AKH, die mich trotz allem verstand. Was zur Folge hatte, dass ich jeden Monat eine dicke Spritze in den Bauch bekam, die meinen verbleibenden Eierstock ruhig stellen und vor der Chemo schützen sollte.

mamasdaily

 

Ein unglaublicher Schock für dich, wie bist du damit umgegangen? Gab es Momente, in denen du aufgeben wolltest?

Ab dem Tag, wo ich von der Hausärztin ins KH geschickt wurde, kam ich mit dem klaren denken nicht mehr nach, ich war einerseits wie in Trance, andererseits wurde ich nur von einem Gedanken beherrscht: Ob es je mit dem Kinderwunsch klappen würde…
Aufgeben!? Jein – im KH liegend (noch nicht wissend, ob es gut oder bösartig sein würde) hab ich meinem Papa anvertraut, dass es besser wäre, wenn mich mein Mann verlässt, besser wäre es.

Was, wenn ich ihm keine Kinder schenken kann?

 

Gestreut hatte zum Glück nichts, was gab dir Kraft und Halt in dieser schweren Zeit?

Meine Mama (sie hat sich von ihrer Arbeit ein halbes Jahr karenzieren lassen) und war jeden Tag von früh bis spät bei mir. (auch während der Tage wo ich im AKH lag und die Chemo bekam)
Mein Mann: Verlassen hat er mich nicht. Ihm war immer nur meine Gesundheit wichtig. Auch wenn es nicht mit Kindern geklappt hätte, es wäre für ihn in Ordnung gewesen.
Meine Familie, meine Freunde. Leicht hatte es in dieser Zeit gewiss keiner mit mir – die Medikamente haben schlimmste Halluzinationen ausgelöst!

 

Welchen Rat würdest du Frauen in dieser Situation mitgeben?

NICHT AUFGEBEN! (Aufgeben tut man einen Brief) Aber, wenn man grad mitten drin steckt ist es leichter gesagt als getan…

 

Dein Kinderwunsch hast du dennoch nicht aufgegeben, trotz Chemotherapie! Wie standen die Chancen und habt ihr euch zu diesem Zeitpunkt Gedanken über eine alternative Möglichkeit gemacht?

Wie meine Chancen standen weiß ich, zum Glück, nicht mehr. Die Ärzte bei den drei monatigen Nachuntersuchungen, haben mich nie wirklich ernst genommen. Das hat mich viele, viele Tränen gekostet… Über alternative Möglichkeiten haben wir uns nur bedingt Gedanken gemacht! ICH wollte meinen Traum, meinen innigsten Wunsch eigene Kind(er) zu bekommen, nicht aufgeben – koste es mich was es wolle!!! Zum Glück fand ich in meinem Frauenarzt jemanden, der mich wirklich verstand u unterstützte!

 

Du hast gekämpft und wurdest schwanger! Wie lange nach deiner Chemotherapie war das?

Im Juli 2010 (knapp 2 Jahre nach der OP) bekamen wir vom FA die „Erlaubnis“ schwanger zu werden – 4 Monate später haben 2 fette Striche unser Leben auf den Kopf gestellt 😍😍

 

Wie war deine Schwangerschaft? Hattest du Angst? Was meinten Ärzte dazu?

Meine Schwangerschaft war WUNDER WUNDERSCHÖN! Ich war sehr, sehr gerne schwanger.
JA – Angst/Ängste hatte ich genug. Aber mein FA hat mich während der ganzen SS super betreut, unterstützt und mir meine Ängste so gut es ging, genommen. Ich durfte auch in unserem kleinen Krankenhaus normal gebären!mamasdaily

 

Nach der Geburt deines Kindes, war es leider noch nicht vorbei, was passierte dann? 

Nach 1 ½ Jahren wurde bei einem routinemäßigen MRT etwas entdeckt. Ein Rezidiv stand im Raum. Es ging dann alles relativ schnell, keine 3 Wochen später wurde ich wieder operiert u.a. von meinem FA. Bis vor der Operationstüre wusste niemand, was genau es ist und in welchen Zustand ich wach werde. (Schlimmster Ausgang: Total OP)
Nach der OP wurde ich von meinem FA sanft auf die Wange getätschelt und mitgeteilt, dass ich noch alles habe.

Ich war noch sehr benebelt von der Narkose, aber dennoch wusste ich in dem Moment: Wir konnten noch ein weiteres Baby bekommen!

 

Ihr habt euren Kinderwunsch dennoch nicht aufgegeben, und gekämpft! Eine zweite Schwangerschaft wurde dir nochmal ermöglicht! Wie war diese? Gab es Komplikationen?

Die 2 SS ließ lange auf sich warten, es war ein emotionales und psychisches Auf und Ab… Nach 11 Monaten endlich die 2 erlösenden fetten Striche auf 4(!) Schwangerschaftstests.
Auch die 2. Schwangerschaft war ebenfalls WUNDERSCHÖN. Da ich schon ein Kind hatte verflog die Zeit im Nu. Es gab weder in der Schwangerschaft, noch bei der Geburt Komplikationen. Der kleine Bruder hatte sich nur zur Überraschung aller, 11 Tage zu früh auf den Weg gemacht.

Die Geburt war, ebenso wie die von der großen Schwester, schnell aber das schönste, was ich je erlebt habe und erleben durfte! Was aber mit Sicherheit auch an unserer Hebamme lag. Auch auf diesen Weg: Eva – DANKE für diese 2 WUNDERSCHÖNEN Geburten!

 

Wie geht es dir aktuell körperlich?

Körperlich geht es mir sehr gut. Chronischen Schlafmangel dürfte ich aber noch länger haben bei 2 kleinen Kindern 😉
2x im Jahr muss ich, inkl. Blutbefund, zum Frauenarzt zur Kontrolle!img_0680

Ihr habt nun zwei gesunde Kinder, ist euer Kinderwunsch nun abgeschlossen?

Naja… da gehen die Meinungen/Vorstellungen noch auseinander: ICH könnte es mir durchaus nochmals vorstellen schwanger zu werden, mein Mann leider nicht.
Nichts desto trotz sind wir froh und dankbar unsere 2 WUNDER zu haben!

 

Liebe Lisa, vielen Dank, für das tolle Interview mit dir! Du bist eine wahre Kämpferin und ich hoffe du machst vielen Frauen da draussen Mut! Dir und deiner Familie alles Gute und bleibt gesund! 

Lisa findet ihr auf Instagram

 

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Eure

 

mamasdaily

 

 

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