Mamis, hört auf euch mit euren Kindern zu profilieren!

Kinder

Ich habe lange überlegt, ob ich dazu etwas schreiben soll, denn die Problematik ist allgemein bekannt, das profilieren der Mütter untereinander mit ihren eigenen Kindern, muss das sein?


Gerichtet ist der Artikel primär an alle Frühchen Eltern, wobei es eigentlich alle Eltern etwas angeht, ob auf dem Spielplatz, im Freibad oder im KiGa, es heisst überall und an jeder Ecke, mein Kind kann…und deines?

Kinder werden wie Trophäen behandelt

Es wird sich profiliert, was das Zeug hält und wenn mein Kind etwas noch nicht kann, dann lügt man doch einfach dreist der anderen Mami mit den angeblichen Fähigkeiten ins Gesicht. Die Kinder als Trophäen zu nutzen, halte ich für den größten Schwachsinn, den ein Elternteil je machen kann. Und das sage ich mit dem Zustand einer Mutter, die ihr Kind verloren hat und die ihr Kind als Frühchen geboren hat. Es gibt also viel wichtiger Dinge als das Luca schon laufen kann, oder Emily bereits redet. Es ist verdammt nochmal egal! Denn das eigene Kind kann es auch, irgendwann, aber es wird es können.

Erziehung

Konkret möchte ich mit diesem Artikel Frühchen Eltern ansprechen, die eigentlich wissen müssten, dass genau solch ein Battle völlig belanglos ist, aber die Realität zeigt leider in vielen Foren und Gruppen etwas anderes.

Und ich befürchte, dass der Anfang für ein solches Verhalten auf den Intensivstationen seinen Lauf nimmt. Denn dort stellt man sich die Fragen “ kann sie stillen?“ „wieviel Milch kann sie geben?“ „Ihr Baby trinkt besser, als meines“ „Unser Baby wiegt am wenigsten von allen!“ „Was? Die dürfen schon nach Hause, und wir?“…

Das ist doch Schwachsinn, mal ehrlich. Ich war selbst nicht besser, aber ich merkte relativ schnell, dass mich sowas viel zu viel Kraft kostet, die gerade woanders viel mehr benötigt wird. Also legte ich den Fokus auf mein Baby und bemühte mich, es so zu machen, auf unserem eigenen Weg, dass wir schnell nach Hause können.

Mit Krankheiten und Komplikationen werden gespielt!

Das ist wie ein roter Faden der sich durch und durch zieht, aber momentan fällt mir im Netz einfach primär auf, dass sich in den Foren, Gruppen regelrecht darum gebattelt wird, wer nun das „schlimmere“ Frühchen hatte, wann, welches Kind zu früh kam. Und alle die 30+ sind dürfen es fast gar nicht aussprechen.

Wochenbett

Jene, die mit Krankheiten und Schwierigkeiten trumphen können, sind der Burner, alle anderen sind so verdammt normal. Und gleichzeitig frage ich mich, ob das alles noch normal ist?

Teilweise habe ich inzwischen Frühchen Eltern, die mich anschreiben, sei es für Fragen, Hilfe, oder einfach, um in der Frühchen Reihe mitmachen zu wollen, die sich automatisch rechtfertigen und schreiben „aber wir sind nur 34ssw…

und ich frage nochmal, ist das noch normal?

Es ist doch verdammt nochmal(pardon) scheiß egal, wie früh das Kind zur Welt kam, was es erlebt hat, wieviel es wog, ob mit Ks, ohne, oder Not Ks.

Wir sind Mütter, wir sind Frühchen Eltern(gerade jene) und müssten dankbar dafür sein, dass wir ein kerngesundes Kind in der Hand halten, nachdem was wir erlebt haben, denn nur das zählt….auch noch Jahre danach!

Also lasst doch einfach dieses profilieren untereinander, das sowieso zu nichts führt. Luca ist deshalb nicht Gott, weil er als erstes läuft, die anderen werden es auch noch können. Und Emily, ja sie redet, als Erste…aber deshalb wird sie auch nicht gleich Klassensprecherin.

– einfach mal Kinder, Kinder sein lassen!


Die Namen sind völlig frei erfunden und stehen in keinem Zusammenhang. Das Anliegen richtet sich nicht nur an Frühchen Mamis, sondern an alle Mamis, die Trophäen lieben und sich gerne profilieren.

1 Kommentare

  1. Hallo Yvi, ich stimme dir voll und ganz zu. Dieses Verhalten von Müttern ist teilweise erschreckend – gibt es aber bei vielen Müttern (egal ob Frühchen-Mama oder nicht). Und es ist nichts Neues. Meine Mama hat das vor 32 und 30 Jahren auch schon miterlebt Ich hoffe aber, dass immer mehr Eltern von diesem Zug abspringen und anfangen, sich gegenseitig Mut zu machen, statt sich zu verunsichern. Liebe Grüße, Katja

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