Mein Kind kann…und deines?

Mein Kind kann…und deines? Eine häufig gestellte Frage, eine oft ausgesprochene Prahlerei! Egal wie, man kann es nicht umgehen, den Vergleich zwischen anderen Kindern und deinem eigenen…


Diese bohrende Frage, und dieses ungeduldige Warten auf die Antwort, immer mit dem Blick auf Bebi E. , in der Hoffnung durch ihn gleich selbst die Antwort zu bekommen.

Da stand ich also neben anderen Müttern die sich angeregt unterhielten und das Warten auf meine Antwort. Unterhalten, bedeutet in dem Fall, vergleichen!

Ja , es geht um nichts anderes, es wird verglichen, kontrahiert und wieder verglichen, danach geht man frustriert nach Hause und erzählt seinem irritierten Mann, was die anderen Kinder schon alles können , aber dein eigenes noch nicht. Das sind die Art der Unterhaltungen, die einem bei Mama-Treffen so passieren können. Es ist also ein ständiger Konkurrenz Kampf, bei dem ich schon Schweißperlen auf der Stirn habe, wenn ich meine Wundcreme in meiner Wickeltasche vergessen habe, denn die anderen haben sie alle dabei! Ein absolut sinnloser Druck den man sich selbst macht.

Ein ständiger Konkurrenzkampf

Mein Kind kann…und deines? Da war also wieder diese bestimmte Frage, auf die ich immernoch eine Antwort parat haben musste. Da Bebi E. und ich aber unseren „Frühchen Stempel“ auf der Stirn haben, sind wir da völlig aussen vor. Aber das ist auch gut so!

Denn es ist nicht wichtig, ob dein Kind schon Brei isst, oder noch Milch trinkt, es ist völlig egal, ob es zuerst krabbelt oder gleich läuft. Und es ist auch nicht schlimm, wenn es noch nicht durch schläft, oder um Himmels Willen, sich noch nicht auf die Seite rollen kann!

Die Priorität ist doch eine völlig andere, und zwar jene, das Mama sich jeden Tag aufs Neue freuen sollte, das ihr Kind gesund ist , sie anlächelt und es glücklich ist! Womöglich banale Dinge, aber jene haben einen viel größeren Stellenwert, als alles andere.

Als Frühchen – Mama lernt man mit der Zeit damit umzugehen, und vor allem die Prioritäten in anderen Dingen zu sehen. Die Kleinigkeiten lernt man intensiv zu schätzen und freut sich über teilweise unwichtige Geschehnisse. Fähigkeiten, die Bebi E. erlernt, haben eine viel größere Bedeutung für mich, bedingt durch seine Situation.

Viel zu oft vergisst man Fähigkeiten seines Kindes richtig wahrzunehmen, weil man oftmals mehr damit beschäftigt ist, sich zu fragen, was es denn eigentlich schon alles können muss!

Die Kleinigkeiten intensiv schätzen lernen! 

Und somit stand ich entschlossen vor meiner ungeduldigen Fragerin und sagte “ Mein Kind kann… mich jeden Tag anlächeln, und deines?

Sie blickte mich immernoch fragend an, zwängte sich aber ein freundliches Lächeln auf und antwortete „sie krabbelt, und das jetzt schon! “

 

6 Kommentare

  1. Oh diese schreckliche Vergleicherei, die nervt mich auch extrem. Ist bei uns in der Familie auf auch sehr in. Meistens reagieren wir da gar nicht mehr drauf.

  2. Witzig wo doch alle von Inklusion reden.Wichtig ist nicht was jemand weniger gut kann….sondern all seine Stärken.Das sollte auch bei den Kleinsten so sein;)

  3. Ganz ehrlich? MICH hat das seinerzeit so genervt, dass ich mich von diesen Müttern (also dummerweise von fast allen) fern gehalten habe. Warum sollte man sich deprimieren lassen, warum sollte ein Leben Anlass für einen Wettkampf sein und warum sollte ich mich mit Menschen umgeben, die Mich (und vor allem mein Kind) nur wirklich akzeptieren, wenn wir uns auf ihr Niveau begeben? Ich war schon immer ICH und meine Kinder sollten auch sie selber werden und sein dürfen. Es findet sich immer die ein oder andere Mutter, mit der man Freundschaft schließt. Das wird dann eine sein, die jeden so nimmt wie er/ sie eben ist!
    Alleine geblieben sind wir also nicht, dafür haben wir einige Jahre völlig ungezwungen und mit natürlichen Entwicklungsschritten verbringen dürfen!

  4. Pingback: Frühchen, die kleinen Helden | mamasdaily

  5. Pingback: Mamis, hört auf euch mit euren Kindern zu profilieren! |

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