Frühchen Eltern berichten / Notfallkaiserschnitt und bewusstlos im Op

Fruehchen Eltern

Die kleine Luisa machte es ihrer Mami gar nicht so einfach, bei den heutigen Frühchen Mamis erfahrt ihr wieso…


Ich war mit meinem zweiten Wunder schwanger.

Dazu ist zu sagen, dass die erste Geburt eine traumhaft, ambulante Beleghebammen-Geburt war, ohne Komplikationen.

Ich hatte mehrere Klinikaufenthalte

Bis zur zu diesem Dienstag war die Schwangerschaft sehr durchwachsen, aber das kannte ich von der ersten schon. Hatte mehrere Klinikaufenthalte wegen vorzeitigen Wehen.
Sonst aber nichts, außer die üblichen Schwangerschafts-Wehwehchen.
An diesem Dienstag im Januar ging ich mit Steißschmerzen zum Arzt. Dort viel im CTG auf, dass meine Kleine einen viel zu schnellen Herzschlag (an die 200) hatte. Mein Frauenarzt schickte mich sofort in die Klinik. Dort wurde alles kontrolliert und die Ärztin meinte es bedarf keinen Aufenthalt oder ähnliches. Ich sollte mich normal verhalten und ablenken und am nächsten Tag zur Kontrolle zum meinem Arzt.

Ich tat es auch genauso und bin Mittwochs gegen 11 Uhr zum Frauenarzt. Dort im CTG waren es Werte von über 200 Herzschläge die Minute. Mein Frauenarzt bekam Panik. Er konnte es nicht verbergen. Dazu hat sich meine Kleine extrem komisch bewegt, was ihm noch mehr Sorge bereitet hat. Also wieder Einweisung in die Klinik, aber diesmal rief er an und sagte, dass endlich mal was gemacht werden soll.
Ich bin dann schnell selbst in die Klinik gefahren. Dachte eh, dass ich wieder heim kann.

Ihr Herzschlag war viel zu schnell!

Dort angekommen wurde ich ans CTG angeschlossen. Die Hebamme meinte nur, dass die niedergelassenen Frauenärzte nicht immer die neusten Geräte haben und das bestimmt Messfehler wären. Nach 2 Minuten kam sie mit Lavendel-Duft, der versuchen sollte die Herzfrequenz zu senken.

Ich sag euch das hat extrem gerochen! 

Fruehchen
Ich bekam sofort einen Zugang mit Infusionen, weil ich laut Ärzte bestimmt zu wenig getrunken habe. Hatte ich aber nicht. Hatte bis Mittags schon 2,5 Flaschen Wasser.

Es war doch viel zu früh! 

All dies hat nichts an den Werten meiner Maus geändert. Irgendwann kam die Oberärztin des Kreißsaals rein und meinte das es so für mich und die Kleine nicht gut ist und das sie sich besprochen haben und jetzt dringend einen Kaiserschnitt machen wollen! Der Kinderarzt wäre auch informiert.
Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Ich war erst in der 34+5 ssw. Viel zu früh. Ich wollte eine normale Geburt, wie beim ersten. Dann lag ich in einer Klinik ohne Kinderklinik. Ich fragte noch, ob man mich verlegen kann, oder eine normale Geburt anstreben kann, aber dies wurde verneint.

Es wäre dringlich und müsse sofort gemacht werden. Meiner Kleinen wird es draußen besser gehen.
Ich rief meinen Mann an, der eh schon auf dem Weg war und wurde nebenbei Zack Zack OP fertig gemacht. So schnell konnte ich nicht schauen, da war ich schon eine Nummer im OP. Die OP-Schwester rief nur: „ah da ist ja die Not-sectio in der 34+5.“

-Ich hab auch nen Namen!

Ich lehnte noch im OP gegen Unterschrift die Vollnarkose ab da ich bis jetzt nie eine Narkose vertragen habe und ich wollte geschäftsfähig bleiben für die kleine Maus.

Während der Op wurde ich bewusstlos

Spinalnarkose saß und mein Mann durfte rein. Leider bin ich bewusstlos geworden, da es doch zu viel für mich und meinen Kreislauf wurde.
Als Luisa um 15:50 Uhr geboren wurde, weinte sie nicht und wurde direkt in den Nebenraum gebracht, in dem eine Intensivschwester und der Kinderarzt warteten.

Sie musste beatmet werden, da sie dies nicht alleine konnte. Kurz vor Ende der OP liefen sie mit meinem blauen Kind an mir vorbei und schnappten meinen Mann.

Fruehchen

Sie versorgten Luisa in einer Reanimationseinheit, in die ich mit meinem Bett auch rein geschoben wurde. Sie war durch die Nase intubiert und voll beatmet und hatte im Mund eine Magensonde. Die Geräte alarmierten ständig, da ihr Herz immernoch zu schnell war.

Ihr wurde Blut abgenommen und alles mögliche getan. Der Kinderarzt erklärte uns jeden Schritt. Auch das er sie in die Kinderklinik verlegen muss. Gegen 18 Uhr kam ein Rettungswagen mit Inkubator und Schwester und Kinderärztin und holten Luisa ab.

Ich fühlte mich so schlecht, weil ich dort zurück bleiben musste, da ich nicht mit verlegt werden durfte. Ich kam auf mein Zimmer und mein Mann ist mit auf die Intensivstation. Auf dieser bekam sie cpap ( eine assistierende Beatmung) und man stellte 2 Ventrikelblutungen fest(diese würden die allerdings nicht beeinträchtigen).

Ich habe nur noch geweint! 

In dieser Nacht hab ich glaub ich kaum geschlafen und nur geweint. Am nächsten Tag durfte ich aufstehen und damit auch gegen Abend zur kleinen Maus. Mein Mann rief ein Taxi und wir fuhren zu Luisa. Zwar im Rollstuhl aber ich musste sie sehen. Dazu muss man sagen, dass ich Gesundheits- und Kinderkrankenpflege gelernt habe und den Umgang mit Frühchen kenne und beherrscht habe.

Nun stand ich vor dem Inkubator und war so hilflos wie jede Mutter und traute mich kaum die Kleine anzufassen. Als der Pfleger sie mir geben wollte, war ich happy, nur meinte er ich müsse 1h sitzen können und das traute ich mir mit meiner frischen Kaiserschnittnarbe noch nicht zu.

Fruehchen
Am nächsten Morgen bin ich ganz früh hin und hab sie mir geben lassen und wir haben das erste mal gebondet und ich war der glücklichste Mensch. Luisa wurde schon am 4 Tag von der Beatmung genommen und machte sich super.

Das Stillen hat erstaunlich gut geklappt, allerdings hat es sie sehr viel Kraft gekostet. Nach 11 Tagen durften wir schon nach Hause und zwar direkt von Intensivstation. Es war ein ganz besonderer Moment für uns sie endlich mit heim zunehmen.
Luisa hat lang gebraucht, bis sie mal ordentlich zugenommen hat. Man macht sich als Eltern nur Sorgen, aber inzwischen ist sie fast 2 Jahre und top fit. Zwar immer noch kleiner und leichter, aber sie hat es faustdick hinter den Ohren!

Eure Franziska und Luisa


Seid ihr auch Frühchen Eltern und wollt eure Geschichte erzählen? Dann meldet euch doch bei mir! Oder per Mail an mamasdaily@gmx.de

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