Nur Mut, ihr Stillmamas!

Stillen

Eine Stillmama zu sein, bedeutet in der heutigen Zeit, Courage zu beweisen. Was früher völlig normal war, und was das natürlichste auf der Welt ist, ist heute durchaus ein „Ekelfaktor“ und wird verachtet. Ich wäre froh gewesen…und sage: Nur Mut, ihr Stillmamas!


Ich hätte mir gewünscht zu diesen Stillmamas zu gehören. Ja, genau das war mein Plan, den ich mir in meiner Schwangerschaft ausgiebig geschmiedet hatte. In meinem schon vorhandenen Schaukelstuhl sitzend, stillend mit Bebi E. da zu sitzen.Wochenbett

Klischee erfüllen quasi.

         7 Monate eine abpumpende Stillmama

Stattdessen war ich sieben Monate eine abpumpende Stillmama. Ja, das Frühchen Dasein machte mir aus meinem Klischee Plan einen Strich durch die Rechnung. Mir blieb nichts anderes übrig, als abzupumpen, die Milch war zum Glück in Massen vorhanden, jedoch Bebi E. war durch sein Frühchen-sein viel zu klein und zu kraftlos.

Und das Ziel auf einer Intensivstation, Abteilung Neonatologie, besteht darin, dass die Babys so schnell wie möglich an Gewicht zu legen müssen, egal wie. Das bedeutete für uns, Magensonde und Fläschchen.

   Hauptsache Muttermilch, egal wie! 

Und so entstand mein Stillproblem.

Bebi E. wurde an das Fläschchen trinken gewöhnt, so schnell konnte ich nicht „Halt!“ sagen, nach mehrfachem Versuch, es doch anders hinzubekommen, gab auch ich es auf.

Und da stand ich dann, Milch in Massen, die „Abpump – Stillmama“, die alle anderen Stillmamas beneidete. Im Nachhinein jedoch, war es für mich nicht mehr primär, denn ich dachte „Hauptsache Muttermilch„, egal wie.

Das Abpumpen hatte seine Vor- und Nachteile, mit denen ich 7 Monate (danach machte meine Milchproduktion schlapp), zu kämpfen hatte.

Zum Einen hatte ich das Glück, das mich mein Partner auch unterstützen konnte, was bei Stillmamas nicht der Fall ist.

Zum Anderen, war es für mich eine Doppelbelastung, denn ich war mit meiner Milchpumpe doch nicht so spontan unterwegs, wie die Stillmamas es sein konnten. Ich konnte mir ja schlecht die ganze Pumpe auf den Rücken binden! Und als „Abpump-Mama“ machst du quasi die doppelte Arbeit, – abpumpen- Fläschchen geben.

Wichtig ist letztendlich nur, dass es Muttermilch war, egal wie es gegeben wird. Und durch unsere Frühchen Erfahrung war die Muttermilch für Bebi E. umso wichtiger. Denn Muttermilch, und ja da kann man mal ruhig auf alle Ratgeber und Zeitschriften hören, ist einfach die bessere Variante, die es gibt.

Und deshalb liebe Stillmamas, bei denen die Milch in Massen läuft, nur Mut zur Milch! Nutzt es aus, solange es geht!

         Ich sage: Mut zur Milch! 

Denn es ist wichtig. Sowas hat die Natur ja schließlich nicht umsonst eingerichtet. Und die Erfahrung eines Frühchen Babys zeigte mir dies umso mehr. Hierbei ist primär die Muttermilch und deren Inhaltsstoffe, aber was mindestens genauso wichtig ist, ist die Nähe, die man beim Stillen, als Mutter zu seinem Baby hat und das ist dieser wichtige Moment, der so viel ausmacht. Leider war mir das mit meinem Fläschchen geben nicht möglich.

         Schämt euch nicht! 

Und nein, man muss sich auch in der Öffentlichkeit nicht rechtfertigen, oder verstecken, als Stillmama.

Denn es ist nun mal das Natürlichste auf der Welt und es ist alles andere als eine Schande! Steht bitte dazu, versteckt Euch nicht und vorallem schämt Euch nicht dafür! 

Was in der heutigen Zeit mir sowieso völlig unverständlich ist, denn wir sind doch offen für alles und tolerant gegenüber allem? Brüste sind doch das Normalste auf der Welt, warum dann nicht auch, wenn man seinem eigen Fleisch und Blut Nahrung gibt? 

Also nur Mut, ihr Stillmamas!

Eure

mamasdaily 

 

10 Kommentare

  1. Super geschrieben! Ich halte stillen auch für unglaublich wichtig und absolut natürlich -keine Ahnung, wie man sich davor ekeln kann. Aber unsere Kultur wird sowieso immer verrückter. Und setzt einen so unter Druck. Ständig irgendwelche Kommentare… Ich finde es toll, wie und was du hier veröffentlichst. 🙂

  2. Recht hast Du. Toll, dass es 7 Monate mit Pumpstillen geklappt hat. Wenn es bei uns nicht irgendwann so gelaufen wäre, ich hätte nicht pumpen können, es kam nix (nur am Anfang, im KH).

  3. Ja, man kann sich auch so schlecht darauf vorbereiten, was einen da tatsächlich erwartet.

  4. Ich hatte die gleiche Pumpe….Kam mir manchmal leicht Kuhmäßig vor….
    Aber im ernst: ich fand es immer schlimm welcher Druck ums Stillen aufgebaut wurde. Für Mütter, die nicht stillen konnten, war das nicht leicht.
    Wie gut das wir in einer Zeit leben, wo Kinder auch ohne Muttermale überleben.
    Und ich finde es auch schade dass der Vorgang des Spielens in der Öffentlichkeit häufig negativ bewertet wird.
    Wie wunderbar das Mütter heute über diese Dinge reden können und nicht verschämt in ihrem Kämmerlein bleiben.

  5. Es wird immer so getan, als hätten „früher“ Mütter IMMER genug Milch gehabt und IMMER stillen wollen. Komisch, dass es dann z.B. den Beruf einer Amme gab, die unter anderem auch (zu-)gestillt hat. Ich finde Druck im Umgang miteinander, egal ob es um die Pflege des eigenen Kindes oder irgendwas anders geht, schlimm und unmenschlich.

      • Womit wir generell bei der „Vergesslichkeit“ wären. Es wird ja auch gern vergessen, wie anstrengend die ersten Jahre mit Kleinkind sind.

  6. Heute wird soviel verachtet, was früher normal war. Das ist so bedauerlich. Je zivilisierter, um so menschenverachtender.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.