Panikmama, Übermama, Sagrotanmama

Fruehchen

Panikmama, Übermama, Sagrotanmama? Mamatitel, für ein völlig übertriebenes Mama-sein, oder Bezeichnungen für Mama’s, die einfach nur ängstlich sind? Man umgeht solche Titel, aber irgendwie steckt doch in jedem von uns so ein bisschen Sagrotan-Mama, oder nicht?


Das sind Mama-Titel, mit denen man sich nicht gern selbst kürt. Denn als Mama sieht man sich selbst als völlig normal und vor allem macht man alles mit seinem Kind sowieso richtig! Nie im Leben würde eine Mama selbst darauf kommen, das sie eine Übermama ist.

Wieso auch , es sind doch die anderen!

Ich selbst gebe gerne zu, das ich nicht perfekt bin, aber alles versuche perfekt zu machen. Mein Perfektionismus steht mir somit bei Bebi E. ständig im Weg, denn wie wir alle wissen, mit einem Baby läuft es nun mal nicht rund und schon gar nicht ständig perfekt!

Unser Frühchen – Stempel, den wir auf unserer Stirn mit uns herum tragen, macht die Situation nicht unbedingt besser. Denn somit weiß ich, ich bin alle drei Titel in einem!

ich bin nicht perfekt!

Um es relativ vereinfacht zu beschreiben, ist eine verunsicherte, überängstliche Mama, die Panikmama, eine mit Hygienesprays gut ausgestattete Mama, bei der auch kein Desinfektionstuch fehlen darf, die Sagrotanmama. Und die Übermama, wäre dann wohl eine, die eigentlich im Leben nicht möchte, das ihr Kind irgendwann mal auszieht. Das ist natürlich alles salopp formuliert und vor allem meine eigene Definition darüber, aber ich glaube es trifft es ganz gut.

Zu meiner bitteren Erkenntnis, bin ich alle drei Titel in einem! Unbenannt-141

Diese Erkenntnis kam natürlich nicht von mir selbst. Nein, man warf mir die bittere Wahrheit quasi gegen den Kopf. paamm! „Du übertreibst“, „sei doch mal entspannter“, „sieh es nicht so eng“ , „die müssen sich das alles in den Mund stopfen“

Bäääm ! Da war sie, die bittere Wahrheit –  du bist die Übsagpa – Mum ! Alle drei Titel in einem!

Ja, unser Frühchen-sein Stempel fördert mein Verhalten ungemein, sodass man in manchen Situationen immer leicht zur Panik tendiert, wo letztendlich vielleicht gar keine ist.

Sehr oft sehe ich einfach Bebi E. noch klein, hilflos, viel zu untergewichtig in seinem Brutkasten ( mehr über Frühchen-klick hier) wie er sich in unsere Welt boxt.

Meine Angst, steht mir im Weg!

Inzwischen sind sehr viele Monate vergangen, er hat sich verändert, aber irgendwie stecken meine Gedanken dort oft einfach noch fest. Und das kann mir widerum sehr oft im Alltag im Weg stehen, bzw. mir den Alltag erschweren.

Denn wenn man alle drei Titel in einem ist, kann das durchaus anstrengend sein! 

Oft erwische ich mich dabei, wie ich alles akribisch in die Wickeltasche packe, und dann noch zwei mal kontrolliere, ob alles vorhanden ist. Es fehlt nichts! Manche Dinge sind sogar zwei mal vorhanden, denn sicher ist sicher!

Den halben Kleiderschrank von Bebi E. habe ich auch immer parat, sodass die Wickeltasche schreit, sie möchte gerne ein Koffer sein!

Als typische Sagrotan Mama, stellt es mir die Nackenhaare, ich bekomme Schweissausbrüche und mir qualmt der Kopf, wenn ich beobachten muss, wie Bebi E. sich alles genüßlich in den Mund schiebt, ich hab förmlich das Gefühl mir winken die Bakterien von weitem zu und lachen mich dabei mit einem ekligen Grinsen an. Ja, aber er muss! Und ich muss auch..

-mich unter Kontrolle halten und zügeln!

Eine Nervenzerreißprobe wird es oft für mich ,wenn wir unterwegs sind.

Von weitem lächelte mich eine ältere Dame an, unbekannt, aber schien nett zu sein. Begeistert, wahrscheinlich von jedem Baby, starrte sie in unsere Babyschale. Die Situation war noch relativ entspannt, doch das Blatt wendete sich relativ schnell, meine Stimmung erreichte von einer Sekunde auf die andere den Gefrierpunkt, ich merkte wie meine Hände anfingen zu zittern, „reiss dich zusammen“ ermahnte ich mich innerlich.

Denn diese nette, unbekannte Damen fasste tatsächlich einfach so, ohne mich „die Mama“ zu fragen, in meine Babyschale und tätschelte Bebi E. zuerst an seinen Händen und dann strich sie ihm über das Gesicht. Völlig fassungslos sah ich zu, und überlegte mir, ob ich was sagen sollte, zugleich ging ich nochmal innerlich meine Wickeltasche durch und wurde etwas beruhigter, weil mir bewusst wurde, dass ich Desinfektionstücher dabei hatte. Eine Nervenzerreißprobe durch und durch!

Sie fasste einfach mein Baby an

Die Situation löste sie dann selbst, sie verabschiedete sich, ging weiter. Und da stand ich, die Übsagpa- Mama, mit den Nerven am Ende, schwitzend, mit Desinfektionstücher Bebi E. polierend, Puls auf 200 — Drei Titel in einem!

Ja, jeder hat irgendwie ein bisschen was von Panikmama, Übermama, Sagrotanmama, manche mehr und manche weniger.

Erfahrungen, die man in der Vergangenheit erlebt hat, können einen großen Einfluss auf diese Titel haben.

Ich bin die Übsagpa – Mum , alle drei Titel in einem. Nicht perfekt, aber dafür mit viel Herz. Durch meine Erfahrung als Frühchen Mama, handelt man oft anders, wie andere. Und das ist auch gut so! Solange das Kind später nicht unter dem Verhalten der Titel leiden muss, darf man sich auch gerne mal mit so einem Titel küren, als Mama!

Achja..und die „normale“ Mama , wäre ja auch irgendwie langweilig!

Eure Yvi

 

11 Kommentare

  1. Würde jemand ungefragt in die Babyschale langen, würde sogar mir der Puls hoch gehen. Geht gar nicht, wenn denjenigen nicht kennt. Das hat nichts mit Übermama zu tun. Bei uns ist es eher mein Mann, er es nicht abkann/-konnte. Ich bin da ziemlich entspannt, vor allem, weil ich weiss hier liegt nichts giftiges rum (von uns raucht z.b.keiner).

  2. Hey Über Mama sein ist nicht schlim <3 Wir sind zwar aus dem Babyalter raus aber die Tasche ist noch nicht wirklich kleiner geworden nur anders bestückt 🙂 Am Anfang haben sie mich belächelt , es kamen so Sätze wie wir gehen doch nur kurz auf den Spielplatz aber seit das erste blutende Knie verarztet werden musste oder das Nasenbluten einfach nicht aufhören wollte haben sie meine Tasche schätzen gelernt 🙂

    • Lieber gut vorbereitet, als dann das Nachsehen haben. Und ein kleines Erste Hilfe Set gehört zum Besuch auf dem Spielplatz (sonst kann man doch gar nicht stolz sein Pflaster zeigen 😉 ).

    • Danke,das ist lieb.
      Ja,ich glaube trotz aller Ratschläge,Zeitschriften..und Weisheiten aller anderen.Das Bauchgefühl ist immer noch am Besten und Wichtigsten!

  3. Ja ich behalte auch meinen „Koffer“ am Wochenende starte ich den Versuch mir eine neue Tasche zu nähen mal schauen ob das was wird 🙂

  4. Ich habe nun einige deiner Artikel gelesen und kann deine Erfahrungen und Meinungen nur unterstreichen. Meine Tochter musste auch in der 31. Ssw aus dem Bauch ausziehen und sämtliche Gefühle, Erfahrungen und Verhaltensweisen können wir bestätigen. Ich denke das darf man als Frühchen-Mama auch. Auch wenn es viele nicht verstehen…

    • Schön, das du meine Erfahrung teilst. Ja, ich glaube gewisse Handlungen sind dann einfach ‚anders‘ , mit einer ‚Frühchen Erfahrung‘ . Eigentlich ist es nicht wichig, ob aussen stehende es nachvollziehen können, oder nicht. Wichtig ist, dass es einem selbst dabei gut geht und man es mit sich selbt vereinbaren kann.

      Liebe Grüsse 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.