Pränataldiagnostik / Wieso es Sinn machen kann

Praenataldiagnostik

Die Pränataldiagnostik ist für viele immernoch völlig fremd und wird oft kritisch beäugt. Aber wieso sie Sinn macht, dass will ich euch mit meiner Geschichte erzählen…


Was genau versteht man eigentlich unter dem Begriff Pränataldiagnostik?

Mit verschiedenen Methoden bzw. Untersuchungen können bereits in der Schwangerschaft Auskünfte über eventuelle Fehlbildungen, oder Krankheiten des Babys gegeben. In manchen Fällen kann dann dementsprechend gehandelt werden.

Pränataldiagnostik positiv oder negativ?

Nun gehen hier aber die Meinungen bereits weit auseinander, viele  sehen diese Diagnostik problematisch, weil man im vorab schon wisse, dass das Kind krank sei und so durchaus die Möglichkeit bestünde, es auf Grund der Krankheit abtreiben zu können. Andere widerrum sehen diese Methode als einen großen Vorteil und dazu reihe ich mich gerne ein und erkläre euch warum.

Mir war diese Methode damals auch völlig fremd. Aber ich war in meiner Schwangerschaft eine von vielen Mamis, die grundsätzlich alles mitnahm, was einem beim Frauenarzt angeboten wurde, auch über die Kassenleistung hinaus.

So auch der Bluttest und die Nackentranzparenzmessung in der 12 Schwangerschaftswoche. Bis zu diesem Zeitpunkt war mit dem Baby alles in Ordnung, ich selbst hatte keine erwähnenswerte Probleme.

Das Ergebnis kam sehr schnell und man stellte fest, dass das Baby krank ist. Er hatte eine Nackenfalte die weit größer, als normal war und die eine immense Wassereinlagerung mit sich brachte.

Mit meinem Baby stimmt etwas nicht

Kein Grund zur Panik hieß es, das könne sich auch durchaus wieder regulieren. Falls nicht, wäre das Kind aber mit großer Wahrscheinlichkeit behindert, hätte ein Gendefekt, oder würde es nur einige Tage nach Geburt überleben.

Wir wussten, mit unserem Baby stimmte etwas nicht. Natürlich stellte ich mir die Frage, was habe ich falsch gemacht, hätte ich diesen Test nicht machen sollen, oder was hätte ich anders machen können? Warum wir?

Wir wurden in eine Klinik verwiesen, die spezialisiert für Pränatale Diagnostik war. Die Nackenfalte unseres Baby hatte sich auch nach Tagen nicht verbessert, sondern wurde sogar noch größer. Man schloss einen Gendefekt mit Behinderung, wenn es auf die Welt kommen sollte, nicht aus. In der Klinik wurde zusätzlich noch eine Chorionzotten Biopsie durchgeführt, um ganz sicher zu gehen.

Nun standen wir da. Wir wussten es reguliert sich nicht mehr. Es gab also zwei Möglichkeiten, die uns auch so mitgeteilt wurden.

Entweder schafft es unser Baby von selbst nicht, oder es kommt behindert auf die Welt. Die alternative Möglichkeit war ebenfalls gegeben, dass wir selbst entscheiden, ob wir die Schwangerschaft abbrechen wollen, oder nicht.

Wir nehmen unser Baby so, wie es ist!

Erstmal ein ganz schöner Brocken zum schlucken. Damit rechnet man nicht. Und damit kann man auch nicht umgehen. Man fährt nach Hause und fühlt sich tagelang betäubt, gelähmt und macht sich Vorwürfe. Vorwürfe darüber, was man hätte anders machen sollen/können. Aber letztendlich entschied das die Natur, dass es so lief und niemand konnte etwas dazu beitragen.

Wir entschieden uns natürlich nicht dafür, die Schwangerschaft abzubrechen. Wir wollten unser Baby so nehmen, wie es kam.

Man stellte sich darauf ein, dass sein Baby behindert bzw. mit Fehlbildungen auf die Welt kommen wird. Es ist zu dem Zeitpunkt trotz allem ungewies, ob das Baby nicht sogar Tage nach der Geburt sterben wird. Aber man stellt sich darauf ein und das ist der springende Punkt, wieso ich mich in diese „Vorteil und Pro Thematik“ einreihen möchte. Ich verschwendete hierbei nicht einen Gedanken daran, ob ich das Kind aus diesen Gründen nicht möchte.

Weil ich aus eigener Erfahrung heraus denke, dass es besser ist, es zu wissen, und sich darauf einstellen zu können. Als nach der Geburt, quasi ins kalte Wasser geschmissen zu werden. Man kann Dinge planen und sich darauf einstellen.

Er nahm uns die Entscheidung ab

In unserem Falle kam es allerdings gar nicht erst wo weit.

Bebi K. verabschiedete sich ein paar Wochen später und starb in meinem Bauch. Und auch wenn es für viele merkwürdig klingen mag, bin ich heute froh darum, dass er das für uns entschieden hat.

Heute denke ich, war es gut, diesen Test gemacht zu haben und es vorher gewusst zu haben.

Bei meinem Räuber lies ich übrigens automatisch diese Untersuchung gleich wieder machen, auch wenn ihr euch nicht vorstellen könnt, wieviel Angst und Panik ich vor diesem Ergebnis auf Grund unserer Geschichte hatte…aber sie ist es wert! Und ein wichtiger Schritt nach vorne in der Medizin!

Unser Räuber ist trotzdem ein Frühchen und wie das so ist, könnt ihr hier nachlesen.

Eure

Elternblog

 

1 Kommentare

  1. Hallo!
    Ich habe sowohl positive als auch negative Erfahrungen mit der Pränatal-Diagnostik gemacht.
    Wir haben aufgrund unserer familiären Geschichte die Nackenfalten-Transparenzmessung durchführen lassen. Die Ärztin stellte fest, ihr Baby hat einen Gendefekt.
    Bei einem Pränataldiagnostiker wurde diese Aussage relativiert. Die Wahrscheinlichkeit ist da, aber er halte es für unwahrscheinlich!
    Unsere Tochter ist ohne Gendefekt auf die Welt gekommen!
    Viel wichtiger ist, dass dieser Pränatal-Diagnostiker unser Mädchen vor dem Tod gerettet hat. Ihre Nabelschnur war nicht richtig durchblutet und wäre ich länger schwanger geblieben, wäre sie sicherlich verstorben. Nun ist sie zwar ein Frühchen aber ziemlich gut drauf
    Vielen Dank, liebe Pränatal-Diagnostik!

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