Rollentausch, wenn der Papa mal die Mama macht!

Papa

Nennen wir es Selbstexperiment und der Versuch einer Selbsttherapie meinerseits mit einem Rollentausch, indem der Papa mal die Mama macht…


Hat sie jetzt nicht mehr alle? Was soll denn das?

Mit der ersten Frage könnte man nun nicht ganz unrecht haben, denn ich stürzte mich in ein Selbstexperiment, für einen Versuch, mich selbst zu therapieren…

Aber mal von Vorne…

Seit 1,5 Jahren bin ich Mutter, gefühlt allerdings erst seit gestern. Mein Gluckenwahnsinn treibt mich desöfteren selbst in den Wahnsinn und genau hier beginnt das erste Problem.

Ich versuche alles irgendwie alleine hinzubekommen und baue mir konstant selbst einen immensen Druck auf. –Fail!

Alles und jedem irgendwie den Tag über gerecht zu werden, sodass man am Ende des Tages ALLES erledigt hat, schein ich bis heute noch nicht verstanden zu haben, dass dies völlig unmöglich ist. –also next Fail! Momentane Bilanz: ständige Schnappatmung, im Versuch die perfekte, aber wirklich perfekte Mutter zu sein.

Lass doch mal den Papa ran…sagte Papa…und genau das war die Idee! Einfach mal einen kompletten Tag einen Rollentausch. Er, das Arbeitstier in der Familie, taucht in eine Welt, die er höchstens bisher nur eine Stunde am Tag hat. –die Mutterrolle

Papa

Hat die sie jetzt nicht mehr alle?

Das fragt nicht nur ihr euch, sondern der Papa mit seiner mutigen Aussage fragte sich das ebenfalls.

Aber nach so einer Ansage, muss man sich auch in das Selbstexperiment stürzen. –Challenge accepted– Papa macht also Muddi und ja, die…die ist einfach nur da und versucht sich zurück zu halten (das ist eine große Herausforderung!)

Der Tag!

 

Wir haben System, hat Papa das auch?

Aufgestanden wird, wenn der Räuber brabbelt, meist seehr früh am Tag. Ich saß schon wie eine Eins im Bett und quasi auf heiße Kohlen, da drehte sich Papa erst nochmal um. In dem Moment zweifelte ich schon an diesem Experiment. –so ein schwachsinn!- Dennoch wollte ich hart bleiben und meine Muddi stehen.

Anstatt mal auszuschlafen, saß ich beim Frühstück und beobachtete wie der Räuber etwas verwirrt darüber war, warum er das Müsli mit Papa löffeln soll und Mami nur doof daneben sitzt und heute außnahmsweise Kaffee schwarz trinkt. Insgeheim hoffte ich, dass irgendwas schief läuft. Er entweder seinen Tee ausleert, den Müsli Löffel weg wirft, mit der Hand in die Schale patscht…nur um triumphierend sagen zu können, wie anstrengend mein Vormittag normalerweise schon anfängt, und um vielleicht doch eingreifen zu können. Aber, es passierte nichts.

Papa

Aber Mama macht das so!

Dann stand der Wocheneinkauf bevor und der Papa musste eine Einkaufsliste schreiben, den Räuber anziehen, sich selbst irgendwie noch fertig machen und da fing es schon in meinen Fingern an zu kitzeln, denn ich war bereits startklar, da hätte ich ihm ja die Schuhe anziehen können!-nein! Papa macht das!

Während sich Papa auf die Liste stürzte und alles zusammen schrieb, schien der Räuber die Stifte auch ganz interessant zu finden…und an dieser Stelle will ich nun nicht weiter ausholen. Kurz und knapp, es wurde bunt, irgendjemand schrie(das war nicht Papa) und das Ergebnis war kreativ.

Zum Glück zeigte sich dann der Räuber in seiner Paradestellung, beim Anziehen. Während mehrfach die Schuhe wieder ausgezogen wurden, fing dann auch mal Papa an langsam zu schwitzen und mit  meiner Aussage, dass wir langsam mal los müssten um später noch kochen zu können, machte ich seinen Zustand nicht besser.

Apropos kochen…er entschied sich für ein schnelles Menü (hihihihi) und so stand er in der Küche, der Räuber quängelte vor Hunger an seinen Füßen, der Postbote klingelte und mir fing er so langsam an ernsthaft leid zu tun.

Sollen wir abbrechen?

Diese Frage stellte ich ihm, als er während  des Mittagsschlafes des Räubers, fast auf dem Sofa einschlief. „Sollen wir abbrechen? Ich will ja nicht nerven, aber die Wäsche muss noch gemacht werden.“ Er machte sich bereits die zweite Tasse Kaffee und ich mir langsam Sorgen.

Ihr geht am Nachmittag noch weg?

Der Nachmittag brach an und euphorisch schlug ich den Spielplatz vor. „Ihr geht am Nachmittag noch weg?“ Völlig schockiert darüber, dass wir uns nicht gemeinsam aufs Sofa legen, schaute er mich müde an. Los geht’s!

Zwischen all den gluckenden, anti-autoritären, Vollblut, strengen, konservativen Mamis, stand er…der Papa, müde und gemustert von all den Mamis. Kurze Zusammenfassung an dieser Stelle, es gab eine kleine Eskalation wegen Sand im Auge, eine Kastanie wurde aus dem Mund des Räubers gefischt und die Rutsche war nicht Papas Freund. Kurzerhand erklärte er den Spielplatz als total unsinnig und  wir gingen wieder nach Hause. Immerhin hatte der Räuber Spaß.

Spielplatz

Wann ist der Tag endlich vorbei?

Der Abend brach an und ich fand den Papa auf dem Sofa und den Räuber spielend im Wohnzimmer vor. Eigentlich hat er doch das Mama-Sein ganz gut gewuppt! Das Kind ist ganz geblieben und alles andere auch, so war ich zumindest etwas beruhigt.

Während ich mir über den einigermaßen gelungenen Tag Gedanken machte, ertönte ein quängelndes Geräusch aus dem Wohnzimmer, von Papa aber nichts zu hören. Als ich in der Tür stand, lag er schlafend auf dem Sofa während der Räuber ihn mit seinem Kinderbuch anpiekte.

Er muss doch jetzt die Gute Nacht Geschichte lesen! Los Papa! Hier gibt es keinen Feierabend! Und da hörte man nur ein „wann ist der Tag endlich vorbei?“ Knurren…

Der Räuber schlief, Papa mit offenen Augen im Stehen und ich will an dieser Stelle nicht erwähnen, dass auch dann noch kein Feierabend ist…ihr kennt’s?

Fazit!

Ein Selbstexperiment, welches wohl eher dem Papa, als der Mama etwas brachte. Zumindest hatte Mami Spaß und Papa die Erkenntnis. Dem Räuber gefiel es nach anfänglicher Verwirrtheit. Ob ich es nun wirklich als Selbsttherapie bezeichnen würde, sei dahin gestellt. Ich sehe nun einiges lockerer und werde versuchen das auch auszuweiten.

Stay cool! Und manchmal muss man den Papas auch einfach mal Danke sagen!

Eure

Elternblog

 

2 Kommentare

  1. Liebe Yvi,

    ein sehr unterhaltsamer Beitrag, vielleicht sollte ich ein solches Experiment auch mal bei mir zuhause vorschlagen, was der Herr des Hauses wohl dazu sagen würde…

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Hey Tina,

      dann toi toi toi, oder Hals und Beinbruch? Nein…Spaß 😉
      Also zum empfehlen ist es für beide Seiten aufjedenfall!

      Berichte mir doch gerne nochmal, nach eurem Tausch 🙂
      Ich bin gespannt!

      Herzliche Grüße

      Yvi

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