Sei doch nicht so schüchtern, Kind! / Fremdel Phase

Fremdelphase

Zwischen „anstrengend“ und „eigentlich ist es doch ganz schön“ bewegen wir uns seit längerem in dieser Phase, in unserer Fremdel-Phase….


Angekommen in der Fremdel-Phase, normalerweise seit dem achten Monat, gefühlt seit Jahren und offensichtlich gerade auf dem Höhepunkt.

Gar nicht mal so falsch, denn die berühmte Statistik besagt, dass der Beginn einer Fremdel-Phase um den achten Monat sein soll und der Höhepunkt um das zweite Jahr, während ab dem dritten Jahr des Kindes sich alles wieder „normalisieren soll“. Also gut…

Fremdelphase

Wir stecken mitten drin und ich, die Mami, findet es eigentlich gar nicht so dramatisch, wie unser Umfeld. Da wird er schon mal als „weichlich“ bezeichnet, oder es heisst „sei doch nicht so schüchtern, Kind!“ … „Junge, aus dir wird mal nichts“ und der Kracher ist „du bist doch ein Kerl, sei doch nich so!

Die Fremdel Phase, ein wichtiger Entwicklungsschritt!

Ganz gerne erzählt mir das die Uroma des Räubers, denn damals gab es keine Weicheier und niemand ihrer vier Kinder hatte sich so schlimm angestellt. Und dann kommt der Satz, der allerl iebsten Sätze…

“ Kind, du hast ihn verzogen, das ist deine Erziehung, schau ihn dir an.“

Ich hasse es!

Es ist nichts verwerfliches, wenn das Kind in dieser Phase angekommen ist. Manche Kinder fremdeln mehr, bei manchen merkt man es überhaupt nicht.

Fakt ist, es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt nämlich, die Tatsache das, dass Baby nun „fremd“ von bekannten Gesichtern unterscheiden kann. Und das ist doch etwas Wunderbares und hat mit einer versauten Erziehung absolut nichts zu tun.

Fremdelphase

Natürlich ist der erste Bezugspunkt und Rettungsanker meist die Mama und da werden dann Nachbarn, Verwandte, Freunde und Co plötzlich nicht mehr angelächelt, da wird sich weg gedreht, versteckt, oder geweint.

Mami, der Rettungsanker

Das bekannte Baby Lächeln, das einfach alles und jeden anlächelt ist nicht mehr da, von nun an wird kritisch beäugt und der Räuber beäugt so kritisch, dass er die Stirn nicht weiter hochziehen könnte….Oder er weint. Und das ist auch völlig okay! Sobald er in der sicheren Mama-Rettungszone angekommen ist, dann fängt die Neugier an, man spickelt überall hervor, oder wird zum mutigsten Räuber auf dem Arm der Mama.

Er ist kein Weichei, er ist ein mutiger kleiner Mann, der gerade dabei ist seine Umgebung erst richtig kennenzulernen. Fremd von Bekannt zu unterscheiden, seine Bezugspersonen zu kennen wissen.  

Mit Erziehung hat das also nichts zu tun. Eine versaute Erziehung wäre es aus meiner Sicht nur dann, wenn ich genau das bei meinem eigenen Kind nicht erkennen würde und völlig falsch interpretiere.

Er darf also solange er Zeit braucht, fremdeln und sich hinter Mami verstecken, der mutige Held auf dem Arm spielen und die Stirn runzeln.

Habt ihr auch Fremdel-Kinder? Was sind eure Erfahrungen? 

 

2 Kommentare

  1. Hi, meine Tochter, 14 Monate alt, ist sehr neugierig und beobachtet alles ganz aufmerksam. Viele Omas fühlen sich sofort angesprochen und betaschen sie dann. Ich hasse das. Selbst wenn sie verwandte anfassen als wäre sie ein Kuscheltier oder Objekt wo jeder machen darf wie er will. Seit sie mit acht Monaten auch vermehrt fremdelt – also es ihr sichtlich etwas unangenehm ist. Möchte ich was sagen aber ich bin dann völlig blockiert. 🙁
    Doch ich gebe nicht auf. Ich möchte zu ihr stehn und in solchen Momenten sie schützen! 🙂
    Danke für deinen Artikel

    • Liebe Lydia, über die Sache mit Baby antatschen speziell im Babysafe oder im Kinderwagen, hatte ich auch mal geschrieben. Das geht gar nicht! Lass dir das auch bitte nicht gefallen. Beziehe klar deinen Standpunkt und schütze dein Kind! Fass dir unbedingt den Mut und sage etwas dazu, wenn jmd dein Baby anfassen möchte. Man weiß nie, wo die Leute vorher waren, was die Leute für Krankheiten haben und was sie evtl mit deinem Kind anrichten können. Liebe Grüße

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