Starke Mamis / Das Leben mit einem Downsyndrom Kind

Starke Mamis

In der neuen Blogreihe „starke Mamis“ geht es um das Leben mit einem Downsyndrom Kind, wie die Familie dad meistert und warum sie eine starke Mami ist…

 

1.) Dein Kind hat die Diagnose Down Syndrom, wie alt ist dein Kind und hast du noch weitere Kinder?

Unsere Kröte ist 20 Monate und hat einen großen Bruder, er ist im März 4 Jahre geworden.

2.) Wie war der Moment an dem du von der Diagnose erfahren hast?

Wir haben sehr spät vom Down Syndrom erfahren, unser Sohn war da schon 6 Monate alt. Als dann aber der Verdacht auf Trisomie 21 aufkam war das natürlich erstmal ein riesen großer Schock. Die erste Zeit war voller Unsicherheit, Angst und Sorge aber auch voller Liebe zu unserem Kind. So eine Diagnose stellt die eigene Welt auf den Kopf. Und zwar ruckartig und mit Schwung.

Starke Mamis

Mittlerweile bin ich sehr froh über die späte Diagnose. Kröte war schon so fest in unseren Herzen, hat gezeigt, was für ein tolles Menschlein er ist. Unser Band war da bereits sehr stark. Und er war der größte Halt und Trost während der Zeit all der schrecklichen Prophezeiungen.

3.) Wurdest du vor eine Wahl gestellt, bzw. hast du dir über einen Abbruch Gedanken gemacht?

In beiden Schwangerschaften haben wir alle pränatalen Untersuchungen abgelehnt. Unsere Kinder sind Wunschkinder. Eine Abtreibung stand zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion.

Starke Mamis

4.) Gab es Komplikationen während deiner Schwangerschaft, bzw. Geburt?

Die einzige Komplikation während der Schwangerschaft war ein 2-jähriger Wirbelwind im Haushalt 😉 Unser Mukkel ist ein richtiges Räuberkind und je größer der Bauchumfang, je wärmer die Sonne schien, desto schwieriger kam ich natürlich mit ihm mit.
Außer etwas Sodbrennen und Wassereinlagerungen zum Ende gab es nichts zu jammern.
Die Geburt ging sehr schnell und war deswegen aufregend. Aber Komplikationen gab es auch da zum Glück keine.

5.) Seid ihr in irgendeiner Form gehandicapt?

Nein. Bisher macht sich Kröte super. Zum Glück ist er organisch gesund und er verfügt über einen starken Willen und große Neugier. Das hilft ihm in seiner Entwicklung sehr. Durch die Down Syndrom typische Muskelhypothonie und die Überdehnbarkeit der Bänder muss er doppelt so schwer an Erfolgen arbeiten. Aber er ist sehr ehrgeizig. Mit 18 Monaten machte er seine ersten, sehr wackeligen aber freien, Schritte. Er kommuniziert mit uns, wenn auch (natürlich) nicht mit vielen Worten, dafür mit umso energischen Gesten.
Bisher ist er altersgerecht entwickelt, wann und wie weit sich die Schere zu Regelkindern öffnet, wird die Zukunft zeigen.

Starke Mamis

6.) Wie reagiert die Gesellschaft auf euch und wie geht ihr damit um?

Ich glaube, die Gesellschaft ist überwiegend wie ein Spiegel. Für uns spielt das Down Syndrom im Alltag kaum eine Rolle. Wir behandeln ihn nicht anders, als seinen Bruder. Unsere Freunde und Bekannte machen auch keine merklichen Unterschiede. Und Kröte hat es bisher noch immer geschafft, jeden (wirklich) für sich zu begeistern. Er hat ganz viel Charme und ein umwerfendes Lächeln.
Wir haben noch keine einzige schlechte Erfahrung gemacht.

7.) Welche Unterstützung bekommst du zb. vom Staat?

Durch die gesicherte Diagnose ist es vor allem leichter Verordnungen beim Arzt für z. B. Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie etc. zu bekommen. Frühförderung, (bei uns über die Lebenshilfe) kann man auch beantragen. Vieles ist auch abhängig vom Grad der (Begleit-) Erkrankungen und Behinderung. Da Kröte zum Glück keine gesundheitlichen Probleme hat, brauchten wir bisher auch keinen speziellen Stuhl, Buggy oder was es da sonst noch so alles gibt.
Natürlich kann man auch einen Behinderten-Ausweis beantragen und auch einen Antrag auf einen Pflegegrad stellen. Da wendet man sich aber am besten an die zuständigen Ämter, ich bin hier eine schlechte Beraterin.

8.) Hast du Tipps, für andere Eltern mit Down Syndrom Kinder?

Sucht euch eine Selbsthilfe-Gruppe in der Nähe. Dort lernt ihr viele neue Menschen kennen, bekommt hilfreiche Tipps und könnt sehen, wie es in anderen Familien läuft.

Habt keine Angst. Alles wird gut. Auch wenn man es erst nicht glauben kann. Down Syndrom ist so vieles! Vor allem aber ist es Liebe, Glück, Lachen und Wärme.

Starke Mamis

Und natürlich kann man auch mich jederzeit ansprechen – ich freue mich darauf!

Mehr dazu findet ihr auf ihrem MeinHerzundSo


Kennt ihr eine starke Mami, oder seid ihr selbst eine? Dann meldet euch doch gerne zum Interview per Mail an mamasdaily@gmx.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.