Unsere persönliche Geschichte über das Stillen und Abstillen

Nach zwei Jahren fällt mir auf, dass ich euch eigentlich nie konkret erzählt habe, wie das bei uns so war…hier ist unsere ganz persönliche Stillgeschichte!


Anlässlich der Blogparade meiner lieben Bloggerkolleginnen von Lächeln und Winken und  Doppelkinder möchte ich meine Stillgeschichte erzählen. Und dabei ist mir aufgefallen, dass ich noch nie darüber geschrieben habe.

Viele von euch wissen, dass ich abgepumpt habe, weil ich es hier und da immer mal wieder erwähnte. Also in dem Fall ist es eher eine Abpump-Geschichte. Der kleine Räuber kam vor zwei Jahren mit einem Notfallkaiserschnitt in der 30Ssw zur Welt und lag 8 Wochen auf der Neonatologie.

Meine Muttermilch wurde abgepumpt!

Bei vielen Frühchen Mamis kommt es oft zu Stillschwierigkeiten, da die Kleinen oft zu klein und zu kraftlos sind, bleibt dann meist nur das Abpumpen, oder eben gar nicht erst anfangen, sondern direkt das Fläschchen mit Milchpulver geben.

mamasdaily

Da die Damen noch auf der Station sehr hinter her waren, dass bei mir die Milch fließt, fing ich das abpumpen an und freute mich, dass nach Prüfen der Milch auf der Intensivstation diese auch dem Räuber gegeben werden konnte. Umso enttäuschter war ich, als er einfach nichts trank.

Ich pumpte anfangs, um meine Milch anzuregen, gefühlt alle halbe Stunde ab. Und er nahm nichts? Ich fühlte mich etwas veräppelt. Aber zum Glück bekam er dann meine Milch über die Magensonde und er hat sie super vertragen.

Auf der Intensivstation beim Känguruhen haben wir ihn ab und an mal angelegt, leider hat es nicht geklappt, da er einfach keine Kraft hatte zum saugen. Dennoch empfand ich es auch für meine Bindung zum Räuber so schön, dass wir es wenigstens ausprobiert hatten.

Da wir insgesamt 8 Wochen auf der Neonatologie waren, war ich in der Zwischenzeit zu Hause und fuhr jeden Tag in die Klinik.

Unser Kühlschrank war voll mit Muttermilch!

In dieser Zeit füllte ich unseren Kühlschrank und das Gefrierfach mit meiner Milch, die inzwischen mehr als gut lief. Der Räuber trank eher mittelmäßig und hatte sehr lange eine Magensonde, auch dann noch, als wir bereits in die Kinderklinik verlegt wurden und eigentlich nur darauf warteten,  bis wir ihn mit nach Hause nehmen konnten. Das war allerdings nun wirklich nur noch von seinem Gewicht und dem problemlosen trinken abhängig.

Und ich kann euch sagen, jeder Milliliter den er getrunken hatte, feierte ich wie meinen Geburtstag und Weihnachten zusammen! Das kann man sich nicht vorstellen, aber auf dieser Station ging es letztendlich bei allen Kindern nur noch um ein stabiles Gewicht. Und deshalb wurden im Sekunden Takt die Babys auf die Waage gelegt, gestillt, Fläschchen gegeben, gewogen, abgepumpt…und wieder von vorne. Es gab ein paar wenige, glückliche, die ihre Kinder stillen konnten.

Wir probierten die Fläschchen mit meiner Milch. Auch die Hilfe der Stillberatung auf der Station, führte zu keinerlei Erfolg, wobei ich dazu sagen muss, dass ich auch mit der Betreuung eher unzufrieden war. Denn eine Betreuung war es eigentlich nicht. Also blieb uns nur das Fläschchen und mein naiver Gedanke, wenn wir zu Hause sind, machen wir das mit meiner Hebamme.

Und dann war es soweit, wir durften nach Hause! Und angekommen, versuchten wir direkt ein paar Tage danach mit meinem bereits vor Monaten gekauften Stillkissen zu stillen. Und ich heulte, weil es nicht klappte. Egal welche Position, ob mit Hütchen oder ohne, der Räuber wollte nicht. Und meine Hebamme erklärte, dass es wohl dafür schon zu spät wäre, da er nun das Fläschchen gewohnt wäre, aber es prinzipiell auch nicht tragisch wäre. Denn letztendlich ist es egal wie er die Muttermilch bekommt, hauptsache er bekommt sie.

Ein Jahr lang Muttermilch und ich bin stolz!

Und ja, sie hatte recht! Auch wenn das abpumpen und Fläschen geben eine doppelte Arbeit war und ich anfangs, bei mehrmaliger Fläschchenzeiten am Tag eigentlich nur das und ausschließlich das machte….habe ich es trotzdem ein komplettes Jahr geschafft ihm meine Milch zu geben und bin auch etwas stolz auf mich selbst. Gerade bei Frühchen ist es doppelt so wichtig. Aber nach einem Jahr, war zwar nicht mit meiner Milch Schluss, aber mit meiner Lust! Und ich denke, das nimmt er mir nicht übel!

Das Abstillen habe ich übrigens ohne Hebamme und langsam Schritt für Schritt mit weniger Pumpen ohne Probleme geschafft, bis gar nichts mehr kam und der Räuber sich mit der Industriemilch zufrieden gab. Die übrige, eingefrorene Milch verwendeten wir fürs Baby-Bad!


Wollt ihr mehr Stillgeschichten lesen, dann schaut doch mal bei der Blogparade vorbei!

1 Kommentare

  1. Hallo Yvi,
    Wow, ein ganzes Jahr abpumpen! Mein Respekt!
    Bei uns war das mit dem trinken auch ein Problem, hab heut erst zu meinem Mann gesagt: weißt du noch, als er immer nur 35-40 ml getrunken hat? Und dann die Hälfte wieder gespuckt…
    Bei uns klappte das stillen im Klinikum auch nicht und ich hab ehrlich gesagt schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass es je klappt. Und eines Tages hat der kleine Mann beim Papa in die Brust „gebissen“.
    Dann hab ich gedacht, das ist DIE Chance und es hat dann auch wirklich funktioniert.
    Dennoch hab ich weiterhin abgepumpt, zum einen weil die Milch im Gefrierfach (und ja es war wirklich sehr viel) nicht verderben sollte und zum anderen weil das ständige wiegen vor und nach dem stillen bei einem Speikind nicht so viel Spaß macht. Gut, das hat irgendwann aufgehört, aber am Anfang ist es für uns doch sicherer gewesen etwas „Kontrolle“ zu haben…
    Liebe Grüße Victoria

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.