Vom Umgang mit ehrgeizigen Eltern am Spielfeldrand

Gastbeitrag

Ein Gastbeitrag von der lieben kuchenerbse, die uns heute einen kleinen Einblick in die schockierende, aber interessante Welt, der mehr als ehrgeizigen Spieler-Eltern gibt…


Als Mutter wird ja so viel falsch gemacht. Arbeiten, zu Hause bleiben, Brei füttern, kein Brei füttern, Stillen, nicht Stillen – die Liste ist ellenlang. 

Eine Sache, ja eine, bleibt aber oft unerwähnt, wird unter den Teppich – Verzeihung, den Spielfeldrasen – gekehrt.

Bevor die Mütter unter Generalverdacht geraten – es geht auch um den männlichen Part. Um eine ganz bestimmte Art Mensch. Die, die sich nicht benehmen können. Die, die Vorbild sein sollten. Für ihr Kind, für die anderen Kinder.

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Es geht um die ehrgeizigen Eltern am Spielfeldrand. Aber Moment, ist Ehrgeiz etwa verkehrt? Grundsätzlich erst einmal: Nein. Ohne Ehrgeiz, ohne Fleiß, würde die Menschheit heute noch in Höhlen hausen und Kutschen das Stadtbild dominieren. Wobei so einiges an Fortschritt ja auch eher der menschlichen Faulheit geschuldet ist. Aber bevor ich abschweife: Ehrgeiz, gerade im Sport, ist nicht unbedingt negativ. Allerdings kann er ausarten. Besonders dann, wenn Eltern sich durch ihre Kinder etwas beweisen müssen. Ziele und Träume erreichen wollen, die ihnen verwehrt blieben. Diese Spezies steht u.a. am Fußballfeld, hinter dem Handballtor, oder am Dressurabreiteplatz.

Normales Anfeuern ist quasi für Loser. Für diese Eltern muss es eine Nummer härter sein; was nicht passt, wird passend gemacht.

Das kriegt wahlweise Trainer, Schiri oder Pferd zu spüren. Verbal oder körperlich, immer wieder lese ich von Handgreiflichkeiten gegen Erwachsene Menschen, wenn Kinder sportlich spielen.

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Ja, spielen. Es heißt „Ball spielen“ und in einem gewissen Alter ist es das auch noch. Sport, auch mit Ambition, soll Spaß machen.

Was nun aber tun, wenn man als Mutter – oder Vater – direkt Zeuge eines verbalen Angriffs wird? Das eigene Kind beleidigt, oder dem Trainer gedroht wird?

„Pushy Parents“ in Großbritannien genannt, sind Trainern und Schiedsrichtern ein Dorn im Auge. Doch auch der Allerwelts-Mutti – wie mir zum Beispiel – graut es vor dem Zusammentreffen mit übertrieben ehrgeizigen Eltern, die sich verbale Entgleisungen vom Feinsten leisten.

Eines weiß ich jedoch sicher: Schweigen ist keine Option. Wer gravierendes Fehlverhalten schweigend hinnimmt, signalisiert automatisch Zustimmung.

Deeskalation heißt das Zauberwort

Ein guter Tipp: Am Besten mit anderen Elternpaaren zusammentun und die Leute gemeinsam sachlich und ruhig ansprechen. Manchen ist es im Eifer des Gefechts gar nicht bewusst, dass sie sich daneben benehmen.

Bei richtigen Ausrastern wird das Spiel in der Regel abgebrochen. Wer sich gar nicht benehmen kann, erhält Platzverbot vom Trainer, oder dem Verein. Dazu können Anwesende die Situationen dokumentieren und dem Vereinsvorsitz, oder dem Trainer vorlegen.

Auch Aktionen bei Turnieren, oder Spielen könnten von der Elternschaft geplant werden: Spruchbänder, oder T-Shirts mit Mottos wie „Fußball ist ein Spiel“, „Kinder kicken“, „Es ist unser Spiel“, „Anfeuern ja – beleidigen, nein“ uvm. sind Blickfang und holen manch einen zurück in die Realität.

Wenn alles nichts nützt, sollte man selbst überlegen, den Verein zu wechseln. Lieber längere Wege und ein entspanntes Kind (das ist man schon sich selbst schuldig), als Frust und das Lernen neuer Schimpfwörter im eigenen Haus.

Ein positiver Ansatz ist seit 2007 in Deutschland zu verzeichnen: Die Förderung der FairPlayLiga. Hier dürfen die Eltern maximal loben, 15m vom Spielfeldrand entfernt.

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Trainer machen ihren Job aus einer gemeinsamen Zone heraus und kommentieren nur das Nötigste und die Kinder im Alter von 6-10 Jahren spielen – mehr nicht. Schiedsrichter gibt es keine, die Kinder sollen möglichst viel alleine klären. Verhaltensregeln für Eltern sind übrigens heutzutage Usus – nur nützen sie nicht immer überall.

Der Berliner Fußballverband beispielsweise setzt Gewaltpräventionsbeauftragte bei einigen Spielen ein. Das wirkt – Abschreckung durch Autoritätspersonen im Vorfeld hilft.

Und ja, es handelt sich um Jugendspiele!


Dieser wirklich sehr interessante und informative Gastartikel entstand aus dem wunderbaren Blog von kuchenerbse -Herzlichen Dank!

Bilder Quelle: www.kuchenerbse.de

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