Was ich über Mütter dachte, bevor ich selbst eine wurde

Muetter

Früher, da war alles anders. Stimmt! Da war ich noch nicht Mama und was ich da über Eltern und Mütter dachte und wie das heute so ist…


Damals, da hatte ich eine Beziehung, meine Arbeit und vorallem ganz viel Zeit!

Heute, bin ich Mutter, verheiratet und frage mich, wo ist die Zeit nur hin? Der Tag müsste eigentlich 48h haben.

Früher da belächelte ich sehr gerne mal Eltern in allen möglichen Situationen, oft sah ich dann auch immer mit bemitleidenswerten Blicken zu Müttern, die aussahen, als wären sie gerade kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

Ich belächelte andere Mütter

Hat die ihr Kind denn nicht im Griff?“ ein Satz den ich mir bei wild umher rennenden Kindern oft dachte, wenn mein Blick die dazugehörenden Eltern gesucht hatte und diese just in dem Moment verzweifelt an mir vorbei rasten. Kopfschütteln und ein fettes Grinsen ganz tief in meinem Inneren, waren das Ergebnis. So mochte ich mein Leben definitiv lieber-frei und alleine!

Dame

Ganz schlimm waren für mich Mütter beim Einkaufen. Meistens die, die ihr Auto schon scheisse einparkten, damit sie ihr Kind schnell ausladen können. Die emanzipierten Frauenparkplatz-Nutzer und die, die ihre Einkaufswägen mit Kind überall mit vor sich herfahren, auch in deine Ferse, ohne Rücksicht auf Verluste.

Der Einkaufsladen wird zum Spielplatz und du bist ungewollt in einem Battle zwischen Mutter und Kind, mit der Frage, wer schreit lauter. Mega ätzend!

Kind

Für mich aber absolut unverständlich, waren frisch gebackene Mütter in meinem Bekannten-, oder Freundeskreis. Plötzlich veränderte das Kind deren Charackter um 180 Grad, sie ließen sich monatelang nicht mehr blicken, oder waren ständig zu müde für irgendwas.

Sind das Zombies, oder Kinder? 

Wenn man sie irgendwann mal zu Gesicht bekam, waren sie merkwürdig gekleidet, sie nannten es „praktisch“ und ernährten sich plötzlich gesund. Dabei sprachen sie sehr eigenartig und es erinnerte mich fast an meine eigene Mutter.

Total schräg, ich fragte mich, ob sie Zombies zu Hause hatten, oder was da eigentlich passierte. Die Gespräche, die man führte, entzweiten sich völlig und liefen aus dem Ruder, so, als wären wir von anderen Welten. Ich, erzählend von den neuesten Trends und Partys und sie heulend, nach Sehnsucht, um ein paar Stunden Schlaf.

Mutter

Schlafen die nicht irgendwann!?

Aber was für mich damals wirklich gar nicht tolerierbar war, die Situation, wenn ich mit meinem Partner beim Abendessen saß. Und eine Familie neben uns ebenfalls mit Kindern, Babys und das volle Programm dinierte.

Völlig genervt und keine Lust mehr auf das Essen, fragte ich mich, ob die Kinder denn nie schlafen müssten und wieso die Mutter das Baby nicht endlich ruhig stellen konnte. Mit dem Gedanken, das Familien um die Uhrzeit dort nichts mehr zu suchen hatten, war der Abend für mich gelaufen.

Das absolute No-go war für mich aber, dass Mütter die Babys überall wickelten-ekelhaft! Ich empfand es für absolut unhygienisch…“Konnten die das nicht einfach zu Hause machen?“ Abgesehen vom öffentlichen Stillen, denn in solchen Momenten musste ich einfach immer die Brüste anderer Mütter anstarren. Es war wie ein ungewollter Zwang und im nachhinein empfand ich es einfach nur als unästhetisch. „Dann dreh dich doch einfach weg!“ meine Gedanken dazu.

Mutter

Dann kam der Tag, ein paar Jahre später, an dem ich Mutter wurde, gewollt! Ich schäme mich nicht für meine damaligen Gedankengänge, aber inzwischen belächel‘ ich sie.

Der Tag, an dem ich Mutter wurde

Denn heute habe ich keine Zeit, eigentlich nie, für irgendwas. Ich bin ständig müde und würde gerne durchgehend schlafen. Meine Gesprächsthemen reichen aktuell von Babykram, bis hin zu Mütterproblemen und im endefekt würde ich anderen gerne zuhören, vergesse aber alles in meine Schwangerschaft-Still- und inzwischen Mutter-Demenz. Mich findet man in Krabbelgruppen und auf Spielplätzen, nicht mehr in der Drogerie- Abteilung beim Parfumtest. 

Ja, ich sehe mich selbst als die Frontparkerin vor Einkaufsläden, ich ärgere mich sehr gerne über andere, die ihr verdammtes Auto so eng neben meines parken, so das ich die Babyschale kaum heraus bekomme. Ich kann mich super „über die Jugend von heute“ aufregen, die mir die Tür mit dem Kinderwagen nicht aufhalten können. 

mamasdaily

Hätte ich gestillt und nicht abpumpen müssen (meine Abpump-Geschichte), hätte ich es überall getan, völlig egal, was andere denken und wenn mein Kind in die Hose kackt, dann bleibt es nicht darin liegen, dann wird überall gewickelt –Improvisation ist als Mutter alles! Und ich zähle mich inzwischen selbst zu den emanzipierten Vollblutmüttern.

Meine Freizeit verbringe ich mit Haushalt, Einkauf und einem Elternblog, anstatt mit Cocktails, Partys und Whatsapp.

Ich bin gern Mami und inzwischen auch oft eine kleine Glucke 😉

Eure

emanzipierte, Vollblutmami

 

1 Kommentare

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