Weil es nicht darum geht, was dein Kind noch nicht kann!

mamasdaily

Es geht nicht darum, was dein Kind noch nicht kann. Es ist völlig unwichtig, ob dein Kind mit einigen Dingen viel zu spät dran ist…


Als Frühchen Mami wurde ich mit genau so einer Vergleichssituation bereits auf der Intensivstation konfrontiert. Ja, dort, wo es um Leben und Tod geht und man eigentlich Besseres zu tun hätte, als Kinder zu vergleichen. Aber genau da schien es mir bislang am Schlimmsten in meiner Bilanz, die ich nun nach 1,5 Jahren ziehen kann. Und genau das, ist für mich persönlich auch Umgebungsbedingt, am traurigsten!

Als wir dort ankamen, war bereits die komplette Station belegt und konfrontiert mit den verschiedensten Gesundheitszuständen der Kinder, ist allgemein die Situation, die Wahrnehmungen und die Tatsache, dass dein eigenes Kind dort liegt, nicht der Knüller.

Brutkasten

Dort allerdings wurde ich direkt in meiner Stillproblematik mit den anderen Mamis konfrontiert, die sich und einschließlich mich verglichen. „Sie kann stillen“ , „ich kann nicht stillen“ und „die dort drüben stillt sogar ihre Zwillinge“ … die räumliche Situation machte diesen Zustand nicht besser, denn man traf sich quasi in einem kleinen, stickigen Nebenraum zum Abpumpen.

Willkommen in der Milchbar…

Nebeneinander sitzend, abpumpend gab es, neben dem leicht erniedrigenden Gefühl, natürlich nur eine Thematik „Wieviel Milch bekommst du?“ Und irgendwie baute sich der Druck, in unserer Milch-Reihe, automatisch auf.

Und so nahm es seinen Lauf, mit der abgepumpten Milch versuchte man, sein Baby so schnell wie möglich, so viel Milch wie möglich, einzuflößen. Diejenige, die mit ihrem Baby als erste die Magensonde entfernt bekam, war der King, ansonsten galt es stets „10ml und du weißt, es läuft bei euch“ !

Im Endefekt absolut überflüssig, aber ich glaube, dass dort auch die räumliche Enge und die Verzweiflung der Eltern eine große Rolle spielte, hinzu kommt, dass man den ganzen Tag dort verbringt. Man kann also tragischerweise nicht anders, als genau das zu tun, sich zu vergleichen! Und mich selbst, mit eingeschlossen! Heute denke ich daran zurück und schüttele den Kopf darüber. 

Zuhause angekommen, hörte natürlich dieses Vergleichs-Phänomen nicht auf, anfangs hielt es sich noch überschaubar in Grenzen. Mit zunehmendem Kontakt anderer Mütter jedoch, nahm es seinen ganz eigenen Lauf. Spielplätze, Physiotherapien, Krabbelgruppen, Babyschwimmen, Kangatraining…das volle Programm „Mama„….

mein Kind kann das“ …“mein Kind wird später mal das“ und „mein Kind bekommt ausschließlich nur das“ nach anfänglichen Standard Diskussionen, dass man froh sein solle, über den Gesundheitszustandes seines Kindes,  warf ich sehr schnell die Flinte ins Korn und kapitulierte. Das sind nämlich keine Wände gegen die man hierbei spricht, dass ist knallharter Beton. -also no way!

Da wir in unserer Frühchen-Ausnahmesituation genau für solche Vergleichstalente wie auf dem Präsentierteller waren, war mir sehr schnell klar, ich brauche ein sehr dickes Fell.

Unser Baby passte in keine Norm, es war viel zu klein, viel zu leicht und konnte für sein Alter viel zu wenig. Leute starrten mich unglaubwürdig an, wenn ich das Alter des kleinen Helden erwähnte, als ob ich über das Geburtsdatum meines Babys völlig ahnungslos wäre. Nach einem Jahr hieß es bei den älteren Omis immer noch „der ist ja noch ganz frisch„, zumindest so frisch, dass er bereits im Buggy saß und seine Waffel aß…

 

mamasdaily

Jedes Kind ist individuell und einzigartig!

Also liebe Mamis, lasst euch nicht vergleichen, dass ist absolut überflüssig! Euer Kind kann auch und wenn es das etwas später macht, als andere. Irgendwann wird es genau das auch machen. Jedes Kind ist individuell und braucht seine ganz eigene Zeit, die man entgegen der Gesellschaft seinem Kind auch bitte geben soll!

Ich erinnere mich nochmal gerne an die Aussage meiner Oma zurück, die meinte „sei froh, dass er noch nicht krabbeln kann, was meinst du, wie du da hinter sein musst…“ als er es konnte, freute ich mich eine Woche lang, danach ….ach ihr kennt’s … wurde es zu meinem Mami-Sport…Inzwischen läuft er und mein Sport nimmt kein Ende!

Also ihr Lieben, was ich damit sagen will, entspannt euch! Lasst Kinder, Kinder sein! Vergleicht nicht und bitte auch nicht VOR euren Kindern! Es geht nicht darum, was eure Kinder noch nicht können, es geht nur darum, was dein Kind bereits kann und darauf sollte man stolz sein, denn für so einen kleinen Wurm ist das ganz schön viel Arbeit!

 

Alles Liebe euch!

 

 

 

 

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