Das Drama mit dem Fischstäbchen – Hallöchen Trotzphase!

Kann man eigentlich ganz genau sagen, „wir sind in der Trotzphase angekommen?“ . Wann ist denn dieser Moment da? Gibt es ihn?


Ich bin mir nicht so sicher, ob man exakt sagen kann „wir sind in der Trotzphase angekommen“ . Denn, wann ist man denn angekommen? Ich dachte nämlich schon vor einem Jahr, als er 2 Jahre alt war, dass wir in den zornigen, trotzigen Phasen angekommen sind. 

Nur damals, war es irgendwie noch harmlos. Sollte ich es beschreiben, würde ich sagen, es war ein entspanntes, süßes zornen und trotzen des Räubers, wenn er mal zeigen wollte, was ihm gerade nicht passt. Ist das schon das Gefühl dort angekommen zu sein? Damals dachte ich das und damals dachte ich auch, dass wir bereits am Höhepunkt sind. Da wusste ich aber noch nicht, was auf mich zu kommen wird. 

Mit den Jahren wird es immer besser…..Bullshit! 

Denn eigentlich dachte ich auch, dass es „nur besser werden könnte“ . Überall heißt es ja schließlich von Müttern, die bereits schon alles hinter sich haben und dich bemitleidenswert von oben herunter anschauen „es wird besser“ , „mit den Jahren wird es immer besser“

So ganz glaubte ich das nie, denn schließlich haben wir ja noch die Pubertät vor uns, aber jetzt weiß ich definitiv, nein es wird nicht besser. Ich glaube, man kann nur irgendwann besser damit umgehen…irgendwann…vielleicht nicht gerade heute….aber irgendwann.

Denn heute war ein Fischstäbchen der Auslöser eines fast drehreifen Dramafilmes. Hätten wir es gefilmt, ich befürchte es wäre sogar ein Bestseller geworden..

Aber mal von Vorne…

Wir Müttern wissen inzwischen, dass dieses Ding, welches man Trotzphase nennt, sich verhält wie ein verdammt böser Geist gefangen in einem Körper während des Exorzismus. Für alle, die noch keinen Kontakt mit dieser Phase haben, will ich kurz erklären warum es für alle Eltern die Hölle auf Erden ist. 

Trotzphase kurz und knapp zusammengefasst: 

  • Kleinigkeiten bringen dein Kind zum explodieren

  • Der Elternteil kann alles machen, es hilft nichts – auch ein Kopfstand führt zu nichts.

  • Binnen Sekunden verwandelt sich dein Kind in ..naja…“etwas“ 

  • Während der Trotzphase können die eigentlichen Ausraster-Gründe auch gerne sekündlich variieren. 

  • Es ist laut, kreischend und irgendwie unerträglich

  • Diskutieren und erklären? ….. sry, hatte mich gerade beim Lachen verschluckt.

 

Ist es die Vorbereitung für uns Eltern auf das eigentliche Schlimme? – Die Pubertät?

Heute war also das Fischstäbchen unser Auslöser des Bösen…

Wie jeden Mittag essen der Räuber und ich zusammen zu Mittag, so wie an diesem heutigen Tag auch. Es gab Fischstäbchen, Kartoffeln und Gemüse mit Soße. Das mag er …normalerweise. Das Essen war wie immer warm, nicht heiß. Heute jedoch war es dem Räuber zu kalt. Ich dachte mir nichts dabei, also wärmte ich kurz seinen Teller in der Mikrowelle auf. Dann war es dem Räuber zu heiß, auch hier dachte ich mir nichts dabei und pustete ein paar mal kräftig, auf essbare, angenehme Temperatur herunter.

Er schrie alles aus seinem kleinen Körper heraus- Hallo Trotzphase! 

Dann jedoch war es dem Räuber wieder zu kalt und mir wurde es zu bunt. Ich sagte ihm, dass er es so gut essen könne und das Fischstäbchen lecker, warm, nicht zu heiß und nicht zu kalt wäre. Und dann war es so weit, binnen Sekunden verzog er das Gesicht, schrie alles aus seinem kleinen Körper heraus, was er nur konnte, warf sein Löffel in den Teller und brüllte. Einfach so…ohne Grund und du sitzt da und verstehst die Welt nicht.

What the hell?! Diskutieren, einreden, erklären ist genauso wie dieses Zonk Geräusch. Mööööööööööp! Fail! 

Ich ließ ihn also erstmal machen, er stand auf und dann war plötzlich das arme Fischstäbchen, welches darauf wartete gegessen zu werden nicht mehr das Problem, sondern der Stuhl der sich nicht sofort an den Tisch zurück schieben ließ, sondern in der Fuge des Fliesenbodens verhakte. Wer wäre da nicht ausgerastet? Also switchten wir plötzlich vom Fisch zum Stuhl und fingen wieder das gleiche Procedere an abzuspielen. Weinen, brüllen, stampfen. 

In solchen Momenten möchte ich allen Trotzphasen-Ratgebern mal gehörig in die Fresse hauen. – Versteht ihr mich? Denn ein „Wutkissen“ bringt genau so viel, als würde ich Stevie Wonder eine Brille kaufen wollen. Die ganzen Ratschläge, „die Kinder wissen nicht wohin….“ “ Wut kompensieren und zum Ausdruck bringen“ “ Wut zu lassen“ „Rede mit deinem Kind“ .

Rede mit deinem Kind? Inmitten einer Trotzphase? Ich muss da manchmal hysterisch laut Lachen, wenn ich so was lese. Ich kann auch versuchen bei laufendem Triebwerk vor einem Airbus zu telefonieren, verstehe ich auch nichts. 

Also kurz um, ich habe manchmal das Gefühl, dass man alle diese Phasen die stellenweise mehrmals täglich auftreten einfach „nur“ überleben muss. Reden, diskutieren das kann man probieren, es kostet aber Kraft und führt zu nichts. Unterbinden, dagegen brüllen ist genau so schlimm, nur schlimmer, denn dann wird es auch fürs Kind problematisch. Machen lassen? Das ist zwar die Hölle auf Erden, denn die Kids nehmen bei solchen plötzlich kommenden Anfällen keine Rücksicht darauf ob du gerade im Wartezimmer, oder beim Einkaufen oder zu Hause bist…aber machen lassen, so habe ich das Gefühl ist die einzige mögliche Reaktion auf diese Phase. 

Und einige von euch kennen mich ja ein bisschen und wie ihr wisst, bin ich immer der Ansicht, dass alles nicht umsonst passiert, sondern einen Grund hat. Und ich glaube, dass wir Mütter ( auch Väter) mit diesen Phasen vorbereitet werden auf noch viel größeres- die Pubertät . So dass wir dann vielleicht etwas entspannter bleiben können, wenn unsere Kids dann zwischen „chill mal“ und „halt die Fresse Mama“ schwanken. 

Und nächstes Mal gibt es Chicken Nuggets !

(Ich liebe dich du kleiner Räuber)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.