Ihr erzieht mein Baby!

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Und in diesem Moment bin ich in einem Gewissen- Erziehungs-konflikt. Ich versuche monatelang meinem Baby an einen Rhythmus , an Einschlafrituale und sonstiges zu gewöhnen, sprich zu erziehen. Und dann schwappt plötzlich die Verwandtschaftswelle auf mich zu, überrollt mich und alles ist hinüber?…


Monatelang versuche ich Bebi E. an Einschlafrhythmen , an gewisse Essgewohnheiten und sonstige Rituale und Abläufe zu gewöhnen. Klappte inzwischen größtenteils ganz gut und ich war mehr als stolz und Bebi E. mehr als zufrieden.

 Aber da lauerte sie, unaufhaltsam die obligatorische Verwandtschaftswelle! Je größer und älter Bebi E. nun wird, desto länger werden die Besuche bei der Verwandtschaft, desto öfter finden diese auch durchaus mal alleine statt, mit einem etwas bitteren Beigeschmack.

Denn meine ganzen ausgeklügelten, lang durchdachten Rituale und Rhythmen sind binnen Sekunden komplett über den Haufen geworfen, mit nur einem Besuch bei Oma und Uroma! Der einzige , der an der Situation offensichtlich Spass hat ist Bebi E.

Ihr erzieht mein Baby!

Ja, sehr oft bin ich in dieser verzwickten Situation, in der ich da stehe und Bebi E. wird komplett neu erzogen. Ein Gewissenskonflikt mit mir selbst. Sag ich da was? Kann ich mich beschweren? Es ist doch mein Kind! Aber meine Verwandtschaft? Zähne knirschend hab ich es oftmals hingenommen, und auf der Heimfahrt mich durchaus darüber geärgert.

Momente in denen Uroma von früher erzählt und wie damals sowieso einfach alles besser war und Oma dasteht und Anekdoten über mich und mein Babysein erzählt. Wäre ja alles durchaus unterhaltsam und schön zu hören, wenn nicht da zugleich der Drang wäre, es bei Bebi E. genauso umzusetzen, wie damals!

Mama sagt „nein“, Verwandtschaft überhört’s, Bebi E. freut’s !

Ohne Rücksicht auf Verluste, wird das komplette Essensverhalten von Bebi E. über den Haufen geworfen , und reingefuttert was das Zeug hält, denn schließlich muss er ja groß und stark werden, und früher haben wir das ja auch bekommen. „Das schadet nicht“ , ist die Aussage. Mag ja sein, aber meinen Nerven schadet das durchaus, denn ich verfolge binnen Sekunden, wie meine lang einstudierten Essensrituale über den Haufen geworfen werden, von etwas, was wirklich nicht danach aussieht, als könnte man es essen!

Ihr erzieht mein Baby! Schon alleine in dieser Aussage, schreit einem förmlich das „Schluss jetzt!“ entgegen. Aber stattdessen darf Bebi E. auch gerne mal eine Stunde länger aufbleiben, als sonst. Und wem das noch nicht reicht, der hat Uroma noch nicht erlebt, die gerne auch noch alte Kleidung von uns aussucht und ihm anzieht. Mama = Mädchen, Bebi E. = Junge, irgendwas ist da nicht richtig. Aber da liegt dann Bebi E. mit einem rosa Strampler und einer Prinzessin darauf, die mit ihrem Zauberstab wedelt,schon fast provokant!  Das spart Kleidung , früher hatte man auch nicht so viel!

Ihr erzieht mein Baby!

Dieser Gewissens-Erziehungs-konflikt wird wohl noch eine ganze Weile anhalten, jedoch haben wir uns inzwischen gegenseitig toleriert. Ich drücke dann doch mal ein halbes Auge zu und die schwappende Generationenwelle zieht inzwischen blau, statt rosa an.

Es ist durchaus hilfreich auch Ratschläge anderer anzunehmen, oder auch Kritik, vor allem wenn sie von der eigenen Verwandtschaft und das dann auch noch generationsübergreifend kommt, denn schließlich sind es auch nur Mütter, mit durchaus Erfahrung , die Kinder groß gezogen haben.

Aber dennoch, erziehe ich lieber mein Kind selbst , bin aber für jeden Tip und Idee dankbar, vor allem von Oma und Uroma! 

 

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