Jedes Kind ist ganz individuell / Von Entwicklungsverzögerungen und unserem Problem

Jedes Kind ist auf seine ganz eigene Art toll und kann Dinge, die andere nicht können..aber ist es immer so einfach?


Ich habe schon fast geahnt, dass auch bei uns irgendwann dieser Moment kommen wird, in dem es uns doch noch, sagen wir mal, „erwischt“ .

Eine Frühgeburt ist schließlich kein Zuckerschlecken und in den seltensten Fällen scheint genau solch eine Geburt keine Spätfolgen für das Kind zu haben. Die meisten Spätfolgen sind allerdings wirklich tolerabel und man kann sich damit arrangieren.

Der Räuber ist nun etwas über zwei Jahre und hatte bereits damals seine Intensivstationszeit im Verhältnis zu anderen ganz gut gemacht. ( Mehr zu unserer Geburt –hier)

In seiner Säuglingszeit hatten wir prophylaktisch einmal wöchentlich eine Motorikförderung mit ihm, bei einer Physiotherapeutin inklusive Bobath-Therapie, die ebenfalls ganz gut lief und wir auch im Anschluss keine mehr benötigten.

Unsere Frühgeburt und die jetzigen Spätfolgen

Seither war alles gut, er holte seine Körpergröße auf, sein Gewicht leider nicht. Krabbeln, sich drehen, und laufen war fast zeitgemäß. Also kurz um, ich bin –heute immer noch– mächtig stolz auf den kleinen Kämpfer und wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Übrigens habe ich für alle eine Facebook Gruppe, in der Frühgeborene Eltern sich austauschen können, schau mal –hier

Was ich aber mit meinem bereits oben beschriebenen „erwischt“ meinte, ist die Tatsache, dass er mit nun mehr als zwei Jahren noch nicht sprechen kann. Er brabbelt den lieben langen Tag, versteht alles, was man ihm sagt (in seiner Trotzphase will er es natürlich nicht verstehen;) ) , schaut sich sehr gerne Bücher an, zeigt auf Tiere ahmt die Geräusche nach und kann sie auch alle. Aber ansonsten bis auf „Mama“ und „Papa“ ist da leider noch nichts.

Hilfe, mein Kind spricht nicht! 

Und dazu muss ich direkt kurz einwerfen, dass mir das persönlich oder gegenüber anderer Mamis überhaupt nichts ausmacht. Ich glaube, ich bin da sehr entspannt, nach unserer Geschichte und Erlebtem. Wir haben in unseren zwei Jahren so viele Blicke und Kommentare bekommen, dass ich diesbezüglich wirklich ein dickes Fell habe. Versteht mich also nicht falsch, wegen mir hat er alle Zeit der Welt.

Das einzige worüber ich mir momentan Gedanken mache und was mir etwas Bauchschmerzen bereitet sind die anderen Kinder. Und Kinder können leider manchmal knallhart und grausam in ihrer Ehrlichkeit sein.

                     PIN IT!

Leider hatten wir bereits dies bezüglich unseren Herzschmerzmoment erst letztens in der Krabbelgruppe. Und das war der Auslöser dessen, dass ich mir Gedanken darüber machte, wie das dann sein wird, wenn er demnächst in den Kindergarten kommt.

Werden die anderen Kinder grausam sein?

Und um ehrlich zu sein kreisen meine Gedanken… „findet er dann keinen Anschluss“ „wird er gemieden“ „können sie nichts mit ihm anfangen“ ich hoffe natürlich für ihn, dass es nicht so kommen wird.

Allerdings merke ich jetzt auch, dass wir nach mehr als zwei Jahren bei dem Moment angekommen sind, bei dem eben letztens unsere Kinderärztin uns bestätigte „Sie sind extrem entwicklungsverzögert, das ist einfach so bei Frühchen“ ob das „einfach so ist“ darüber lässt sich nochmal diskutieren, das ist aber ein anderes Thema. Fakt ist, uns hat es etwas eingeholt, was wir bislang ganz gut meisterten.

Ich hoffe, dass wir auch das meistern werden und der Räuber einen entspannten Kindergartenstart hat, der ihm positiv in Erinnerung bleibt mit vielen lustigen Momenten, super Freundschaften und vor allem tollen Gesprächen und Liedern!

Ich halte euch gerne weiter auf dem aktuellen Stand, momentan sollen wir noch warten bis April, ansonsten wird über eine Förderung nachgedacht.

Wie denkst du darüber? Schreib mir doch gerne in die Kommentare- ich freue mich! 

5 Kommentare

  1. Es ist ganz natürlich, dass man sich als Mutter immer Gedanken macht, besonders, wenn das Kind zu früh auf die Welt gekommen ist. Mein Kinderarzt meinte bei der letzten U, das es noch im normalen Rahmen ist, wenn Jungen bis 2 1/2 noch nicht viel sprechen, wenn sie dann rasch Fortschritte machen. Man sollte es einfach im Auge behalten, sich aber deswegen nicht verrückt machen.

    • Danke Theresa, der selben Meinung bin ich auch. Ich hab da nur eben immer so ein bisschen den KiGa vor Augen, in dem er dann hoffentlich nicht unter gehen wird. 🙂 ganz liebe Grüße Yvi

  2. Mein Großer war nur 10 Tage zu früh und hat erst mit 2 1/2 angefangen zu reden. Vorher auch nir ein paar Worte. Und da sagte unsere Kinderärztin das er eben etwas faul ist. Sonst nichts. Als er in die Kita kam fing er von heute auf morgen von alleine an und hört seit dem nicht mehr auf.

    • Hallo Melanie,
      danke für deine aufmunternden Worte! Da bin ich wirklich mal gespannt ob das der Räuber auch so macht! 🙂 liebe Grüße Yvi

  3. Hallo,
    meine beiden Jungs sind/waren sehr späte Sprecher. Mein Großer hat erst mit 3 Jahren richtig gesprochen. Der Kleine spricht jetzt mit 2 Jahren und 8 Monaten au h fast nur „Mama“ und „Papa“. Ich weiß, wie belastend es sein kann und wie drängend Kommentare von Erziehern und anderen Eltern sein können. Ich weiß aber durch meinen Großen auch, dass manche Kinder einfach länger brauchen. Aber es passiert ganz bestimmt. Sprechen ist wie Fahrrad fahren – manchmal dauert es etwas länger bis es klappt. Aber wenn es dann klappt, ist es für immer abgespeichert und man weiß gar nicht, warum man sich angangs so damit gestresst hat. Beim Einschulungsgespräch wurde der Große jetzt sogar als „sprachlich weit“ eingestuft. Da musste ich wirklich schmunzeln und kann auch Gespräche in der Kita über die schlechte sprachliche Entwicklung des Kleinen besser kontern. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Meine Jungs waren übrigens keine Frühchen. Ich selbst dagegen schon und habe früher gesprochen als meine Söhne – dafür bin ich hslt dpät gelaufen. Nicht verrückt machen lassen. Jedes Kind geht seinen eigenen Weg und bis zur Einschulung sprechen sie alle 😉

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