Meine Eltern hatten so recht! / Kinder Erziehung reflektieren

Sobald man selbst Kinder hat fängt man irgendwann an die eigene Erziehung, die man genossen hat, zu reflektieren. Man fängt an seine eigene Kindheit nochmals zu beleuchten…


Nach fast drei Jahren Mama-Sein, einigen Phasen, vielen Erziehungsfragen und alles was eben so dazugehört, durchleuchtet man immer öfter sein eigenes Leben. Als würde man einen Sprung in die Vergangenheit machen, immer und immer wieder.

Das ist zum einen ganz schön, sich an Dinge zu erinnern, die man erlebt und unternommen hat. Und zum anderen aber auch mit einem Hauch Wehmut geprägt, denn dieses reflektieren in das eigene Leben zieht so ein bisschen die Tatsache mit sich, dass man, um es salopp zu sagen „einfach alt wird“. Kennt ihr das?

Das ist per se erstmal nichts dramatisches. Ich glaube so eine Erziehung ist sowieso immer „Eltern-lastig“ man orientiert sich an vielen Dingen, die man mit seinem eigenen Kind macht, an das, was man selbst an Erziehung genossen hat. Vieles will man natürlich besser machen, aber vieles wird auch genau so gemacht. Und das ist auch gut so.

Die eigene Erziehung reflektieren

Der Gedanke „Mensch Mama, du hattest so recht.“ oder immer öfter „Ihr hattet wirklich recht“ fällt einem erst so richtig ein, wenn man gewisse alltägliche Dinge mit seinem eigenen Kind erlebt. Ist euch das mal aufgefallen? Es sind Kleinigkeiten, die mich aber zum Lächeln bringen mit dem Gedanken „Jetzt weiß ich warum…“

Ein kleines banales Beispiel. Ich bin früher als Kind unwahrscheinlich gerne unter dem Wäscheständer meiner Mami durch gelaufen. Natürlich nur dann, wenn gerade die Wäsche aufgehängt wurde. Ich habe nie verstanden, warum meine Mutter das nicht ganz so lustig fand wie ich. Letztens waren wir genau in dieser Situation und während ich in penibler Feinarbeit die kleinen Söckchen vom Räuber versucht habe aufzuhängen, fuhr er fleißig mit seinem Roller unter dem Wäscheständer durch, hatte die größte Party, riss mir aber alle Klamotten wieder runter. Ich ärgerte mich tierisch.

Und da war er wieder der Moment, an dem ich reflektierte. Genau diese Situation in der ich den Gedanken “ Jetzt weiß ich warum….“ mit einem Grinsen beendete. Es sind die Kleinigkeiten, an denen man mit dem eigenen Mama-Sein immer mehr seine Eltern und seine eigenen Kindheit versteht und diese zum Teil auch nochmals erlebt.

Die Erinnerung an die eigene Kindheit und Erziehung

Ich erwische mich zum Beispiel auch immer wieder dabei, wie ich meinem Sohn bei Dingen zu sehe und mich daran zurück erinnere, das mir genau das was er gerade macht damals selbst unwahrscheinlich viel Spaß machte. Während der Räuberpapa just in dem Augenblick da sitzt und nicht versteht was der Räuber daran vielleicht gerade so toll findet, feier ich ihn heimlich ab..sitze da grinse, verstehe und weiß – du hast es genau so gemacht! Andersrum gibt es sicherlich die Momente beim Räuberpapa ebenfalls, bei denen ich dann mit großer Wahrscheinlichkeit die Stirn runzele.

Und ja, ich denke diese Momente sind etwas schönes. Und werden auch noch lange erhalten bleiben. Ich glaube spätestens wenn wir in der Pubertät angekommen sind, dann dürfte es so richtig spannend werden, die Sache mit dem reflektieren.. und vielleicht gibt es dann mal einen großen Blumenstrauß an meine Mami und ein Schachtel Pralinen für meinen Dad, mit den Worten „Jetzt weiß ich warum...“ 😉

 

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