Schwangerschaft ab der 12. Woche verkünden? So eine Scheisse!

Eine Schwangerschaft ist immer ein freudiges Ereignis, so auch aktuell gerade im Königshaus. Meghan Markle ist schwanger. Und was haben wir alle gewartet!


Meghan Markle ist schwanger– herzlichen Glückwunsch! Und was haben die meisten von uns auf genau dieses freudige Ereignis gewartet?! Und mit ihrer öffentlichen Verkündung, ist sie auch bereits schon im dritten Monat. Wahnsinn! 3 Monate ein Versteckspiel…

Und genau das ist wieder ein example par exellence, wie es eben in der heutigen Gesellschaft meiner Meinung nach NICHT mehr sein sollte!

Eine Schwangerschaft fängt nämlich nicht erst im dritten Monat an. Eine Schwangerschaft hat bereits begonnen, bevor du es selbst wusstest. Warum sollte es dann die Öffentlichkeit erst ab dem dritten Monat oder die „Faustregel“ nach der 12. Schwangerschaftswoche erfahren? Warum macht man aus einem freudigen Ereignis so ein Geheimnis?

Du bist schwanger – herzlichen Glückwunsch! 

Leider sind neben der Prominenz und dem Hochadel auch viele andere Menschen und leider die Mehrheit, davon überzeugt, sein freudiges Ereignis erst nach dem dritten Monat auf Grund des Fehlgeburtenrisikos zu erzählen.

Natürlich ist das immer eine Entscheidung, die jeder individuell für sich treffen soll und darf. Das möchte ich an dieser Stelle ganz klar nochmal erwähnen!

Jedoch sieht die Realität ganz anders aus, viele halten sich „an die Regel“ . Und die „Regel“ besagt, erst nach der 12. Ssw eine Schwangerschaft zu verkünden. Was oft aber auch leider dazu führt, dass sich automatisch der Gedanke “ ich bin danach vor Fehlgeburten sicher “ in die Köpfe der Schwangeren setzt. Dem ist aber nicht so! 

Warum gibt es diese „Regel“?

Schließlich ist der Mensch im Normalfall so gepolt, das er die Freude gerne mit anderen teilt. Aber hier?

Ich muss dazu sagen, dieses Thema ist sogar ein hitziges Diskussionsthema zwischen dem Räuberpapa und mir selbst. Er ist da ganz anderer Meinung, eigentlich genau derer, die ich so gar nicht vertrete. Nämlich, dass es völlig tolerabel ist, erst nach der 12ten Schwangerschaftswoche bescheid zu sagen. Denn davor könnte so vieles passieren und das sollten andere, also die Öffentlichkeit nicht mit bekommen.

Wir haben das bei unserem ersten Kind genau so gemacht, nach der 12. Schwangerschaftswoche wussten dann alle bescheid, alle freuten sich riesig. In der 17 Schwangerschaftswoche jedoch war alles vorbei und wir haben unser Kind verloren. Bei unserem Räuber habe ich es dann anders gehandhabt. Es wussten alle direkt bescheid.

Jeder sollte selbst entscheiden wann, ohne „Regel“ !

Meine Meinung zu dieser gesellschaftlichen Zwangsregel, hat sich nach meinem einschlägigen Erlebnis grundlegend geändert.

Fakt ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt in den ersten 12 Wochen größer ist. Jedoch gibt es keinen Garant dafür, dass man nach 12 Wochen von solch einem schrecklichen Ereignis geschützt ist. Siehe uns, wir sind das Paradebeispiel dafür, dass es auch anders gehen kann.

Also stellte ich mir tatsächlich nach unserem ersten Kind und in der Schwangerschaft mit unserem zweiten Kind die Frage, was das eigentlich soll? Denn schließlich ist es egal, falls dein Kind stirbt, wann es gestorben ist, denn – es ist dein Kind! 

Und zu „verstecken“, dass das eigene Kind – ein Mensch –  gestorben ist, halte ich nicht nur für die größte Scheisse schlechthin, sondern stellt sich auch gegen all das, was Sternenkindereltern seit Jahren versuchen zu erkämpfen. Für Akzeptanz, für Anerkennung und Unterstützung!

Wie soll so ein schreckliches Ereignis akzeptiert werden, wenn niemand davon weiß? Wie soll ich irgendwo Unterstützung finden, wenn niemand davon weiß und wie soll die Tatsache akzeptiert werden, dass ich mein Kind verloren haben? …gar nicht, weil niemand davon weiß.

Und es gibt unterschiedliche Wege einer Trauerbewältigung, aber ein entscheidender Punkt spielt egal wie, immer eine wichtige Rolle. Die, der Hilfe anderer. Die kann ganz unterschiedlich aussehen, aber es tut gut zu reden ob früher…oder später… Aber wie, wenn alle nicht mal wussten, dass man schwanger war?

Es ist – egal wann- dein Kind! 

Ich möchte nochmals erwähnen, dass es jedem selbst überlassen ist, wann und ob die Verkündigung der Schwangerschaft stattfindet. Aber die Tatsache, dass es in der Gesellschaft die „12. Schwangerschaftswochen Regel“ insgeheim existiert, die nicht nur Promis vor leben, sondern in aller Munde ist, sollte verpönt werden.

Es ist leider schon traurig genug, dass die Möglichkeit, Kinder unter 500g. offiziell beerdigen zu können und im Personenregister registrieren zu lassen, erst seit 2013! existiert. Leider viel zu spät, aber besser spät als nie.

In dieser Thematik muss leider noch so viel Arbeit geleistet werden, hin zur vollständigen Akzeptanz. Eine solche gesellschaftliche „Regel“ trägt aber leider ganz und gar nicht dazu bei, zu symbolisieren das eine Fehlgeburt okay ist, egal wann und das es immer dein Kind sein wird. Sondern das es leider immer noch unter 500g und unter der 12. Schwangerschaftswoche „genetischer Müll“ (Wortlaute in Kliniken und immer noch eine Standardbezeichnung für solche Kinder) ist. Oder wie mein damaliger Chef meinte “ das brauchen Sie mir jetzt noch nicht erzählen, das ist ja noch nichts “ . 

Dabei kann beim frühzeitigen bescheid geben im Umfeld im schlimmsten Fall ein Verständnis der Schwangerschaft eintreten. Denn plötzlich verstehen alle, warum man so müde ist, oder warum man ständig bricht. Und das ist in den ersten drei Monaten besonders schlimm. 

Also denkt doch einfach mal darüber nach ob ihr das „nicht sagen dürft…weil….“ oder ob ihr für euch ganz alleine entschieden habt, wann ihr das freudige Ereignis preis gebt. 

Der Tod gehört zum Leben, so wie andersherum. Und ja, ich selbst bin der Meinung, dass es nicht schlimmeres im Leben geben kann, als sein eigenes Kind zu verlieren. Aber es ist der Tod eines Menschen, der doch bitte anerkennt werden soll, egal wann man sein Kind verloren hat. 

 

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22 Kommentare

  1. Busymamawio

    Eine sehr interessante Sichtweise!
    Ich habe von meiner zweiten Schwangerschaft recht früh erzählt. Zum einen habe ich sehr früh ein Bauch bekommen und konnte es eh nicht mehr verstecken, zum anderen ist bei mir die Gefahr jetzt gegen Ende nicht geringer als in den ersten 12 Wochen… Who Cares.
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

  2. Da stimme ich mit ein, es ist schon vor der 12. SSW ein Mensch der lebt. Also bitte beim Thema Abtreibung auch daran denken – es wird ein Menschenleben ausgelöscht!

  3. Sternenmama

    Danke.

    Ich war bei meiner Fehlgeburt in der 10ssw sehr dankbar, dass viele Menschen um mich waren, die mir zwar den Schmerz nicht nehmen, ihn aber teilen und mich begleiten konnten. Gott sei Dank hatte ich schon allen von der Schwangerschaft erzählt. Mein Kind wird niemals vergessen werden.

  4. Hallo,
    Schöner Artikel! Du hast völlig Recht! Jeder sollte selber entscheiden. Ich denke die Familie Silke es von Anfang an wissen, dann auch wenn was schief geht- sollten es alle wissen. Die Eltern sollten den Schmerz nicht verstecken, wenn sie das erleben müssen. Die Familie sollte dann Dasein können und auch Freunde können in dieser schweren Zeit helfen!
    Schön dass du es thematisiert hast!
    Alles Gute für dich und deine Familie, Patricia

  5. Hallo,
    Danke für deinen Bericht.

    Wir wollten bei unserem Kind eigentlich auch allen sofort erzählen, dass ich schwanger bin. Unsere Ärztin gab uns einen für mich guten Gedanken mit auf dem Weg.

    Sollte ich in den ersten 12 Wochen mein Baby verlieren und habe noch niemanden wirklich von der Schwangerschaft erzählt, habe ich die Entscheidung, wem ich von meinem Verlust erzähle und mit wem ich meine Trauer teile. Erzähle ich es in meiner Euphorie vielen Menschen, bestimme nicht ich, wann ich darauf angesprochen und wieder mit dem Gedanken konfrontiert werde. Auch dann, wenn es vielleicht mal eventuell eine Sekunde gäbe, wo ich einen anderen Gedanken gefasst habe, als an den Verlust zu denken.
    Manchen Menschen fällt es auch schwer mit einem Betroffenen normal umzugehen.

    Der Gedanke, dass man es auf Grund von einer gesellschaftlichen Zwangsregel nichts verraten sollte, ist mir persönlich noch nicht gekommen. Mir ging es bei der Entscheidung um mich, weniger um die anderen.

    Ich finde es schlimm, dass Eltern, die einen Verlust erleiden, um Akzeptanz kämpfen müssen! Ich wünsche Betroffenen viel Unterstützung und offene Ohren und Arme!

    • Jules, ich stimme dem Rat deiner Ärztin absolut zu.
      Bei meiner Großen war ich noch jung und unbefangen und habe sofort allen von meiner Schwangerschaft erzählt, was sich für mich auch absolut richtig angefühlt hat.
      Vor einiger Zeit hab ich meinen Zwerg in der 7.SSW verloren.
      Dadurch dass ich sofort von meiner Schwangerschaft wusste und wir gerade beim Haus bauen waren (wir haben das meiste selbst gemacht, was natürlich mit erheblicher körperlicher Arbeit verbunden ist), wäre es praktisch gewesen es sofort jedem zu erzählen, um Helfern gegenüber nicht ständig Ausreden suchen zu müssen warum ich plötzlich keine 30kg Säcke mehr herum schleppe.
      Irgendwie hat es sich einfach nicht richtig angefühlt es anderen schon mit zu teilen.
      Als ich es dann verloren hatte, war ich dankbar, auf meine Intuition gehört zu haben.
      Ich wollte das alles für mich gemeinsam mit meinem Mann verarbeiten.
      Ohne immer wieder daran erinnert zu werden und noch Wochen später von Menschen mit denen man weniger Kontakt hat auf meine Schwangerschaft angesprochen zu werden und ihnen alles erklären zu müssen.
      Von unserem Verlust können wir jetzt auch noch jederzeit erzählen wenn wir das Bedürfnis haben.

      Ausserdem wird nicht jede Frau sofort schwanger und es ist sicher alles andere als lustig wenn einen das Umfeld (unbewusst) unter Druck setzt ob man denn schon schwanger ist, oder wann, warum man sich so Zeit lässt,…

  6. Ich danke dir für deine Gedanken zu dem Thema, Ich bin das erste Mal schwanger und gerade Ende der 6SSW. Also noch ganz früh. Gestern Abend auf einer Geburtstagsfeier gab es eine für mich so unschöne Situation, die mich seitdem nicht mehr losgelassen hat und belastet. Wir wissen es selbst er seit 3 Tagen und ein Kumpel meines Freundes hat wegen einer Aussage zu meinem Job die Frage gestellt ob ich schwanger sei. Eher so im Witz und gar nicht direkt ernst gemeint. Ich war total perplex, habe rumgeschwafelt, versucht abzulenken und nur „ach nein, blablabla“ rausbekommen. Einfach weil wir bzw. ich mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht habe wann und wie wir es erzählen. Aber der erste Gedanke war natürlich „Oh Gott, nein das darfst du jetzt noch gar nicht erzählen“, wegen der besagten 3 Monate usw. Danach war ich irgendwie total aufgewühlt, habe gemerkt, dass ich den Rest des Abends alles getan habe, damit nicht doch jemand Verdacht schöpft. Dann später zu Hause, war ich fix und fertig, weil mein Körper mir mit jeder Pore gesagt hat, dass es total falsch war zu „lügen“. Das ich etwas über meinen Körper sage, das nicht stimmt. Klar wäre es in der Situation nicht der optimale Ort gewesen um es zu verkünden, meiner Meinung nach, aber wer entscheidet es eigentlich? Vielleicht passieren solche Situationen nicht ohne Grund und so what. Ich hätte mich auf jeden Fall besser gefühlt, wenn ich einfach gesagt hätte „ja, aber noch ganz frisch“ oder „es seht gerade so aus“. Deswegen helfen mir deine Gedanken dazu gerade sehr.

  7. Anette Schiz

    Ich bin zufällig über diesen Bericht gestoßen und ich habe selten so ein Schwachsinn gelesen. Ich selber hatte 2 Fehlgeburten jeweils in der 10/11 SSW, und ich bin so froh das zu diesem Zeitpunkt es noch keiner wusste, es tut nämlich weh wenn jeder einen drauf anspricht und fragt was passiert ist und neugierig wie die Leute sind quatschen sie einen aus, und diese Fragerei und den Schmerz kann man sich ersparen. Es ist nunmal bewiesen das die meisten Fehlgeburten in den ersten 12 Wochen stattfinden. Aufgrund deines Berichtes gehe ich davon aus das du das selber nie erlebt hast und dann sollte man dir Finger von diesem sensiblen Thema lassen !!!!! Ich antworte eigentlich nie auf solche Berichte aber das hat mich wütend gemacht, wie kann man nur so ein Schwachsinn schreiben. LG

    • Hallo Anette, danke für deine ehrliche Meinung dazu. Auf Grund meines Berichtes, den du offensichtlich sehr aufmerksam gelesen hast, weißt du ja bereits das auch ich ein Sternenkind habe und ein Frühchen. Ich kann deinen Schmerz also absolut teilen. Dennoch bin ich der Ansicht, dass jede Frau selbst entscheiden darf, wann sie ihre Schwangerschaft der Welt verkündet und wann nicht, dazu bedarf es keine „inoffzielle Regel“ , das und nichts anderes soll dieser Beitrag ausdrücken. Alles Liebe Yvi

    • Scheinbar hast du den Bericht nicht oder mit wenig Aufmerksamkeit gelesen! Denn dort steht geschrieben, dass sie genau dieses Erlebnis einer Fehlgeburt mitgemacht hat!
      Vielleicht sollte man bei einem so sensiblen Thema einfach mehr Empathie und Einfühlungsvermögen zeigen! Sie schreibt ja auch, dass es jeder für sich selbst entscheiden sollte, ohne so wie Sie, ausfallend zu werden!
      Es ist einfach so, dass auch dieses sowie andere Themen (z. B. Fehlgeburt, unerfüllter Kinderwunsch usw.) immer noch ein Tabuthema der Gesellschaft sind! Keiner mag darüber sprechen und Freunde/Angehörige wissen nicht, wie sie mit Betroffenen „umgehen“ sollen!
      Ich bin der Meinung normal und offen sein!

    • Sie schrieb, dass sie ihr erstes Kind in der 17ten ssw verloren hat. Also bitte bevor du hier so ein Fass auf machst, lerne lesen.

  8. Wir haben es nur den Menschen eher erzählt, mit denen wir auch die Trauer bei einem Verlust geteilt hätten. Also Eltern und Geschwister. Aber zum Glück ist alles gut gegangen. LG

  9. Ich finde es bewundernswert wie ehrlich und einfühlsam du dieses Thema ansprichst.
    Jedem soll es selbst überlassen sein, seine Freude und das unfassbare Glück über eine Schwangerschaft zu teilen oder nicht…
    Ich bin selbst Mama von 2 Kindern und auch Sternenkindmama…
    Nichts ist schlimmer, ein Herz schlagen zu sehen, Hände und Füße zu spüren und das kleine Wunder dann hergeben zu müssen…
    Aber unerträglich ist es den Schmerz allein mit sich auszumachen zu müssen…
    Wir haben nur ein Leben, und das sollten wir genießen, miteinander reden und Freude sowie Leid miteinander teilen..
    Liebe Grüße Nicole

  10. Ja, es sollte jeder selber entscheiden, aber es als Schwachsinn zu betitteln finde ich nicht angebracht. Ich habe mich dazu entschieden die kritische Zeit also die ersten 12 Wo. niemanden etwas zu sagen – 80% der Fehlgeburten finden in den ersten 12 Wochen statt. Eine Schwangerschaft spricht sich sehr schnell rum, es sagt mir keiner, dass ich die trauer, sollte ich mein Baby verlieren alleine durch machen, aber ich habe immer noch die freie Wahl mit wem ich das mache und ja sowas ist wirklich schlimm – ich frage mich auch ob ich diesen Schmerz meiner Familie antun möchte. Wenn sie von dem Baby wissen freuen Sie sich sicherlich sehr darauf, da ist es schlimmer zu erfahren wenn man es verloren hat als wenn man gesagt bekommt dass man schwanger war….

  11. Ein sehr Schöner und wahrer Beitrag. Ich selbst hab bei beiden Kindern es früh erzählt da ich es gerne mit den lieben Menschen um mich herum teilen wollte und ich mir immer bewusst war das auch immer was passieren kann. Denn es gibt für nichts eine Garantie. Und ich finde jeder darf selbst entscheiden wann und wie er es mitteilt.

  12. Ich bin absolut deiner Meinung. Was musste ich mir für Kritik anhören, weil ich es schon vor der 12. Woche erzählt habe und habe mich schlecht gefühlt weil mir gesagt wurde das man das doch nicht macht…aber wer entscheidet das denn? Es kann immer was passieren auch wenn das Risiko vor der 12. Woche vielleicht größer ist. Und bei mir ist es auch so, das ich sofort ins Beschäftigungsverbot gehe, das heißt alle Kollegen und Chefs (eigentlich fremde Menschen) wissen Bescheid aber meine Freunde und Bekannten nicht? So sollte es ja auch nicht sein.
    Also es sollte jeder selbst entscheiden wann man es verkündet und dafür nicht kritisiert werden.
    Lg

  13. Hasenmutti

    Ein wichtiges, emotionales Thema. Es gibt kein „richtig“ und kein „falsch“. Wie so oft im Leben. Auch ich musste diesen Verlust erleiden, in der Frühschwangerschaft. Es ist 13 Jahre her und ich habe, nicht zuletzt durch 2 geborene Kinder, meinen Frieden damit geschlossen.
    Allerdings möchte ich anmerken, dass niemand behauptet, dass nach der 12. Woche NICHTS mehr passieren kann. Das wird auch wohl keine Frau in unseren Breiten wirklich denken. Es ist wohl eher die Einstellung, dass MIR so etwas nicht passieren wird. Und diese Einstellung ist gewiss auch wichtig, denn sonst würde man vor Sorgen zugrunde gehen.
    Und auch wenn ich mein erstes Kind betrauert habe und auch, wenn ich gelitten und geweint habe und auch, wenn ich ALLES getan hätte, um das Ganze zu verhindern, so weiß ich eben auch, dass eine Fehlgeburt oder ein Abgang, besonders in der Frühschwangerschaft, ein natürlicher Prozess ist. Eine natürliche Selektion.
    Deswegen tut es nicht weniger weh. Deswegen ist es nicht weniger schlimm. Deswegen darf man dennoch trauern. Das mindert den Verlust nicht.
    Aber es ist nunmal eine Tatsache. Auch der Fakt, dass wir heute schon sehr früh sicher wissen, dass wir schwanger sind, ist nicht ganz unbedeutend. Früher sind viele Schwangerschaften unbemerkt abgegangen, Frau dachte halt, die Blutung habe sich verschoben.
    Nein, sicher ist man nie. Und ist das Kind erst da, werden die Sorgen nur noch größer.
    Kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen.
    So alt der Spruch, so wahr ist er auch.
    Wir können uns nie sicher sein, dass alles gut ist. Nicht vor, nicht während, nicht nach der Schwangerschaft.
    Das ist beängstigend, ja, ich weiß, sogar sehr. Aber das nennt man Leben.
    Euch allen und euren Lieben nur das Beste!

  14. Schwieriges Thema finde ich. Wir haben unsere dritte Schwangerschaft sehr früh bekannt gegeben. Auch unsere beiden Kinder wussten von Anfang Bescheid und dann war in der 7 ssw alles vorbei. Es war für mich unglaublich schwer gerade unseren Kindern zu erklären was passiert ist. Immer wieder haben Sie darüber gesprochen. Alle Leute haben einen angesprochen und so oft wird einem irgend ein dummes Zeug erkält. Wie oft ich mir sagen lassen musste…“ach so früh ist das doch noch nichts“. Wie verletztend, wo es auch ohne solche Sprüche schon schwer genug war. Immer noch reden unsere Kinder darüber, das wir ein Baby verloren haben. Später haben wir noch einen Sohn bekommen und wir haben es länger für uns behalten. Wir selbst haben mit so vielen Ängsten zukämpfen gehabt, dass wir es länger für uns behalten haben. Gerade unsere Kinder wollten wir schützen. Wir wollten nicht das sie sich sorgen machen. 12ssw/13ssw wussten sie dann auch Bescheid..sie haben sich riesig gefreut, aber im gleichen Augenblick sagten sie aber auch..hoffentlich bleibt das Baby bei uns. In der 14ssw habe ich Blutungen bekommen von da an konnten wir uns nicht einen einzigen Tag sicher sein, dass alles gut geht. Es war unheimlich belastend…auch die Kinder haben gemerkt das es mir nicht gut geht und haben sich sorgen gemacht. Nun ist er gesund und munter schon fast 2 Jahre alt. An Silvester haben ich erfahren, dass überraschender Weise wieder schwanger bin und wir überlegen hin und her wie wir dieses Mal damit umgehen, wann wir es bekannt machen..wann wir Vorallem mit den Kindern drüber sprechen.
    Natürlich sollte jeder selbst entscheiden wie er damit umgeht. Auf jeden Fall finde ich es eine schwere Entscheidung, gerade wenn schon größer Kinder da sind.
    Alles gute

  15. Andrea Kröll

    Ich sehe das auch anders als du. Ich verstehe deine Sichtweise, kann sie aufgrund meiner eigenen Erfahrung aber nicht teilen.

    Meine erste Schwangerschaft endete leider in der 8. Woche. Voller Freude hatten wir jedem davon erzählt. Auch auf der Arbeit.

    Ich bin ein Mensch, der seinen Schmerz lieber mit sich alleine, höchstens mit meinem Mann teile. Deshalb war das nichts für mich. Das Mitleid könnte ich kaum ertragen, könnte es auch schlecht annehmen, weil ich dachte, dass keiner ohne diese Erfahrung den Schmerz wirklich nachvollziehen kann…

    Dann gab es einige Menschen, die meine Trauer bewertet haben. So nach dem Motto „du warst doch nur 3 Wochen schwanger/ es war doch noch kein RICHTIGER Fötus/ jetzt übertreib mal nicht es ist doch schon 1 bis beliebig viele Monate her“

    Dann erinnere ich mich an total unangenehme Gespräche. Eine Kollegin erzählte von einer schwangeren Freundin und dass sie das Baby durch Hand auflegen spüren könnte. Eine andere Kollegin atmete scharf ein und dann kurze Stille und alos starrten mich an.

    Es gab einige Leute die dieses Thema auffällig umschifft haben und die Gespräche wirkten unnatürlich.

    Andere hatten von der FG nichts mitbekommen und mich nach der Grösse meines Bauches befragt.

    Klar passiert das wohl auch alles bei einer späteren FG, aber das Risiko ist nunmal in den ersten 12 Wochen eklatant am höchsten.

    Bei meinen beiden zum Glück positiv verlaufenden nachfolgenden Schwangerschaften haben wir es nur unseren Eltern und Geschwistern erzählt und ab der 12. Woche dann im grösseren Umfeld.

    Ich würde das NIEMALS wieder vorher machen.

  16. Ich würde es auch erst nach den 12 bis 14 Wochen sagen. Ich hatte eine Fehlgeburt und habe es bereut einigen gesagt zu haben dass ich bereits schwanger war denn nach der Fehlgeburt war mein Herz zerrissen und es hat so weh getan ständig zu zu erzählen dass ich es verloren habe. Jeder entscheidet es selber aber dies als „Schwachsinn „ zu benennen ist Schwachsinn

  17. Danke , du sprichst mir aus der Seele , ich bin in der 11 Woche ins alle schauten mich an als ich es direkt in der 6 Woche erzählte.. wie kannst du du nur und es kann so viel passieren .. häng es nicht an die große Glocke..
    genau es kann immer was passieren und es gibt nichts schlimmeres als seine Freunde und sein Glück zu verstecken !! Wir tragen ein kleines Wunder in uns das sollten wir auch zeigen dürfen !! Und mit der Unterstützung wird so vieles Leichter und es nimmt einfach den Druck .

    Wundervoll geschrieben ♥️

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