Schwangerschaftsvergiftung und was das für uns bedeutete!

Mit dem Verlauf einer Schwangerschaftsvergiftung kam der Räuber zu früh auf die Welt. Was das genau ist und wie das bei uns war…


Der Begriff „Schwangerschaftsvergiftung“ hört sich erstmal für viele ganz schlimm an, dabei ist dieser Begriff völlig veraltet und hat mit einer Vergiftung rein gar nichts tun. Und dabei spielt auch dieser falsche Begriff eine große Rolle in der Tatsache, dass man sich selbst schuldig fühlt. 

Der Begriff Schwangerschaftsvergiftung ist veraltet!

Mein Schwangerschaftsverlauf war bis auf die morgendliche Übelkeit völlig problemlos, ohne Beschwerden. Bis ungefähr zur 27ten Woche. Und auch da hatte ich zunächst eine Erkältung, die ich aber ganz gut in den Griff bekam. Als ich wieder gesund war und zur normalen Kontrolle zum Gynäkologen ging,hieß es am CTG da stimme was nicht. Mein Blutdruck war nicht optimal und man schickte mich sofort zur stationären Aufnahme in die Klinik. -ich war geschockt. 

Der Verlauf einer Gestose/Schwangerschaftsvergiftung

3 Tage lag ich stationär unter stetiger Blutdruck Messung, jedoch ohne Medikation. In dieser Zeit wurde mir zur Sicherheit eine Lungenreifung gespritzt und an Tag drei wurden wir bereits darauf vorbereitet, dass es bei uns evtl nicht 40 Wochen dauern könnte. Wir lernten den Kinderarzt der Kinderintensiv kennen und bekamen eine Aufklärung über einen Kaiserschnitt. Ich fühlte mich zwar gut aufgeklärt, aber ich hatte dennoch das Gefühl es kam nicht bei mir an, weil ich nicht wollte.

An Tag drei wurden wir nach Hause geschickt. Mit der Bitte, sich zu schonen, zu entspannen und regelmäßig zu messen. Und bei Kind zwei, nach einer Fehlgeburt, ist das Entspannen gar nicht so einfach! 

Schlussendlich verbrachte ich noch ein paar Tage auf dem Sofa und der Blutdruck wurde immer schlechter und ich hatte das Gefühl mir platzt mein Kopf so hoch war dieser. Am letzten Abend war er so hoch, das ich Panik bekam und meine Hebamme anrief, die mir gleich empfohlen hatte meine Kliniktasche zu packen und um ehrlich zu sein, war das meine Rettung, denn ohne sie hätte ich das wohl nicht gemacht.

Ich hatte nicht mal Zeit, Angst zu haben!

Die Nacht über verbrachte ich im Kreißsaal, angeschlossen am CTG und es wurde binnen Minuten immer schlechter.

Ich fing an zu brechen, mein Kreislauf klappte zusammen, ich wurde ohnmächtig und mein Körper schwellte durch die Wassereinlagerung so an, dass man mich kaum wieder erkannte! Zum Schluss bekam ich nicht mal mehr meine Hände zur Faust.

Ich hatte nicht mal Zeit, Angst zu haben, weil minütlich irgendwas mit meinem Körper passierte. 

Diagnose starke Präeklempsie mit Plazentaablösung

Am frühen Vormittag wurde der Räuber per NotKaiserschnitt geholt, in der 30Ssw, Diagnose starke Präeklempsie mit Plazentaablösung. 

Bis dato, hatte ich keine Ahnung, was eine Schwangerschaftsvergiftung ist, oder eine sogenannte Gestose wie man sie auch im Fachjargon nennt.

Schlussendlich ist man dieser Erkrankung völlig hilflos ausgeliefert und man kann sie nicht steuern, das heisst -du bist nicht schuld!- und das ist ganz wichtig, dies in so einer Situation zu erkennen und zu verstehen! Ich war davor kerngesund und hatte nie Probleme mit dem Blutdruck! 

Wobei der Blutdruck nicht der Auslöser einer Gestose ist, sondern nur die Folge von einer bereits entstanden Erkrankung und Prozess im Körper. Meist sind das Volumenveränderungen, also sprich Wassereinlagerungen, die den Blutdruck so immens verändern. Was schlussendlich nun aber der Auslöser dieses Prozesses ist, ist bis heute noch unklar und nicht richtig erforscht.

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Was bedeutet nun eine Schwangerschaftsvergiftung und was kann ich tun?

Der Verlauf und die Anzeichen können bei jeder Schwangeren anders sein! Diese Info habe ich von meinem Internisten, der zwei Jahre nach der Geburt immer noch meinen Blutdruck im Auge behält. 

Wichtig sind also vorzeitige Symptome zu erkennen und lieber nicht zu zögern, sondern einmal mehr beim Arzt erscheinen, denn das kann binnen Stunden womöglich sehr böse enden. 

Anzeichen und Symptome einer Gestose / Schwangerschaftsvergiftung

Bluthochdruck, Erbrechen, Übelkeit, Sehstörungen, Schmerzen im rechten Oberbauch, starke Kopfschmerzen.

Ich habe für diesen Bericht entsprechend zusätzlich recherchiert, und bin ebenfalls über aufgelistete, mögliche Ursachen gestoßen.

Ich schreibe sie euch bewusst nicht auf, denn keine einzige genannte Ursache entsprach mir und deshalb sehe ich das ähnlich wie mein behandelnder Internist. Und mit der Tatsache das der Verlauf und die Ursachen noch nicht richtig erforscht sind, möchte ich sie deshalb auch nicht auflisten.

Alles Liebe!

 

 

3 Kommentare

  1. Hallo liebe Ivy,
    Ich hatte bei meinem ersten Sohn auch eine Gestose. Zum Glück erst wenige Tage vor dem errechneten Termin, aber dafür innerhalb von wenigen Stunden von Null auf hundert!
    Im Minutentakt verschlechterte sich meine Werte und man entschied sich schnell für einen Kaiserschnitt. Das machte mir am meisten Angst.
    Due Erklärung der Ärzte für mich war, man könnte sagen der eigene Körper versucht das Kind abzustoßen, da es ja von einer fremden Person kommt, also vom Mann.
    War für mich irgendwie so anzunehmen und ich kam ganz gut damit zurecht.
    Wasser Einlagerung hatte ich zum Beispiel absolut keine. Dafür Eiweiß im Urin,einen hohen Blutdruck und starke Schmerzen in der Leber.
    Die Angst, in der nächsten Schwangerschaft wieder an einer Gestose zu erkranken nahmen mir die Ärzte schnell. Da der Körper ja das „fremde“ jetzt kennt.
    Und siehe da, bei meinen drei anderen Schwangerschaften lief alles ohne Probleme 🙂

    Liebe Grüße und vielen Dank fürs teilen deiner Erfahrungen. Habe nämlich schon von viele gehört, die das ganze überhaupt nicht schlimm finden und sagen man solle sich nicht so anstellen… Aber von der Diagnose und der schnellen Behandlung hängt das Leben de Mutter und des Kindes ab.

    • Hallo Vanessa,

      vielen Dank für deine Geschichte! Das freut mich, dass
      du uns deinen Teil erzählt hast!

      Liebe Grüße und alles Gute für euch!

      Yvi

  2. Hallo Yvi,

    ich bin durch Zufall auf deinen interessanten Bericht gestoßen.
    Unser kleiner ist jetzt etwas über eine Woche alt, und durch eine Gestose in der 33. SSW auf die Welt gekommen. Fand es recht faszinierend deine Geschichte zu lesen, da meine so anders verlief.

    Ich hatte meine Symptome auf den heißen Sommer geschoben und gar nicht realisiert, das ich wohl Wochen damit rum gelaufen bin. Wassereinlagerungen hatte ich stark, aber da der Blutdruck und die Eiweißwerte noch nicht erhöht waren, hatte sich keiner Gedanken gemacht. Bei einem Kontrolltermin, schoss der Blutdruck dann plötzlich in die Höhe, da hatte ich mich schon mehrere Tage mit Müdigkeit und starken Kopfschmerzen gequält.
    Dann lag ich 4 Tage im Krankenhaus, noch mit der Hoffnung bald wieder Heim zu dürfen. Die Medikamente halfen nicht und völlig unvorbereitet wurde am 4. Tag unser Schatz auf die Welt geholt.
    Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht realisiert, das es so schlecht um mich stand, erst mein Mann erzählte mir hinterher, dass meine Niere schon fast kollabiert war.

    Ich bin fast der Meinung, das nicht wissen in diesem Fall ein Segen sein kann. Hätte ich gewusst, wie ernst die Lage wirklich war, wäre ich wohl panisch geworden.
    Im Vergleich ging es bei mir sehr langsam, aber unser Engel ist gesund und munter und kämpft sich jetzt durch das Leben als Frühchen.

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