Sieht mich irgendwer? Das kleine bisschen Dankbarkeit!

Als Mutter hat man es manchmal gar nicht so einfach, als arbeitende Mutter schon gar nicht und wenn dann noch der Haushalt oben drauf kommt, dann….


Ich frage mich manchmal wirklich „sieht mich eigentlich irgendwer?“ Oder funktioniere ich einfach nur?

Als Mutter hat man es gar nicht so einfach! Früher hatte ich meine eigene, ganz spezielle Meinung über Mütter… Früher! Da hatte ich noch keine Ahnung! Heute sehe ich es als die Herausforderung meines Lebens! Und ja ich habe nur „ein“ Kind.

Ich bin allerdings der Meinung unabhängig davon wie viele Kinder man bekommt oder hat ,der Stressfaktor ist derselbe man ist nur mit 3 Kindern organisierter, der Stress jedoch bleibt.

 

Ich habe ein unwahrscheinlich tolerantes, ruhiges und liebes Kind. Eine Oma die gerade die Nachmittagsbetreuung zum größten Teil übernimmt, für die ich sehr dankbar bin. Ein Räuberpapa der sich nicht scheut auch mal den Staubsauger in die Hand zu nehmen. Unterstützungen, die nicht jeder hat und für die ich unendlich dankbar bin.

Sieht mich irgendwer, oder funktioniere ich als Mutter nur?

Dennoch frage ich mich immer wieder ob mich hier irgendwer sieht? Ich habe manchmal das Gefühl, ich sitze in einem Hamsterkäfig und funktioniere. Ich drehe mich den ganzen Tag im Kreis, arbeite den organisierten Tagesablauf ab und was bleibt am Ende des Tages zurück? Eine mehr als müde, ausgelutschte working Mum – ich.

So ein bisschen Dankbarkeit wäre mal ganz cool ! Kein roter Teppich, oder das Frühstück ans Bett. Nicht darauf warten, dass du am Muttertag gefeiert wirst wie ein Gott. Sondern mal so zwischendurch ein „Danke“ das wäre super!

Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein Kind, meine Familie und das was ich tue. Ich habe die beste Unterstützung, die ich haben kann, ohne die wäre meine Arbeit nicht möglich. Aber ich glaube das sich jede working mum unbewusst unter Druck setzt.

Der Haushalt muss am Besten direkt nach dem Frühstück schon aussehen wie aus dem Ei gepellt, die Wäsche piko bello fertig sein, das Kind bespaßt werden, dazwischen noch das Mittagessen pünktlich um 12 auf dem Tisch stehen, danach muss den ganzen Mittag gearbeitet werden und am Abend wird noch schnell eingekauft, vorgekocht oder das Abendessen serviert und das Kind ins Bett gebracht, danach? Wieder gearbeitet! So ungefähr sieht aktuell der Tagesablauf aus, solange der Räuber noch nicht im Kindergarten ist. Danach werde ich zu allem was ich jetzt schon bin, noch „Taxi“ 😉

Ich habe schon für mich selbst reduziert und lass auch ab und an einfach mal etwas im Haushalt stehen und liegen – that’s life . Dafür übernimmt dann auch mal der Räuberpapa den Staubsauger Part.

Aaaaaaber dennoch bist DU Mutter und DU die Frau und ich glaube das ist dieser Druck der auf einem selbst lastet. Dieses Vereinbarkeits-Ding das meiner Meinung nach nicht funktioniert, weil man sich selbst kaputt macht. Unnötigen Druck aufbaut, der eigentlich nicht da ist. Und das schlimmste ist der gesellschaftliche Druck von Außen.

Auf Instagram wird vorgelebt wie die perfekten Mamis auszusehen haben mit ihren noch perfekteren Kindern. Es sieht jedoch keiner, dass davor Stunden Aufwand betrieben wurde, dass es genau so aussieht, wie es dann aussieht. Du MUSST perfekt sein. Das wird vermittelt und wenn ich mich morgens im Spiegel anschaue, dann bin ich das nicht.

Muss ich immer perfekt sein?

Ich habe mich verändert, ich gehe nicht mehr nur mit top geglätteten Haaren auf die Straße, ich trage Dauer-Dutt. Früher bin ich nicht mal ungeschminkt den Müll wegbringen gegangen heute denk ich mir „leck mich“ und bin Tage ungeschminkt. Per se in Ordnung, solange man sich selbst nicht verliert.

Und dann der Druck von Außen, die Gesellschaft, der Staat unsere Politik!

Co-working Toddler Büros werden eingerichtet für working Mums in Büros. Nicht jede arbeitet in einem Büro, was machen die anderen? Die bleiben auf der Strecke!

KiTa Plätze werden erschaffen angeblich in Massen, bringt keiner Mutter was, wenn zu wenig Erzieherinnen vorhanden sind und auf die massig vorhandenen Plätze Warteschleifen für Monate ausgerichtet werden!

Flexi Elternzeit für Paare werden eingerichtet, allerdings nur flexi aber ohne Kohle – perfekt- oder auch nicht. In Schweden lebt man seit den 70ern ein perfekt organisiertes, emanzipiertes Bild für Eltern vor, auch mit Geld. Dort findet man mehr Männer mit Buggys und Babytragen als du hier je gesehen hast.

tter nach der Elternzeit– auch so ein Thema für sich. Ich bin mitunter, weil genau das nicht funktioniert, wie es vom Staat vorgegaukelt wird, selbstständig geworden. Nicht ausschließlich deshalb, aber auch. Die Wiedereingliederung funktionieren in den seltensten Fällen. Tatsache ist, dass dir, wenn die alte Position nicht zur Verfügung steht, eine vergleichbare gestellt werden muss. Realität ist, du hast schneller eine Kündigung in der Hand, wie dein Baby zur Welt kam.

Einfach mal weniger Druck machen! 

Wir haben mit so vielen Dingen zu kämpfen und die Unterstützung ist in vielen Dingen leider sehr spärlich vorhanden.

Der Druck von Außen ist groß. Meine Nachbarn fragen sich seit Jahren, was ich den ganzen Tag zu Hause mach, nachdem ich mein Kind abgegeben habe.

Und ich frage mich deshalb viel zu oft ob mich irgendwer sieht.

Denn eigentlich bin ich Mutter, Hausfrau, Ehefrau und Selbstständig. Aber in der Realität für meine Nachbarn arbeitslos und faul, für den Staat eine Belastung, für Arbeitgeber Unnütz aber für meinen Sohn das Größte und seine Heldin und deshalb mache ich weiter, denn ich weiß dass zumindest er mich jeden Tag sieht!

 

4 Kommentare

  1. Herrlich ehrlich! Meine Nachbarn denken auch immer, dass ich so lalala daheim bin und vom Staat lebe, weil ich als #motherof4 immer die Pakete im Haus annehme. Woher sollen sie auch wissen, dass ich im Homeoffice arbeite? Vollzeit. Und das oft inmitten der Kinderschar … Gute Frage: Wer sieht mich die ich bin?

  2. Einfach wunderbar wie du schreibst .
    Du sprichst so vielen Mamas aus der Seele . Und du hast einfach nur recht .
    Ich werde auch jedesmal von unserem Paketboten gefragt ob ich schon wieder Urlaub habe, weil ich ich zu Hause bin und die Päckchen natürlich auch gerne für unsere Nachbarn annehme .
    Fakt ist aber, ich arbeite Teilzeit als Krankenschwester und mache sehr viel Nachtdienste, damit ich gleich nach Schichtende in der früh mein Kind fertig für den KiGa machen kann. Somit bin ich tagsüber oft zu Hause . Frühdienst arbeiten ist leider nicht möglich, da die Öffnungszeiten des KiGa natürlich auf Büroeltern ausgelegt sind und nicht auf Schichtarbeiter , die um 6.00 Uhr zur Arbeit müssen .
    Und ja, ich habe auch nur ein Kind und auch einen Ehemann der gerne mal im Haushalt hilft und auch kocht, aber der Aufwand und Stress bleibt der gleiche wie mit zwei Kindern.
    Aber wie du schon sagst, am Ende des Tages lieben wir unsere Leben trotzdem und bleiben die Helden für unsere Kinder ……

    • Liebe Silke,

      vielen Dank für deine Worte! Das freut mich sehr!
      Und es ist etwas beruhigender zu wissen, dass es allen anderen genau so geht 🙂

      Viele Grüße

      Yvi

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