Was ist High need? Tatsache oder Modeerscheinung?

high need

Ein umstrittener Begriff ist derzeit high need, aber was ist high need? Ich nehme ihn für euch genauer unter die Lupe. Welche Kriterien gehören dazu? Und gibt es das wirklich?


Derzeit lese ich viel, über die sogenannten „high need Kinder„. Es werden Artikel verfasst, von oft verzweifelten, überforderten Müttern, die ihr Kind als solches einstufen.

Aber was hat dann das Kind eigentlich für „Probleme“? Und gibt es Grenzen, ab wann ein Kind ein high need sein soll, und ab wann es noch tolerierbar ist?

Es schreit, schreit andauernd, es ist nervös, hibbelig, schläft schlecht, hyperaktiv und hochsensibel. Ein absolutes Tragebaby. Ein sogenanntes high need Kind. Ein Kind, das fordernd ist, von Geburt an. Aufgezählte Punkte, die offensichtlich ein high need Kind beschreiben sollen. 

Kann ein Kind von Geburt an fordernd sein?

Aber Moment mal…von Geburt an? Der Charakter eines Kindes bildet sich erst im Laufe der Jahre, ein gewisses, bzw. spezielles Temperament ist erblich aber bereits angelegt.

Also kann ein Kind dann von Geburt an, fordernd sein und somit ein „high need“ Baby, oder alles totaler Schwachsinn und reine Erziehungssache

Dr. Sears hat sich mit „high need“ auseinander gesetzt und 12 Kriterien verfasst.

High need

 

Nun stellt sich mir aber die Frage, wie ich mein Kind einstufen soll? Erst, wenn es alle Kriterien erfüllt hat? Gibt es ein Härtegrad dafür? Oder kann somit jede Mutter, die sich in bestimmten Situationen überfordert fühlt, ihr Kind einstufen?

Also wäre der Begriff dann somit abhängig, von der Geduld, der Ausdauer und den Nerven der Mutter!?

Ihr seht Fragen über Fragen, die leider nicht geklärt werden können. Sucht man nach diesen Begriff kommen höchstens unzählige Blogeinträge von oft verzweifelten Müttern. Es ist also kein anerkannter Begriff, der eine medizinische Diagnose darstellt.

Und somit sehe ich persönlich diesen Trend sehr skeptisch an. Für mich ist dieser Begriff schlicht ein Modebegriff, und ein Überbegriff, für gewisse Symptomatiken, die manche Kids einfach verstärkt aufzeigen.

Schreikinder, ADHS Kids, Traglinge...zum Beispiel.

Dem Horror wird ein Überbegriff gegeben

Es ist also schlicht einfacher, dem Horror quasi einen Überbegriff zu geben. „High need“.

Für die gestresste, überforderte Mutter, die vielleicht ein etwas anstrengenderes Kind hat, als andere, ist es somit einfacher, dass Kind unter diesem Begriff einzuordnen und sich mit verschiedenen Problematiken eventuell gar nicht erst auseinander zu setzen.

mamasdaily

 

Und genau darin sehe ich das Problem, an diesem Überbegriff!  Mütter befassen sich somit nicht mehr im Einzelnen mit den ernst zunehmenden Problemen ihrer Babys, sondern fertigen diese unter dem Begriff high need ab.

Aber ist das die Lösung? Geht es Mutter und Kind dann besser?

Betrachtet man die Kriterien, die Dr. Sears auflistet (oben im Bild zusammen gefasst), dann sind wir mal ehrlich.. sind das alles völlig normale Verhaltensweisen eines Babys, welche nun manchmal im Einzelnen einfach verstärkt vor kommen.

Völlig normale Verhaltensmaßnahmen! 

Leider ist es mir immernoch völlig unverständlich, wie man als betroffene Mutter sein eigen Fleisch und Blut als nicht normal bezeichen kann, sich wundert, weshalb das Kind keinen Schnuller nehmen möchte. Mütter, die für ihre Extrastrapazen belohnt werden möchten, und wir reden immernoch von normalen Verhaltensmaßnahmen eines Babys, beziehungsweise der natürliche Instinkt.

Brauche ich dafür Applaus? Und flüchte mich in einen Überbegriff? Oder ist es vielleicht einfach durchaus legitim, dass ein Kind nun  mal schreit? Nun, frage ich mich dann immernoch, was bringt dieser Begriff dem Kind? Was bringt es der Mutter bzw. dem Vater? Hier eine nähere Erläuterung dazu!

Also warum sich dann nicht selbst eingestehen, dass eventuell auch ein Kind zu viel sein kann und sich lieber professionelle Hilfe suchen und in Anspruch nehmen, als das Kind einem Überbegriff zu zu ordnen?! Das ist keine Schande! Aber eine Lösung!

Überforderung eingestehen, ist keine Schande, aber eine Lösung! 

Mit diesem Begriff „high need„, ist zumindest für die Mutter die Sache erledigt, sie hat sich für ihre Überforderung eine Zuordnung geschaffen. Das eventuelle Problem des Kindes, ist jedoch nicht gelöst und am wenigsten kann das Kind etwas dafür.

Nun, was ich letzendlich mit diesem Artikel aufzeigen möchte, ist die Problematik von diesem Trend. Kinder werden abgestempelt, als anstrengend und als offensichtlich „nicht normal“ bezeichnet.

Mütter machen es sich inzwischen recht einfach, mit ihrer überforderten, hilflosen Situation abzuschließen und die high need Schublade aufzumachen. Aber das ist nicht die Lösung zum Problem!

Stillberaterin und Ergotherapeutin Patricia L. sieht das ähnlich, und äußert sich in einem Bericht darüber.

Fazit:

Trend oder nicht? Modeerscheinung? Oder ein Anker, für Eltern, die anstrengende Kinder haben? Egal, was es auch für euch sein mag, ich apelliere trotzdem an alle und vorallem an jene, die meinen high need Kinder zu haben, vorsichtiger mit diesem Begriff umzugehen. Sich zu überlegen, ob es Sinn macht, diesen zu verwenden und wenn ja, ab wann ich mein Kind high need nennen möchte, nicht jede schlaflose Nacht ist gleich high need.

Und bitte, bitte denkt daran, all eure Kinder sind normal! 

Wie wir unser Kind erziehen, und an welcher Erziehungsform wir festhalten, das lest ihr hier

mamasdaily

 

Eure

mamasdaily

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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22 Kommentare

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