Wenn die Narbe an deinem Körper zum Mittelpunkt deines Lebens wird!

Narben, Muttermale oder Fältchen…Dein Körper ist gezeichnet vom Leben. Im Laufe des Lebens macht dein Körper ganz schön was mit….


Nach unzähligen Narben im Laufe des Lebens ist mir eine Narbe inzwischen besonders wichtig. Ja, ich würde sogar sagen diese eine Verletzung ist der Mittelpunkt meines Lebens geworden. Und ich hätte nie gedacht, dass mir diese Stelle mal so viel bedeuten würde…

Es gibt keinen Tag an dem ich nicht an mein Sternenkind denke. Keinen Tag an dem ich daran denke, wie er wohl nach 5 Jahren aussehen würde, wie er riechen würde…ja, auch wie frech er wohl wäre oder wie seine Stimme klingen würde.

Ich bin inzwischen in meiner Trauerphase an diesem Punkt angekommen, bei dem ich nun immer noch Tränen in den Augen habe, aber im Reinen mit mir und der Situation bin. Ich kann lächeln in einem Zustand, welches meiner Meinung nach der schlimmste Zustand im Leben eines Menschen sein kann. – sein eigenes Kind zu verlieren!

Wie meine Narbe zum Mittelpunkt meines Lebens wurde! 

Warum ich das kann? Weil ich weiß er ist da, in meiner Erinnerung…in meinem Herzen…in meinem Kopf und an meiner Narbe. Ich weiß, er passt auf uns auf. Und ich weiß, dass wir uns irgendwann wieder sehen werden.

Und leider ist es das einzige, was ich von ihm habe. Erinnerungen, Bilder in meinem Kopf, einen kleinen verschmierten Fußabdruck auf einem Stück Papier und meine Narbe. Nach Jahren, habe ich Angst, dass die Bilder in meinem Kopf und die Erinnerungen verschwinden werden, irgendwann einfach nicht mehr da sind. Was habe ich dann? Ich würde gerne die Bilder mit einem Stick aus meinem Kopf ziehen und irgendwo archivieren… 

Ich habe aber meine Narbe und ich hätte nie gedacht, dass mir das einmal so viel bedeuten würde. Jeder von euch weiß bei einigen Verletzungen und Narben an seinem Körper, noch ganz genau woher diese kamen, oftmals erinnert man sich aber nicht gerne daran zurück. Auch, weil es verbunden ist mit Schmerzen, einem Unfall oder etwas, was nur negativ im Kopf hängen blieb.

Bei mir ist das ähnlich, diese Stelle an meinem Körper entstand nicht völlig schmerzfrei. Ich habe euch bereits von meiner Geburt meines Sternenkindes in mehreren Teilen berichtet. Und in meiner völligen Ausnahmesituation, in der ich vier Tage lang in den Wehen lag, war ich entsprechend ans Bett gefesselt. Angeschlossen an Kabeln, Infusionen und viele andere Dinge die, die Welt nicht braucht.

Meine Narbe erinnert mich an dich, mein Kind! 

Auch mein linker Arm war Tage lang mit einer Infusionsnadel an der Beuge mit Klebeband fixiert und als ich dann von der Intensivstation auf die normale Station verlegt worden war, bekamen die Schwestern das Klebeband nicht richtig ab. Ende vom Lied, ich musste etwas Haut lassen und so entstand die Narbe an der Beuge. Nicht schmerzfrei, damals habe ich mich darüber geärgert. Heute ist es der wohl wichtigste Teil an meinem Körper. 

Gezeichnet von der Situation und der Erinnerung. 

Es war das einzige, was blieb auf der normalen Geburtsstation, zwischen Beistellbetten schiebenden, frischgebackenen Eltern und mir, die, ohne Kind, mit einer Narbe als Erinnerung. 

 

  • Ich liebe Dich K. 

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