Wie man Eltern mit einer Fehlgeburt und ihren Sternenkindern begegnet

Bei ganz vielen Menschen ist in solchen Momenten der Fehlgeburt eine Hemmschwelle erreicht, die man nicht überschreiten mag. Und man weiß nicht, was man den Freunden, Bekannten eigentlich sagen soll!


Ein Kind oder ein Baby zu verlieren ist, meiner Meinung nach, das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Ich habe euch bereits in meiner 3-teiligen Story davon berichtet. 

Und viele wissen nicht, dass das viel zu häufig passiert, denn die meisten reden nicht über ihren Verlust des Kindes. Viele schämen sich sogar dafür, weil sie denken etwas falsch gemacht zu haben und das Gefühl bekommen, auf ganzer Linie versagt zu haben. Das ist jedoch nicht so!

Wie gehe ich mit dem Verlust des Kindes von Freunden, Bekannten um?

Das zu verstehen dauert Zeit und diese Zeit auch die, der Trauer muss unbedingt von Bekannten und Freunden, oder einfach Menschen aus dem näheren Umkreis begleitet werden! 

Leider ist es aber oft so, auch aus meiner Erfahrung heraus, dass Bekannte oft eine Hemmschwelle erreichen, die sie nicht überschreiten wollen. „Dann sag ich lieber nichts, als etwas falsches“ . Aber genau das ist das Falsche!

Eltern in so einer Situation benötigen oft neutrale Personen, die zuhören und da sind. Sie benötigen keine Ratgeber. Also bitte unbedingt Ratschläge, die einem gerade mal schnell einfallen sein lassen. Man ist eben nicht einfach nur krank und hat Grippe, wobei du vielleicht mal eben schnell „wird schon wieder“ oder „Kopf hoch“ sagen kannst. 

Man hat sein Baby verloren! Natürlich können das Aussenstehende, neutrale Personen nie so nachvollziehen, auch gerade dann nicht, weil das Thema in der Gesellschaft leider immer noch viel zu oft unter den Tisch gekehrt wird und sogar dazu geraten wird „es schnell zu verdrängen„. 

Was kann ich also als Aussenstehender tun?

  • da sein! 
  • zuhören!
  • Auch vorsichtig Fragen stellen, das zeigt, dass wirklich Interesse am Geschehen da ist und nicht einfach nur abgetan wird. Sei aber einfühlsam und beobachte den Gegenüber ob es angebracht ist. 
  • Nimm diese Situation und das Geschehen wichtig und ernst! 
  • Beginne selbst das Gespräch zum Thema. 
  • Besuche mit deinem Gegenüber die Grabstätte.
  • Sei offen und frage ob es mit deinen eigenen Kinder okay ist, wenn sie mit zu Besuch kommen. 
  • Biete Hilfe in den ersten Tagen an, zB einkaufen gehen, Haushalt machen, Kinder Betreuung…
  • Und falls du gar nicht damit umgehen kannst, dann sage es bitte offen! Das bringt den betroffenen Eltern mehr, wie deine Unsicherheit in der eigenen Unsicherheit zu spüren! 

Was du auf keinen Fall sagen und tun sollst!

  • ignorieren!
  • Sätze vermeiden wie “ Du bist ja noch jung….“ , „das wird schon….“ „Kopf hoch…“ “ Das passiert soooo vielen…“
  • Und was du auf gar keinen Fall sagen solltest “ Du kannst ja immer noch ein anderes Kind bekommen! “ “ Du wirst bestimmt wieder schwanger!“ 
  • Verstehe, dass das ein Verlust eines Menschen ist und es genau so schlimm ist und ernst genommen werden muss, wie der Verlust deines Opas, oder deiner Mutter zum Beispiel. 
  • Bitte sage auf keinen Fall „Ach, das war ja noch so klein….“ “ Es hat ja noch gar nicht richtig gelebt…“ 
  • Bitte, bitte keine Ratschläge wie „Versuche schnell wieder schwanger zu werden, dann vergisst du schnell!“ 
  • Zu falschen Ratschlägen in der Trauerverarbeitung raten wie „trinken wir einen“ , „nimm doch Schlaftabletten dann geht es dir besser….“

 

Wichtig ist ,das Gefühl zu haben in so einer Situation nicht alleine zu sein! Der Schmerz wird nie gehen, aber man lernt irgendwann damit umzugehen. 

Auf dem Blog gibt es viele weitere Sternenkinder-Eltern, die ihre Geschichte erzählen, schau doch gerne mal rein! 

 

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